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Bewertung und Kritik zu

HAMLET
von William Shakespeare" >William Shakespeare
Regie: Leander Haußmann
Premiere: 23. November 2013
Berliner Ensemble
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Zum Inhalt: Hamlet, der handlungsunfähige Zauderer, der Melancholiker, der Denker, der resignierend vor dem unlösbaren Dilemma aus Erkenntnis und Entscheidung steht? Nicht nur die Welt ist aus den Fugen, auch im Staate Dänemark ist einiges faul. Der alte König ist tot. Sein Sohn, der junge Dänenprinz Hamlet, taumelt, ist in sich selbst gefangen und scheint traumatisiert von der allzu schnellen Hochzeit seiner Mutter mit dem potenziellen Vatermörder und neuen Herrscher Claudius. Hamlets Vater erscheint ihm als Geist und klärt ihn über die wahren Umstände seines Todes auf und fordert Genugtuung. Hamlet gehorcht seinem Vater, schwört Rache, zaudert zunächst und wird dann doch zum Täter. Seine Rache ist rein privater Natur und folgt keiner politischen Logik. Wie ein Amokläufer tauscht er das Wort gegen das Schwert und setzt ein blutiges, mörderisches Spiel in Gang, dem sich keiner in Helsingör entziehen kann.

Mit: Roman Kaminski (Claudius, König von Dänemark), Traute Hoess (Gertrude, Königin von Dänemark und Hamlets Mutter), Christopher Nell (Hamlet, Sohn des vorigen, Neffe des gegenwärtigen Königs), Norbert Stöß (Polonius, Oberkämmerer), Anna Graenzer (Ophelia, Tochter des Polonius), Felix Tittel (Laertes, Sohn des Polonius), Luca Schaub (Horatio, Hamlets Freund), Stephan Baumecker (Rosenkranz/Marcellus), Georgios Tsivanoglou (Güldenstern/Bernardo), Boris Jacoby (Francisco/Voltimandcornelius/Fortinbras/Dritter Totengräber), Joachim Nimtz (Geist von Hamlets Vater/Erster Schauspieler/Zweiter Totengräber), Peter Luppa (Yorick, Narr von Hamlets Vater/Zweiter Schauspieler), Martin Seifert (Erster Totengräber), Johanna Griebel (Doppelbesetzung Ophelia)

Regie: Leander Haußmann
Bühne: Johannes Schütz
Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
Komposition: Apples In Space
Dramaturgie: Steffen Sünkel
Licht: Ulrich Eh
Kämpfe: Rainer Werner

Dauer: 3h 30 Min (eine Pause)

 
Meinung der Presse zu „Hamlet“ - Berliner Ensemble


rbb
★★★☆☆

taz
★★★★☆

Berliner Zeitung
★★★★☆


Der Tagesspiegel
★★★★☆

Die Welt
★★★★☆

Zitty
★★★★☆

tip
★★★★☆


WIR EMPFEHLEN

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0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Hamlet
  · 04.10.16
Sinnbildlich für die Inszenierung stehen die ersten gefühlt zwanzig Minuten, in denen das Ensemble ständig von einem Bein auf das andere tritt und den Text aus Heiner Müllers Shakespeare-Übersetzung deklamiert. Die ersten beiden Stunden kommen nicht vom Fleck. Dementsprechend bleiben viele Plätze nach der Pause leer.
So zaudernd wie Hamlet ist die gesamte Inszenierung. Lars Eidinger (in Thomas Ostermeiers Schaubühnen-Inszenierung) und Christopher Nell (bei Leander Haußmann am Berliner Ensemble) haben demonstriert, was man aus dieser Titelrolle machen könnte. Auch in Peter Miklusz, der nach zwei Spielzeiten an Peymanns BE nach Köln wechselte, würde das Potenzial für einen tollen Hamlet stecken, wenn man ihn denn während der kompletten drei Stunden und nicht erst in den letzten zehn Minuten Theater spielen ließe. Weiterlesen
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als schaubühnengroupie, das dort schon viermal ostermeiers "hamlet" mit lars eidinger gesehen hat, ist es natürlich gewagt, ins berliner ensemble zu stiefeln. ich bin aber neugierig genug und durchaus offen für andere interpretationen, habe hier aber schon nach 15 minuten mein inneres kulturtheatertürchen geschlossen und angestrengt auf die pause gewartet (die allerdings erst nach zweieinhalb stunden kommt. da ist in der schaubühne schon fast alles auf hinreißendste gesagt und getan, was man nur sagen kann zu dieser weltberühmten vorlage).
haußmanns hamlet ist mit christopher nell als protagonist (sonst eine putzige tinkerbell in "peter pan") ein blasser fahriger abklatsch, ein bürschchen, dem man nicht viel sympathie abgewinnen kann. größenwahnsinnig, klar, aber dabei hektisch, albern, überheblich, möchtegern. die hauptfigur schafft es nur in schüben auch den hauptplatz auf den brettern einzunehmen. dann müssen aber auch schon eingeweide verteilt werden (oder ein gehirn geworfen), blut spritzt literweise, zuschauer werden "bedroht" und angefasst mit kunstblutverschmierten händen. das sollte irgendwie an tarantino erinnern. da kann ich nur lachen.
irgendwann wird man müde vom regie-muff. der einzige verstaubte regie-kniff ist die ewig im kreis rotierende bühne (nicht nur linksrum, auch rechtsrum!), die dynamik in die handlung bringen soll (nur das diese sich schon in den steifen texten aufgehängt hat). als symbolfiguren "schwarz und weiß" stolziert das berlin-duo "apples in space" mit haußmann-poeten-sohn phil und einer norwegischen julie durch die pappkulissen. mit engelsflügeln, schifferklavier und leierigen singer-song-writer-"lalas" nervt das musikalische minikonzept irgendwann aber nur noch mit den wehleidigen liedchen und zieht energie aus der satten thematik. aber satt ist ja hier gar nichts.
und dann drehte sich wieder die bühne. und die weißen pappkulissen wackelten...
geschockt war ich von der besetzung des königspaares, hamlets mutter "gertrude" ist eine tranige alte dame, die zwar herz zeigt aber wenig leidenschaft und komplett überfordert ist vom söhnchen.
der "oheim", der onkel und hamletvatermörder, ist mit roman kaminski unterirdisch besetzt. ein fast schon uralter könig im schwarzweißen anzug. kaminski nuschelt den text in einer rekordgeschwindigkeit runter, die vermutlich total professionell oder senior-elegant wirken soll, aber komplett verhindert in den text einzusteigen. das gelingt eh fast nie. die sätzen werden oft nur doziert oder aufgesagt. die figuren kommunizieren nur höflich interessiert miteinander. die doch so wichtigen nebenrollen sind entweder albern oder blass besetzt. nur ophelia reißt es mit ihrem charme und ihrer niedlichen verzweiflung etwas raus (warum sie aber so an diesem dänenprinz hängt bleibt ein rätsel). hamlets vater, der erstmal nackt erscheint und dann zum bleichen geist mutiert, kommt zumindest vital daher, so lange er noch leben darf.
haussmanns version ist zu einer provinziellen shakespeare-flachnummer geworden, die nur staub aufwirbelt statt uns mitzureißen.
die flucht vor der ermüdenden regiemeisterleistung gelingt zur pause (der shakespeare-schinken zieht sich dann noch bis auf 3 stunden 30 minuten.) vorher muss man erstmal die knie und beine wiederbeleben, auch der "sitzkomfort" im berliner ensemble ist eine echte prüfung.
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