Stage Musicals

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Bewertung und Kritik zu

LES CONTES D'HOFFMANN
von Jacques Offenbach
Regie: Laurent Pelly 
Premiere: 1. Dezember 2018 
Deutsche Oper Berlin 

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Zum Inhalt: Die Muse entsteigt einem Fass. Und zwar einem Weinfass, wovon der Dichter Hoffmann in Offenbachs letzter Oper ein Lied singen kann. Aus verhängnisvollem Rausch spinnt er drei Geschichten über seine unglückliche Liebe: zur verpuppten Künstlerin Olympia, dem jungen Mädchen Antonia und der Kurtisane Giulietta. Drei Frauen – oder ist es am Ende doch bloß eine? Stella, der Stern am Opernhimmel, die als Donna Anna auf der Bühne Erfolge feiert, während der mittlerweile völlig zerstörte Hoffmann bei Lutter & Wegner im Suff ertrinkt. In LES CONTES D’HOFFMANN schlug Jacques Offenbach, der unumstrittene König der opéra bouffe, auf unverwechselbare Weise ernste Töne an. Die geschickt zur Opernhandlung verwobenen Erzählungen E.T.A. Hoffmanns bilden ein Panoptikum ästhetischer Belange und spiegeln bald grotesk, bald tragisch Glanz und Elend der Welt der Kunst und ihrer Protagonisten.

Der französische Theaterdirektor, Opernregisseur und Kostümbildner Laurent Pelly bringt seine internationale Erfolgsproduktion nach Berlin. Düster verspielt, in fantasievollen Bühnenwelten und bewegten Chorbildern malt diese Inszenierung das Abgleiten des Dichters Hoffmann in Wahn und Rausch detail- getreu aus. Am Pult steht Enrique Mazzola, der dem Publikum der Deutschen Oper Berlin bereits als herausragender Interpret des französischen Repertoires bekannt ist.

Musikalische Leitung: Enrique Mazzola
Inszenierung, Kostüme: Laurent Pelly
Bühne: Chantal Thomas
Librettoversion und Dialoge: Agathe Mélinand
Licht: Joël Adam

TRAILER



 
Meinung der Presse zu „Les Contes d'Hoffmann“

Deutsche Oper Berlin


Der Tagesspiegel

★★★★★

Süddeutsche Zeitung
★★★☆☆
 


Berliner Zeitung
★★★★☆

Zitty
★★★★☆


tip
★★★★★

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4.4/5 Insgesamt 8 Bewertungen (3 mit Rezension)
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Großartige Stimmen
  · 03.12.18
''Alex Esposito in den vier Schurkenrollen ist ein schwarzgewichster, gelegentlich knarziger Bass-Bariton, der sich phantastisch entwickelt hat. Besser als jemals: Jörg Schörner als Spalanzani, nicht nur weil aussieht wie Gene Wilder in "Frankenstein Junior". Einzige, leichte Schwachstelle: Daniel Johansson in der Titelrolle (allerdings von der Regie vernachlässigt). Er singt zu heldisch – und ist parallel tatsächlich als Lohengrin angekündigt.

Passt allerdings zum großformatigen Dirigat von Enrique Mazzola. Er verweigert die Opéra-comique, um gänzlich auf Grand-opéra zu setzen. Das mag den Größenverhältnissen des Hauses entsprechen, ist aber trotzdem falsch. Führt anfangs zu schleppenden Tempi, im Gestus zu feierlich.

Dennoch: Ein Überraschungserfolg, der eigentlich nicht verwundern müsste. Die Inszenierung gehört zu den erfolgreichsten Reise-Produktionen der letzten 50 Jahre. Der Regisseur mit Team war da und hat nachgefrischt. Es ist: Opernmuseum – der Moderne.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
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Musenfalle
  · 02.12.18
''Die Aufführung dauert 4 Stunden, und sie fußt auf einer bis dahin nicht allzu oft gespielten "Langfassung", in der - was ohrenscheinlich und daher auch überraschend ist - zig Nummern neu erfahrbar sind, die man bis da noch nie gehört zu haben meinte; und obgleich ich wieder mal Dapertuttos düster-schöne Spiegelarie sehnsüchtig vermisste... (...)

Daniel Johansson / Irene Roberts taten dieses künstlerische Siamesenhaftigsein zwischen der Muse und dem Künstler zwangsläufig veranschaulichen. Die drei Kunstfiguren (aus und in dem Hoffmannhirn) waren mit Sopranistin Cristina Pasaroiu gestalterisch und selbstverständlich auch gesanglich toppbesetzt!!! Alex Esposito verkörperte den Teufel, welcher (v.a. als Coppéllius, als Miracle, als Dapertutto) im Künstler wühlt und wühlt und wühlt, um ihn letztendlich - und in böser Absicht - von der "wahren Liebe" abzuhalten. Enrique Mazzola war ein Ideal-Garant dafür, dass kraft seines umsichtig-passgenauen Kapitänsgsgeschicks der hochgrandios besetzte Hoffmann-Dampfer wetterunabhängig bis ans Ziel geriet - Chor & Orchester der Deutschen Oper Berlin überboten sich da gegenseitig mit schier ausgleichender Urgewalt. Superb.'' schreibt Andre Sokolowski am 2. Dezember 2018 auf KULTURA-EXTRA
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Fiktion und Wirklichkeit
  · 02.12.18
Der „Hoffmann“ ist Offenbachs letztes Werk, eine Frucht der späten Jahre, geprägt von dem dringenden Wunsch, endlich eine „grosse Oper“ nach Art von Gounod zu schreiben, wie Offenbach sie in seinen frühen Erfolgsoperetten eher persifliert hatte. Da das Opus unvollendet blieb, haben sich seit der Uraufführung 1881 in Paris  zahlreiche Revisoren und Vollender daran versucht, um das Werk für Aufführungen zu optimieren. Die nun in der Deutschen Oper Berlin gezeigte Version ist eine fünfaktige Langfassung, noch dazu das Ergebnis einer kooperativen Kettenreaktion, in die nicht weniger als vier Opernhäuser mit Weltgeltung eingebunden waren. Leider erfährt man von diesem Schaffensprozeß im Programmheft lediglich, dass die Erst-Premiere 2005 in Lyon stattgefunden hat. 

