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Bewertung und Kritik zu 

LA RONDINE
von Giacomo Puccini
Regie: Rolando Villazón
Premiere: 8. März 2015 
Deutsche Oper Berlin

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Alfred Maria Willner, der Erfolgsautor des Wiener Carltheaters (DIE DOLLARPRINZESSIN, DER GRAF VON LUXEMBURG) hatte zusammen mit Heinz Reichert ein Libretto mit dem Titel DIE SCHWALBE verfasst, das sie Puccini zur Verfügung stellten. Puccini machte von Anfang an klar, dass er keine konventionelle Operette schreiben würde, gesprochene Dialoge schloss er aus, aber eine „lyrische Komödie“ etwa im Sinne des ROSENKAVALIER wolle er sich gern vornehmen. Die Grundstruktur einer Operette ist in dem von Giuseppe Adami bearbeiteten und ins Italienische übertragenen Libretto durchaus noch zu erkennen: drei Akte mit einem großen Durcheinander im Finale des 2. Aktes; zwei Sopran-Tenor-Paare, die gesellschaftlich ein „Oben“ und „Unten“ spiegeln. Auch die Verwendung von Tänzen, insbesondere des Walzers, ist für Puccini neu. Ganz anders aber ist der Schluss, der sich in kein Opern- oder Operettenschema einordnen lässt.

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Musikalische Leitung: Roberto Rizzi Brignoli
Inszenierung: Rolando Villazón

Bühne: Johannes Leiacker
Kostüme: Brigitte Reiffenstuel
Licht: Davy Cunningham
Chöre: Raymond Hughes
Choreografie: Silke Sense

 
Meinung der Presse zu „La Rondine“ - Deutsche Oper Berlin


Die Welt

★★★★☆

FAZ
★★★★☆

Der Tagesspiegel
★★★☆☆


Süddeutsche Zeitung
★★☆☆☆

Zitty
★★★☆☆

tip
★★★☆☆


WIR EMPFEHLEN

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Eine Frau mit Vergangenheit
  · 09.03.15
Sie steht im Schatten seiner berühmten Werke wie "La Bohème", "Madame Butterfly", "Tosca" und "Turandot": die lyrische Komödie "La Rondine", zu deutsch "Die Schwalbe" von Giacomo Puccini, mitten im Ersten Weltkrieg vollendet und  zur Uraufführung in Wien vorgesehen, die dann schliesslich 1917 in Monte Carlo stattfand. Die deutsche Vorlage für das Libretto von Giuseppe Adami stammt von Alfred Maria Willner und Heinz Reichert. Willner hatte auch an Textvorlagen für Operetten von Franz Lehár mitgewirkt, und beide Autoren hatten den Text für das Schubert-Singspiel "Das Dreimäderlhaus" geliefert. Vielleicht waren es diese genealogischen Wurzeln, die "La Rondine" von Anfang an den Ruch mitgaben, so etwas wie eine Operette zu sein. Puccinis Verleger Ricordi soll das Werk sogar als "einen schlechten Lehár" bezeichnet  und die Herausgabe abgelehnt haben.

Puccinis Musik ist unverkennbar von seiner Handschrift geprägt, hat den fernöstlich kolorierten, schmerzlich-süssen Ton, der gerade von Liebhabern dieses Komponisten so sehr geschätzt wird. Das Milieu wird von vielen Quellen gespeist und korrespondiert mit  einer ganzen Reihe literarischer Motive, die den Zeitgeist spiegeln. Typisch ist jedenfalls die Schilderung von aufgebauschten Seelenkonflikten, die nach heutigem Empfinden eigentlich keine sind, weshalb das Werk ungeachtet seiner reizvollen musikalischen Gestalt vor allem im dritten Akt etwas blutleer wirkt. 

Für Tenor, Regisseur und Autor Rolando Villazon war es die erste Regiearbeit an der Deutschen Oper, und er hat sie ohne Zweifel mit Anstand absolviert. Alle drei Akte haben einen zügigen und plausiblen Ablauf. Einen besonderen Beitrag zur Belebung der Szene und zur Steigerung des Verständnisses beim Publikum liefern drei männliche Gestalten mit anonymisierender Maske, die das Gesicht verdeckt. Es sind wohl symbolische Reminiszenzen an die amouröse Vergangenheit der Titelheldin Magda. Am Schluss bekommt der gescheiterte Liebhaber Ruggero eine ebensolche Gesichtsmaske aufgesetzt: er ist dann Nummer vier unter den Verflossenen. Das Bühnenbild von Johannes Leiacker glänzt vor allem im zweiten Akt durch eindrucksvolle Spiegeleffekte, und die Kostüme von Brigitte Reifenstuel weisen in die "Roaring Twenties" voraus. 

Die Neuinszenierung war in der Probenzeit mehrfach von Erkrankungen der Solisten gefährdet, wie Intendant Schwarz in einer Proszeniums- Erklärung festhält. Kurz vor der Premiere wirft die Sopranistin Dinara Alieva krankheitsbedingt das Handtuch, und Aurelia Florian wagt sich, aus "La Traviata"-Proben in Oslo herausgelöst, drei Tage vor der Premiere für die Rolle der Magda in die fertige Inszenierung hinein, was ihr schon vorab den Sympathiebonus des Publikums sichert. 

Roberto Rizzi Brignoli am Pult des aufmerksamen Orchesters versteht es mit lebhaftem Körpereinsatz und feinfühliger Zeichengebung, den geschätzten Puccini-Klang mit der notwendigen Akzentuierung zu realisieren. Im zweiten Akt glänzt der von William Spaulding präzise einstudierte Chor mit klangmächtigem Sound. 

Aurelia Florians Magda hat stimmlich und figürlich die notwendige Bühnenpräsenz und kann ihrer Sopranpartie viele der erforderlichen bezaubernden Wirkungen abgewinnen. Ihr Zufallsbekannter, der zum Liebhaber wird, ist Charles Castronovo als Ruggero, sowohl von der Erscheinung wie der klaren, warm getönten Tenorstimme eine überzeugende Verkörperung der Rolle. Drumherum vor allem der sehr lebendige Sopran der Dienerin Lisette, von Alexandra Hutton dargestellt, und der Tenor ihres  Liebhabers, des  Dichters Prunier, mit komödiantischer Spielfreude umgesetzt von Alvaro Zambrano. Rambaldo, den gut betuchten Ex-Liebhaber der "Schwalbe" Magda, gibt der Bassist Stephen Bronk. Hinzu kommen Magdas Freundinnen, animierende Tänzerinnen im Ballsaal Bullier und ein dunkelhäutiger Haushofmeister im letzten Riviera-Akt. 

Insgesamt ist die Aufführung eine gelungene Wiederbelebung in Ergänzung des breiter bekannten Puccini-Mosaiks, was allerdings wenig daran ändern dürfte, dass diese Episode eher einen Platz in der zweiten Reihe behält. Das Publikum war angetan und spendete reichen Applaus ohne das obligate Buh-Konzert. 

http://roedigeronline.de
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