Deutsche Oper Berlin
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    Salome



    Bewertung und Kritik zu

    SALOME
    von Richard Strauss
    Regie: Claus Guth
    Premiere: 24. Januar 2016
    Deutsche Oper Berlin

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    Zum Inhalt: Als „Salomé“ von Oscar Wilde 1896 in Paris zum ersten Mal auf die Bühne kam, verbüßte der Autor in London eine Zuchthausstrafe wegen „grober Unsittlichkeit“. In Großbritannien und auch in den deutschsprachigen Ländern waren nur Privataufführungen des skandalumwitterten Stücks möglich. Eine solche besuchte Richard Strauss 1902 in Max Reinhardts „Kleinem Theater“ in Berlin. Ein Jahr später entschied er sich dazu, Wildes Text zur Grundlage eines Operneinakters zu machen. Die Uraufführung der SALOME 1905 in Dresden war ein durchschlagender Erfolg für den Komponisten. Er fordert darin das Genre heraus: Eine rauschhafte und liebestrunkene Musik kontrastiert das denkbar grässlichste, monströseste Geschehen.

    Musikalische Leitung: Jeffrey Tate 
    Inszenierung: Claus Guth
    Bühne, Kostüme: Muriel Gerstner
    Licht: Olaf Freese
    Choreografie: Sommer Ulrickson

    Dauer: 1 Stunden 45 Minuten / Keine Pause

    TRAILER


    WIR EMPFEHLEN

     
    Meinung der Presse zu „Salome“ - Deutsche Oper Berlin


    Die Welt

    ★☆☆☆☆

    Der Tagesspiegel
    ★★☆☆☆

    Süddeutsche Zeitung
    ★★★☆☆


    Berliner Zeitung
    ★★★★☆

    Zitty
    ★★☆☆☆

    tip
    ★★★☆☆

    2.6 von 5 Sterne
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    Claus Guths erste Regiearbeit an der Deutschen Oper Berlin kommt nicht gut an beim Publikum
    7 years ago
    Kritik
    ''

    Jochanaan, Gefangener am Hof ihres Stiefvaters, bietet Salome die Chance sich gegen ihren Stiefvater aufzulehnen. Entgegen den Verboten nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Jochanaan ist im Gegensatz zu vielen Inszenierungen von Anfang an auf der Bühne präsent, deutlich stößt er Salomes Werben zurück. Jochanaan fungiert in Guths Inszenierung zu Beginn als Anti-Vater, Salome sieht in ihm eine Erlöser- und Retterfigur. Nachdem Jochanaan Salome verstoßen hat, wird er auch zum Feind. Er bekommt dann den gleichen Anzug wie Herodes verpasst, und es ist oft nicht klar, gegen wen Salome gerade kämpft. Besonders im Tanz der Salome, den Guth als trockenen Slapstick ohne jeglichen Zauber inszeniert, verwischen sich die Grenzen. Das rauschhafte und liebestrunkene Moment in der Beziehung Salome/Jochanaan geht in Guths Versuchsanordnung zum großen Teil verloren.'' schreibt 

    Steffen Kühn am 25. Januar 2016 auf KULTURA-EXTRA

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    1 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik
    Fashion Week in Judäa
    7 years ago
    Kritik

    Dass Skandale ein Kunstwerk häufig keineswegs zerstören, sondern seinen Weg in eine breitere Öffentlichkeit eher befördern, ist an wenigen Werken so deutlich zu verfolgen wie an Richard Strauss' "Salome". Oscar Wilde hatte die literarische Vorlage 1891 in französischer Sprache verfaßt, die 1896 in Paris mit Sarah Bernhardt in der Titelrolle uraufgeführt worden war. Strauss war 1901 durch den Wiener Dichter Anton Lindner dazu angeregt worden, aus dem Bühnenstück ein Opernlibretto zu gestalten. Dafür zog der Komponist die deutsche Übersetzung von Hedwig Lachmann heran, nahm einige Kürzungen und Umstellungen vor, stützte sich aber weitgehend auf den Wortlaut von Wildes Theaterfassung. Das Werk wurde 1905 an der Dresdener Hofoper uraufgeführt. Gustav Mahler hatte die Oper eigentlich zeitgleich an der Wiener Staatsoper herausbringen wollen, was aber von der Zensur wegen "die Sittlichkeit beleidigender" Handlung abgelehnt wurde. Lasziv, zügellos und morbide sei nach zeitgenössischem Urteil insbesondere die Rolle der Salome,Tochter der Herodias, deren Verlangen nach sexueller Annäherung an Johannes den Täufer mit dessen Enthauptung endet. Salome lässt sich das Haupt des Predigers auf einer Silberschüssel präsentieren und küsst es auf die Lippen. Herodes befiehlt, sie zu töten.