Schauplatz der Handlung ist zunächst die Berliner Kneipe von Lutter & Wegner. Den Kneipier Maître Lutter gibt Tobias Kehrer mit blütenweißer Schürze, diensteifrig die Rampe entlang laufend.  Der Dichter Hoffmann (Daniel Johansson), vom Alkoholdunst beflügelt, schildert den Gästen die Geschichte seiner Amouren. Seine Muse (Irene Roberts), die ihn in Gestalt seines Freundes Nicklausse durch sein ganzes Liebesleben begleitet, will ihn vom Bild der Sängerin Stella, in die er unglücklich verliebt ist, lösen und für die Kunst zurückgewinnen. 

Vier Frauen sind’s, denen Hoffmann nacheinander verfällt, und alle vier stellt die Sopranistin Cristina Pasaroiu mit souveräner Perfektion dar, und ihr gelingt es auch, den vier Charakteren unterschiedliche Wesenszüge zu geben. Ihre Stimme ist mit Strahlkraft und Leidenschaft ein Glücksfall für die Besetzung der Frauenrollen, die anderswo auch schon mal von vier verschiedenen Sängerinnen übernommen werden, wobei die hier gewählte Besetzungslösung der dramaturgischen Logik zugute kommt. 

Das Gegengewicht zur Emphase der Liebenden ist der Geist des Bösen. Hier nennt er sich Lindorf, Coppélius, Doktor Miracle und Dapertutto, und stets vereitelt er die Erfüllung von Hoffmanns Liebessehnsucht. Alex Esposito singt diese Partie mit dunklem Bass und der nötigen unterschwelligen Dämonie. 

Im Mittelpunkt der ersten Liebes-Episode steht Olympia, die Tochter des Physikers Spalanzani (Jörg Schörner). Ihr Auftritt wird zum frühen Höhepunkt des ganzen Abends: von einem nahezu unsichtbaren Kamerakran getragen, kann Cristina Pasaroiu die anspruchsvollen Koloraturen ihrer Partie kristallklar und dem Auf und Ab der Musik folgend ins Publikum schicken, das ihre Bravourarie mit begeistertem Szenenapplaus honoriert. Gleichwohl erweist sich Hoffmanns Geliebte Olympia unter dem höhnischen Gelächter der Menge später als Automatenpuppe. 

Hoffmanns zweite Liebe, um Stella zu vergessen, ist Antonia, die infolge einer geheimnisvollen Krankheit nicht singen darf, obwohl ihre ganze Hingabe neben Hoffmann vor allem dem Gesang gilt. Ihr Vater Crespel (James Platt) geht aus dem Haus, und der teuflische Doktor Miracle nutzt diese Chance und stachelt Antonias Ehrgeiz an, bis sie sich trotz aller Warnungen buchstäblich zu Tode singt. 

Der vierte Akt spielt in Venedig und zelebriert die berühmte Barcarole. Zwar wartet das Bühnenbild nicht mit veritablen Gondeln auf, aber stattdessen gibt es zwischen Vorhängen anmutig kreisende lindgrüne Boudoirmöbel, auf denen sich dekorativ sitzen und singen läßt. Hoffmanns Leidenschaft ist diesmal auf die Kurtisane Giulietta gerichtet. Der niederträchtige Dapertutto hat sie mit dem Geschenk eines Diamanten dazu bewegt, Hoffmann sein Spiegelbild zu rauben. Die berühmte Spiegelarie des bösen Intriganten klingt diesmal irgendwie anders - es muß wohl mehrere Versionen davon geben. Hoffmann tötet den Konkurrenten Schlemihl (Byung Gil Kim), überläßt Giulietta sein Spiegelbild und ersticht sie am Ende mit dem Degen des abgefeimten Dapertutto, als sie ihn wegen des Schlemihl-Mordes an die Häscher verrät. 

Schließlich führt der fünfte Akt wieder zu Lutter & Wegner. Hoffmann ist nun vollends berauscht und will auch nichts mehr von Stella wissen, die nach ihrem Erfolg als Donna Anna in „Don Giovanni“ von der Bühne zurückkehrt. Die Muse verspricht Hoffmann Trost in der Kunst - nach allem Bisherigen eine eher vage Hoffnung.

Die Inszenierung von Laurent Pelly im sehr abwechslungsreichen und beweglichen Bühnenbild von Chantal Thomas leuchtet die Aspekte der verschiedenen Persönlichkeitsbilder sehr überzeugend aus. Die Solistenrollen sind sämtlich gut besetzt und geben der Handlung die nötige Farbe. Jeremy Bines hat seine Chöre genau instruiert, und Enrique Mazzola am Pult erreicht eine ausgewogene Harmonie mit dem aufmerksamen Orchester der Deutschen Oper. Viel Beifall am Ende eines ausgedehnten Premierenabends, der das Publikum kurz vor Mitternacht entläßt. 

Horst Rödiger

artoscript
http://roedigeronline.de
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3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 40
4 100+
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2 53
1 20
Kritiken: 68

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