Bewertung und Kritik zu

BERLIN ALEXANDERPLATZ 
nach dem Roman von Alfred Döblin
Regie: Sebastian Hartmann 
Premiere: 13. Mai 2016 
Deutsches Theater Berlin

Ein Mann kommt aus dem Gefängnis frei. Widerwillig begibt er sich zurück ins Leben, zurück in die Stadt, in eine Masse aus Fahrzeugen, Lichtern und Menschen. Vier Jahre hat er wegen Totschlags an seiner Geliebten gesessen und hat nun den festen Entschluss gefasst, anständig zu sein. Aber ist das mehr als ein Wort? Einen steinigen, beinah tödlichen Weg muss der Mann gehen bis ihm die Augen aufgehen und er am Ende "sehr verändert und ramponiert" wieder am Alexanderplatz steht. 
Der Mann, Franz Biberkopf, ist einer von vielen, sein Schicksal eines von tausenden. Um ihn herum sind andere Menschen, Stimmen, Geräusche, Nachrichten, das Wetter, die Bahnen - überall spricht, singt, dampft, kreischt und kracht es. 

Mit: Andreas Döhler, Edgar Eckert, Christoph Franken,Michael Gerber, Felix Goeser, Moritz Grove,Gabriele Heinz, Benjamin Lillie, Wiebke Mollenhauer,Markwart Müller-Elmau,Katrin Wichmann, Almut Zilcher

Regie / Bühne: Sebastian Hartmann
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Lichtdesign / Videogestaltung: Voxi Bärenklau
Videoanimation Tilo Baumgärtel
Dramaturgie: Sonja Anders, Meike Schmitz
Regieassistenz: Yannik Böhmer, Lena Brasch
Künstlerische Leitung des Chors: Christine Groß


 
Meinung der Presse zu „Berlin Alexanderplatz“ - Deutsches Theater Berlin


rbb
★★★★★

nachtkritik
★★★★★

Berliner Zeitung
★★★☆☆

Tagesspiegel
★★★★☆

Die Welt
★★☆☆☆

Zitty
★★★★☆

tip
★★★★☆

Bewertung und Theaterkritik Schreibe eine Kritik
3.8/5 Insgesamt 12 Bewertungen (4 mit Rezension)
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wer berlin liebt und hasst findet hier sein zuhause - ein traum
  · 01.07.16
raus aus dem rauhen knast, rein ins rauhe berlin der 30er jahre. "alexanderplatz", der roman von alfred döblin, erzählte mit schnoddriger wucht die geschichte des lohnarbeiters franz biberkopf, dessen mieze, eine hure, von reinhold ermordet wird. der kleinkriminelle biberkopf gerät ins visier und sein leben zerstört sich. trostlosigkeit, hoffnungslosigkeit, verzweiflung. gier nach einem ausweg, einem licht, aber wo, ohne erneut abzustürzen. regisseur sebastian hartmann legt auf der bühne des deutschen theaters die kaputte seele des biberkopfs aus. das neonlicht grellt und bellt die zuschauer immer wieder an, die schlichten unschuldig weißen kulissen schieben sich hin und her. eklektische sounds brechen die szenen auf, verspielte aber todernste s/w videos surren über die wände. das stück "alexanderplatz" bekommt raum für seine unverwüstliche berlin-seele.
schnodderschnauze andreas döhler, mit dem hundeblick und der schiefen schnute, ist die idealbesetzung des verschlagenen franz mit dem kleinen herzen. wie er miezes schwester aufgegeilt aufsucht und an ihr rumschnurrt, ist eine der brutal-vitalen szenen. die blonde katrin wichmann, umwerfend-feminin und der düstere döhler gehen in den rollen so sehr auf, dass man hineingezogen wird in den sog der texte und taten. dem ganzen großartigen ensemble kann man das bescheinigen. berlinfiguren schlurfen kauzig über die bretter, zitieren berliner humor, berliner elend. immer wieder rauscht man zurück in die verbindung von franz und mieze. am ende begegnet eine energetisch gewaltige almut zichler als totenbotin dem mutlosen biberkopf und der kriegt es mit der angst zu tun. benjamin lillie ist der nackte engel, der das elend der schlachthöfe brüllt, das tier im menschen. und wieder eine szene mit sog. dann wird es wieder hinreißend komisch, dann bitter, dann poetisch.
auf über vier stunden (mit zwei pausen) hat regisseur hartmann den trip ins alte berlin angesetzt und langweilt keine sekunde. berlin rauscht immer noch. mit herz und schnauze. für mich, ja, berlinernde ostmieze, ein abend mit suchtfaktor.
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… dreht sich im Kreis
  · 22.05.16
Viel Geduld verlangte Sebastian Hartmann dem Publikum bei der Premiere seiner Inszenierung von Berlin Alexanderplatz am 12. Mai 2016 am Deutschen Theater Berlin ab. Nicht nur die monumentale Länge der Inszenierung von viereinhalb Stunden riss gewaltig am Geduldsfaden, auch szenisch vernachlässigte, als „abstrakt“ getarnte Szenen ließen jede Pause zur Fluchtmöglichkeit werden. Weiterlesen →
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Berlin Alexanderplatz als allegorischer Leidensweg
  · 17.05.16
''Regisseur Hartmann entwirft einen Totentanz in drei Teilen, in dem auch immer wieder Walzer getanzt wird und Benjamin Lillie eine nackte geschundene Kreatur aus Döblins poetisch-epischen Schilderungen über den Berliner Schlachthof gibt. Im hohen, sich drehenden Bühnenraum, der einer Kathedrale ähnelt, glüht ein rotes Leucht-Kreuz, und es fahren hohe Lichtwände zu einem Triptychon auf, auf das eine manieristische Kreuzigungsszene aus den Leibern der DarstellerInnen projiziert wird. Wucht und Pathos, dröhnender Technosound und klassische Musik wechseln zu ruhigen oder ironisch überhöhten Spielszenen. (...) Ein großes Ganzes wird Hartmann-Collage dann leider nicht. Sie zerfällt ein wenig, auch bedingt durch die zwei Pausen. Nach der großen kathartischen Schlussszene Biberkopfs mit dem Tod beschwört noch einmal der Chor die Zweisamkeit, ein ganz wichtiges Anliegen dieses Abends.'' schreibt Stefan Bock am 17. Mai 2016 auf KULTURA-EXTRA
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Gier und Wildheit
  · 13.05.16
''Ich will es gleich sagen: dieser sehr lange Abend hat zwei Pausen. Und schon in der ersten geht es bergab. Die großen Versprechungen, die er anfangs gemacht hat, werden dann nicht eingelöst. Es ist fast so, als wäre die gesamte Proben- und Konzeptionsarbeit auf den ersten Teil konzentriert worden.'' schreibt Peter Hans Göpfert auf kulturradio.de
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SPIELPLAN & KARTEN
3.0
Durchschnittsnote aller Stücke
5 23
4 102+
3 109+
2 66
1 35
Kritiken: 139