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Bewertung und Kritik zu

GLAUBE UND HEIMAT
von Karl Schönherr
Regie: Michael Thalheimer 
Premiere: 5. Dezember 2016 
Berliner Ensemble 

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Zum Inhalt: Von einer autoritären Regierung in einer Hetzjagd gebrandmarkt, werden Menschen vor die grausame Wahl gestellt, ihre Glaubensfreiheit oder ihr Zuhause aufzugeben. Für die Familie Rott eine unmenschliche Zerreißprobe. Großvater und Sohn leben ihren Glauben im Verborgenen. Nun geht es auf einmal um nichts weniger als um die existenzielle Beziehung jedes Familienmitglieds zur Welt. Welche Bindung ist die (über-)lebenswichtigste: diejenige an Menschen, an Räume, an Dinge, an Werte oder Überzeugungen?

Schönherrs Volkstück über die Vertreibung österreichischer Protestanten durch die Katholiken 1837 erinnert an die Gewalt, die Christen erfuhren – durch Christen mitten in Europa.

Regie: Michael Thalheimer
Bühne/Kostüme: Nehle Balkhausen
Musik: Bert Wrede
Licht: Ulrich Eh
Dramaturgie: Sibylle Baschung


 
Meinung der Presse zu „Glaube und Heimat“ - Berliner Ensemble


FAZ
★★☆☆☆

rbb
★★★☆☆

Berliner Zeitung
★☆☆☆☆


Die Welt
★★★★★

tip
★★☆☆☆

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Historien-Melodram als solide Thalheimer-Inszenierung
  · 05.12.19
Karl Schönherrs historisches Bergdorf-Melodram aus dem Jahr 1910 über eine Dorfbevölkerung im Zillertal, die von der katholischen Gegenreformation gezwungen wird, sich zwischen dem Bekenntnis zu ihrem protestantischen Glauben und ihrer Heimat zu entscheiden, wird aus guten Gründen heute nur noch selten gespielt: Zu kitschig und pathetisch wirkt der versöhnliche Schluss, wenn der Reiter des Kaisers sein Unrecht einsieht. Als Historiendrama ist „Glaube und Heimat“ zu eindimensional, als Parabel auf Flucht, Vertreibung, ethnische und religiöse Säuberungen zu plakativ.

Der Hausregisseur des Berliner Ensembles holte das alte Stück wohl vor allem deshalb aus dem Regal, da die Gewissensbisse der Bauern und das Aufeinanderprallen von Obrigkeit und geknechtetet Bevölkerung gut zu Thalheimers kraftvoll wummerndem Theater passt. Sehr routiniert und grundsolide spult er in publikumsfreundlichen 100 Minuten sein Repertoire ab: wie vom Intendanten Oliver Reese bestellt, so wird es hier auch geliefert. Ein handwerklich tadelloser, aber auch sehr erwartbarer Theaterabend, wenn man schon die eine oder andere Thalheimer-Inszenierung gesehen hat.

Ausführliche Kritik mit Bildern
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1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Ohne Zwischentöne
  · 06.12.19
''Andreas Döhler gibt Christoph Rott mit nervösen Ticks, schweißnass, die Finger am Hemd nestelnd, zwischen Gewissen und Familie zerrissen. Ingo Hülsmann ist der sadistische, unerbitterliche Reiter, der Leute niedersticht als würde er Unkraut ausrupfen. Allesamt außergewöhnliche Schauspieler, die hier aber ganz ohne Zwischentöne in die Vollen gehen.

Ein bombastisches, überartikuliertes Überwältigungstheater mit heldenhaftem Ende, das einem manches Mal die Tränenrührung aufzwingt – etwa, wenn der kleine Sohn, der Wildfang, der sich an keine Obrigkeitsregeln hält, plötzlich tot im Arm der Mutter liegt. Thalheimer inszeniert, ja zelebriert das sichtbare Leid der Familie, statt deren innere Gewissenskämpfe auszuleuchten. Doch dafür hätte es wohl ein anderes Stück gebraucht.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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Melodramatisches Schollendrama mit Hang zu emotionalem Pathosfuror
  · 08.12.19
''Wir sind an Brechts alter Wirkungsstätte, dem Berliner Ensemble. Also beste Voraussetzungen, möchte man meinen. Der Regisseur heißt Michael Thalheimer, ein Garant für machtvolle Überwältigungsdramaturgie, bei der es zumeist blutig brüllt und düster wummert. Bert Wredes Sound gibt auch hier den Ton an. Er tat es schon, als 2001 Martin Kušej am Wiener Burgtheater Schönherrs Stück wieder ausgrub, in den Dauerregenmatsch stellte und damit prompt zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Am BE nun ist es fast erwartungsgemäß ebenfalls recht düster. Ein quaderförmiger, mit Metallplatten verkleideter Monolith ragt in den Bühnenhimmel. Davor spielen sich die nur sparsam durch seitliches Schlaglicht beleuchteten Szenen von Schönherrs Dreiakter ab. Der Autor hat den letzten erzwungenen Walkout der Tiroler Protestanten von 1837, der ihm Inspiration für das Stück war, in die Zeit der Gegenreformation gegen Ende des 17. Jahrhunderts verlegt. Das kommt noch wesentlich archaischer daher und hat mit den Verdikten des erzkatholischen Kaisers Ferdinand II. zur Austreibung der ketzerischen Falschgläubigen wesentlich mehr dramatisches Potential. Ein finsteres Stück aus abgelegenen Zillertaler Bergschluchten. Genauso wird es von Thalheimer auch inszeniert.'' schreibt Stefan Bock am 7. Dezember 2019 auf KULTURA-EXTRA
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