    Die Neuinszenierung von Claus Guth mit dem Bühnenbild von Muriel Gerstner an der Deutschen Oper Berlin verzichtet gänzlich auf morgenländische Repliken, auf mildes Klima und Mondschein. Stattdessen spielen die ersten Szenen im Halbrund eines Innenhofes, der sich zur Not noch als Teil eines dahinter befindlichen Palastes deuten läßt. Mit dem Auftritt des Herrscherpaares Herodes und Herodias verwandelt sich die Szenerie dann allerdings durch das Aufziehen verschiedener Vorhänge in den Verkaufsraum eines Maßateliers für Herrenmode, in dem aufgereihte Sakkos und Krawatten das Bild bestimmen. Die Regie folgt vor allem der zeittypischen Maßgabe, dass auf der Bühne permanent etwas zu geschehen habe, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln. Das Quintett der streitenden Juden, die beiden Nazarener und die zwei Soldaten werden zu Angestellten des Modehauses. Jochanaan der Täufer muss nicht als Gefangener in einer Zisterne ausharren, sondern darf gleichfalls in modischer Herrenkleidung am szenischen Geschehen teilnehmen. Auch die im Text verankerte Silberschüssel als Präsentationsobjekt für das abgeschlagene Haupt des Jochanaan ist gestrichen. Stattdessen zieht Salome einer Kleiderpuppe den Kopf ab und führt mit ihm den fatalen Dialog über die Bitternis der Liebe. Aus dem "Tanz der sieben Schleier" wird der optisch durchaus reizvolle Auftritt von sechs Mädchen, die Salome im Kindes- und Jugendalter symbolisieren. Wenn der Reiz dieses Effekts verflogen ist, zerflattert die  Darstellung allerdings ohne zwingenden Kulminationspunkt. Die handelnden Personen verfallen abwechselnd in eine roboterhafte Starre, die sie wohl als fremdbestimmte Marionetten charakterisieren soll. Am Schluss schreitet Salome erhobenen Hauptes davon, der Tötungsbefehl des Herodes verhallt unbeachtet. 

    So rätselhaft und gewollt vieles an dieser Inszenierung bleibt, so offenkundig gelungen und mit Sorgfalt ausgeführt ist die musikalische Gestalt des revolutionären Strauss-Einakters. Allen voran die Titelheldin Salome, die in der Darstellung von Catherine Naglestad sowohl figürlich wie mit ihrem anfangs leichten, aber später metallisch kraftvollen Sopran die psychologischen Charakterbrüche der Prinzessin von Judäa glaubwürdig interpretiert. Jeanne-Michèle Charbonnet gibt der herrischen Frauenrolle der Herodias die nötige Kontur. Burkhard Ulrich als Tetrarch Herodes ist mit flexibler Stimme und hervorragender Textverständlichkeit eine ideale Verkörperung seines Parts. Am Pult des aufmerksamen, fein differenzierenden Orchesters der Deutschen Oper leitet Alain Antinoglu die Aufführung souverän und mit ausgeprägtem Sinn für die Reize der Strauss-Partitur. 

    Das Publikum dankt den Solisten und dem Orchester mit ausdauerndem Beifall, der sich erst beim Auftreten des Regieteams radikal ins Gegenteil verkehrt. Das Konzert der Buh-Rufe bildet einen herben Kontrast zum musikalischen Wohllaut dieser Premiere. 

    http://roedigeronline.de

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    0 von 1 Person(en) gefiel diese Kritik

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