Sophie Rois macht Theater

Bewertung und Kritik zu

SOPHIE ROIS MACHT THEATER
Szenische Lesung mit Musik
Premiere: 17. September 2019 
Deutsches Theater Berlin 

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Zum Inhalt: "Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Männer und Frauen sind bloß Schauspieler! Aber die Illusion ist bei denen drüben; bei uns Schauspielern ist die Wirklichkeit."

Die umjubelte Theaterdiva Julia Lambert verfällt einem 20 Jahre jüngeren Bewunderer. Kurz bevor ihr zweiter Frühling im Fiasko endet, übernimmt Julia selbst die Regie und lässt die Tragödie zur Komödie werden. Der 1937 veröffentlichte Roman Theater von William Somerset Maugham wirft einen bissigen Blick hinter die Kulissen des Bühnenbetriebs. Liebe, Leidenschaft, Ehrgeiz und Intrigen werden schonungslos seziert. Dort, in Proben, Gängen und Garderoben, spielen die wahren Dramen des Lebens.

Mit Sophie Rois


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Szenische Lesung über Rache am Ex-Lover
  · 18.09.19
Um Sophie Rois ist es am Deutschen Theater recht still geworden. Ihre beiden Premieren mit René Polleschs „Cry Baby“, das immerhin regelmäßig auf dem Spielplan steht, und dem charmanten Lese-Abend „Have a cup of tea mit Sophie Rois“ liegen fast genau ein Jahr zurück. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Ex-Volksbühnen-Starschauspielerin, die 2022 auch dorthin zurückkehren wird, und das restliche Ensemble des Deutschen Theaters friedlich und ohne größere Berührungspunkte nebeneinander her leben.

Wenn Sophie Rois doch mal wieder mit einem neuen Projekt auf die Bühne kommt, ist der Abend prompt ausverkauft. „Sophie Rois macht Theater“ nennt sie ihr neues Solo, eine szenische Lesung mit Musik-Einspielern. Sie macht es sich erst mal gemütlich auf der Couch, genießt die Vorschusslorbeeren des prasselnden Auftritts-Beifalls, gießt sich Tee ein, greift zum Gebäck und nebelt die Bühne mit ihrer Zigarette ein.

Der Text hat einige maliziöse Stellen, die Rois sich auf der Zunge zergehen lässt. In diesen Passagen kann sie ihr Können voll ausspielen. Zwischen den raren Höhepunkten hat der Roman von Somerset Maugham jedoch einige Längen, die Rois routiniert und mit feiner Ironie beackert.

Bei früheren Lesungen servierte Rois gezielt mehrere kurze Filetstückchen unterschiedlicher Autoren. Diesmal zog sie es vor, sich über die kompletten 90 Minuten nur einem Text zu widmen. Dafür wären andere Vorlagen geeigneter gewesen, die weniger gemächlich erzählt sind und noch mehr funkelnde Passagen bieten.

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