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Bewertung und Kritik zu

HEART CHAMBER 
von Chaya Czernowin
Regie: Claus Guth 
Premiere: 15. Novermber 2019 
Deutsche Oper Berlin 

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Zum Inhalt: HEART CHAMBER nennt Chaya Czernowin ihr neuestes Musiktheater und zielt damit in mehrfacher Hinsicht ins Innerste. Sie stellt sich in die jahrhundertealte Tradition der Oper, die seit ihren allerersten Anfängen stets dem Herzen und seinen Erregungen den zentralen Platz einräumte. Eine „Erforschung der Liebe“ im 21. Jahrhundert nimmt sich Czernowin vor und begegnet dem romantischen Liebesbegriff mit Zweifeln und Destruktion, gleichwohl sie ihre Hoffnung doch auf eine Utopie der Liebe setzt. Im Zentrum von HEART CHAMBER steht eine sich entwickelnde Liebesbeziehung zweier Menschen und die Kräfte, die daraus hervorgehen: Sie pendeln zwischen Anziehung und Abstoßung, zwischen der Sehnsucht, miteinander zu verschmelzen, und dem Wunsch nach Unabhängigkeit. Chaya Czernowin schreibt eine Oper über die kleinsten und größten Momente in der Begegnung zweier Herzen: In HEART CHAMBER können ihre Regungen als fragile Klänge wie Figuren durch den Raum geschickt werden und den einzelnen Zuschauer zum intimen Zwiegespräch einladen. Oder sie verdichten sich zu voluminösen Wolken von Orchester und Elektronik, um sich dann im gewaltigen Klangrausch zu entladen.

Chaya Czernowins Uraufführungen im Musiktheater wurden stets als besondere Ereignisse gefeiert: Sowohl PNIMA … INS INNERE aus dem Jahr 2000 als auch 17 Jahre später INFINITE NOW zeichneten die Kritiker der Zeitschrift „Opernwelt“ als „Uraufführungen des Jahres“ aus. Ein kongenialer Partner war dabei mehrfach Regisseur Claus Guth, der nach PNIMA und ZAIDE/ADAMA, uraufgeführt bei den Salzburger Festspielen 2005, nun mit HEART CHAMBER zum dritten Mal ein neues Werk von Chaya Czernowin in Szene setzt.

Komposition und Text: Chaya Czernowin
Musikalische Leitung: Johannes Kalitzke
Inszenierung: Claus Guth
Bühne, Kostüme: Christian Schmidt
Licht: Urs Schönebaum
Video-Design: rocafilm
Dramaturgie: Yvonne Gebauer, Dorothea Hartmann

TRAILER


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Heart Chamber von Chaya Czernowin
  · 26.11.19
''Der relativ kurze Abend, ca. 1,5 h ohne Pause, bietet alles auf, was ein modernes Opernhaus heute liefern kann: Live-Elektronik, Videoprojektionen, Licht sowieso und die Bespielung der mächtigen Drehbühne. Eine Geschichte von Frau und Mann, die in eine Liebesbeziehung fallen. Zuerst ängstlich und verzaubert, später dann verschreckt und überrascht. Die Drehbühne auf der einen Seite mit dem Relikt einer Villa und riesiger Betontreppe. Eine Rasenfläche davor, bringt das Paar in die Natur zurück. Auf der anderen Seite riesige Videoprojektion, welche die Beiden durch eine Fußgängerzone begleiten. Das dreht sich und flunkert alles schnell hin und her, so dass die ersten zwanzig Minuten ganz unterhaltsam sind. (...)

Chaya Czernowin hat nach Pnima und Infinite now von 2016/17 zum dritten Mal mit Claus Guth und Christian Schmidt zusammengearbeitet. In der Uraufführung von Heart Chamber an der Deutschen Oper Berlin überwiegt die Inszenierung eindeutig die Musik. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, was passiert, wenn man der allzu dezenten Partitur den Vorrang lassen würde. Bei Heart Chamber ist less nicht wirklich more. Auf weiten Strecken fehlen die musikalische Dichte und die klangliche Intensität, auf welche man sich bei einer Oper freut. Schade für diesen ambitionierten Kompositionsauftrag der Deutschen Oper Berlin und der Ernst von Siemens Musikstiftung.'' schreibt Steffen Kühn am 25. November 2019 auf KULTURA-EXTRA
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Alles und nichts
  · 18.11.19
''Wenn man doch nicht so richtig reinkommt oder vom Hocker gehauen wird, liegt dass daran, dass Czernowins Fragment-Ästhetik, textlich wie musikalisch, eine zu willkommene Projektionsfläche für alles und nichts darstellt. Es wird Englisch gesungen, aber es ist schlechtes Englisch. Man tut, als sei die Beobachtung, dass die Liebe so ihre Tücken habe, eine brandneue Erkenntnis.

