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Bewertung und Kritik zu

DRAUFGÄNGERINNEN
von Tanja Šljivar
Regie: Salome Dastmalchi 
Premiere: 15. April 2018 
Deutsches Theater Berlin

Zum Inhalt: "Niemand hat uns jemals, niemand hat uns in der langen Zeit, niemand hat uns jemals auf der Straße, im Geschäft, beim Arzt, keiner von den Lehrern, Vätern, Müttern, Tanten, Onkels, Schwägerinnen, Schwippschwagern, niemand hat uns jemals, niemand hat uns jemals gefragt, wie UM ALLES IN DER WELT wir schwanger geworden sind. Keine von uns kann sich genau erinnern, wie DAS war, mit wem DAS war, warum DAS war."

2014 wird die "kollektive Schwangerschaft" von sieben Teenagerinnen in Bosnien und Herzegowina medial skandalisiert. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Viel wird gemutmaßt und geurteilt über diese Mädchen. Sie selbst kommen nicht zu Wort. Tanja Šljivar gibt ihnen eine eigene Stimme. Es geht ihr jedoch weder um Ursachenforschung noch um Aufklärung. Sie lässt sieben dreizehnjährige Draufgängerinnen in sieben Szenen wild über Religionslehrer und Instagram, Schwangerschaftstests und -symptome, Chauvinismus und Großmütter, Piercings und Gesellschaftsutopien, Pornographie und Kritische Theorie, Abtreibung und Klassenfahrten sprechen. Alle Erinnerungen, alle Aussagen sind höchst fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind bereit, alles zu erzählen, außer wie sie wirklich schwanger geworden sind.

Regie: Salome Dastmalchi
Ausstattung: Paula Wellmann
Dramaturgie: Birgit Lengers
Mitarbeit Choreografie: Niloufar Shahisavandi


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Mitreißende Choreographien
  · 10.06.18
Autorin Tanja Šljivar lässt die Protagonistinnen diverse Wechselbäder erleben: anfängliche Euphorie, dass sie alle gemeinsam schwanger wurden und ein großes Abenteuer auf dem Weg zum Erwachsenwerden erleben dürfen. Ernüchterung darüber, dass die Eltern, Lehrer und Ärzte sie moralisch verurteilen und im Regen stehen lassen. Trotzhaltung und Aufbruchstimmung, es vielleicht doch gemeinsam zu schaffen. Zweifel und Ausweichen. Rätselraten, wer die Väter sein könnten. Schließlich der Entschluss, gemeinsam abzutreiben. Šljivar schildert diese pubertären Nöte in kurzen, flotten Szenen. Ihr Talent zeigte sie auch in ihrem nächsten Text „Vor solchen wie uns haben uns die Eltern immer gewarnt“, der 2017 beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens als szenische Lesung präsentiert und vor wenigen Tagen am Schauspiel Stuttgart mit guten Kritiken uraufgeführt wurde.

Der zweite Name, den man sich merken sollte, ist Regisseurin Salome Dastmalchi, die mehrfach am Ballhaus Naunynstraße inszenierte, und gemeinsam mit Niloufar Shahisavandi und ihrem Ensemble mitreißende Choreographien erarbeitete. Die sieben Mädchen werden von einem gemischten Ensemble des Jungen DT gespielt: drei Jungen (Eren Gündar, Bruno Liebler, Peter Steden) und vier Mädchen (Livia Marlene Wolf, Marthe Müller Lütken, Chenoa Nort-Harder, Emmi Büter) treten im Einheitslook aus „Orange is the new black“-Overalls und weißen T-Shirts an. Zum Nirvana-Klassiker „Smells Like Teen Spirit“ feiern sie ekstatisch ihre Schwangerschaft. Zu französischen Chansons und Popsongs werfen sie sich in Catwalk-Posen und flirten selbstbewusst mit dem Publikum. Strenges chorisches Sprechen, kleine Solo-Nummern und wildes, nervöses Durcheinanderreden wechseln sich an diesem Abend ab. Ein Gimmick für die Digital Natives sind die Brainstorming-Szenen, in denen mit Twitter-Hashtags verschiedene Lösungswege an die weißen Wände gekritzelt werden.

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Deutsches Theater

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BERLIN
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Deutsches Theater Berlin
www.deutschestheater.de
Schumannstraße 13a - 10117 Berlin
Telefon: 030 284410

SPIELPLAN & KARTEN
3.1
Durchschnittsnote aller Stücke
5 46
4 151+
3 145+
2 96
1 45
Kritiken: 191
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