Bitter zu sehen (und zu sagen), dass endlich einmal ein Kompositionsauftrag an eine nicht unbedeutende Komponistin der Gegenwart vergeben wurde. Und dass diese hier mit den Schwergewichten Neuer Oper, die es in den vergangenen Jahren in Berlin gab (Widmann, Glanert, Rihm, Reimann etc.) nicht mithält, weil jene einfach viel weiter und anspruchsvoller ausgeholt hatten. Für mich ein Nümmerchen zu klein, das Ganze. Böser gesagt: Knapp über der Nachweisbarkeitsgrenze.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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Zueinander in Zeitlupe
  · 16.11.19
In gewisser Hinsicht haben Uraufführungen im Operngenre eine Sonderstellung: Es gibt keine Präzedenzfälle für das betreffende Werk, und so entfällt der Streit darüber, ob eine Neuinszenierung das aufgeführte Opus angemessen wiedergegeben oder im Grunde verfälscht habe. Freie Bahn also für "Heart Chamber", das "Musiktheater" von der 1957 in Haifa geborenen Autorin und Komponistin Chaya Czernowin, das sich laut Ankündigung mit den "Einzelheiten des Sich-Verliebens" beschäftigt, also mit einem Themenkreis, der in vielen Opern eine Rolle spielt.

Was auf der Bühne geschieht, ereignet sich gewissermaßen in Slow Motion. Die beiden Angelpunkte der 90minütigen Aufführung, eine Frau (Patrizia Ciofi) und ein Mann (Dietrich Henschel) sitzen eingangs statisch auf einem Schemel. Später zeigen sich noch ihre und seine innere Stimme (Noa Frenkel und Terry Wey). Weiter geht's mit Interjektionen der beiden Hauptpersonen und ausgiebigen Videoprojektionen. Die Projektionswand auf der Drehbühne setzt sich in Bewegung und gibt den Blick frei auf eine Terrasse mit daneben angesiedelter Treppe, die von Mann und Frau sowie weiteren Akteuren begangen wird, bald hinauf und bald hinab, alles in Slow Motion. Für die Ausstattung ist Christian Schmidt verantwortlich, die Inszenierung besorgte Claus Guth.

Nach knapp einer Stunde umarmen sich die beiden Protagonisten, nur um sofort wieder voreinander zu fliehen und kurzgefaßte Fragen und Mutmaßungen über einander zu äußern. Erst ganz zum Schluß, vor dem häuslichen Kamin, beendet ein hingehauchtes "I love you" der Frau den ungleichen Liebeslauf.

Instrumental wird ein erheblicher Aufwand getrieben, der aber keinen tieferen Eindruck hinterläßt. Im Orchestergraben wartet das Orchester der Deutschen Oper unter der Leitung von Johannes Kalitzke auf seine nicht sehr zahlreichen Einsätze. Rings im Saalrund sind Lautsprecher platziert, aus denen ein Rauschen und Knistern zu vernehmen ist- elektronische Klänge vom SWR Experimentalstudio. Rechts und links von der Bühne finden in Drahtkäfigen die Mitglieder des Ensemble Nikel Platz, und die erste Reihe der Ranglogen rechts und links ist von Mitglieder eines Vokalensembles besetzt. Patrizia Ciofi darf ihren herrlichen Sopran mehrfach kurz aufleuchten lassen. Mehr ist über den musikalischen Teil der Aufführung nicht zu berichten.

Lohn der umfangreichen Mühe sind achtungsvoller Applaus und ein einzelner Buhruf.

Ohne Zweifel liegen Welten zwischen dem, was Richard Strauss oder noch Hans Werner Henze ihrem Publikum zu sagen hatten, und der Diktionsweise dieser Aufführung. Unmittelbare emotionale Akzeptanz wird nicht mehr angestrebt. Stattdessen wird kalkulierende Distanz vom Publikum erwartet und eine nicht enden wollende Geduld in der intellektuellen Analyse des Bühnengeschehens, das in wechselnde Klanginstallationen von beträchtlicher, aber wieder eher distanzierender Raffinesse eingebettet wird. Dass es gelingen sollte, unsere Musiktempel in Zukunft auf diese Weise zu füllen, ist aber eher unwahrscheinlich.

Horst Rödiger
https://roedigeronline.de
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