Mütter und Söhne

Bewertung und Kritik zu

MÜTTER UND SÖHNE
von Karen Breece
Regie: Karen Breece
Premiere: 20. September 2019 
Berliner Ensemble 

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Zum Inhalt: Warum radikalisieren sich junge Menschen? In Deutschland, aber auch weltweit, schüren die neue und die alte Rechte erneut Hass gegen Minderheiten und Fremde, predigen Gewalt und reden einer toxischen, kriegerischen Männlichkeit das Wort. Wer sind diese jungen Menschen und was wollen sie? Wird ihre Radikalisierung durch bestimmte familiäre Konstellationen begünstigt? Welche Rolle spielen die Mütter dabei, und welche die Väter? Wie gehen Mütter mit der Radikalisierung ihrer Kinder um?

Die für ihre Arbeit typische intensive Recherche wird Karen Breece zu neuen und alten Rechten führen, zu Neonazi-Aussteigerinnen und -Aussteigern  und ihren Familien sowie u.a. zu  Menschen, die sich in Aussteigewilligen-Programmen engagieren; genauso aber auch zu Familien, die Opfer rechter Gewalt wurden.

Regie: Karen Breece
Bühne: Eva Veronica Born
Kostüme: Teresa Vergho
Licht: Steffen Heinke
Künstlerische Beratung: Clara Topic-Matutin


 
Meinung der Presse zu „Mütter und Söhne“ - Berliner Ensemble


FAZ
★☆☆☆☆

rbb
★★☆☆☆

Berliner Zeitung
★★☆☆☆


Tagesspiegel
★☆☆☆☆

Die Welt
★☆☆☆☆

Zitty
★★★☆☆

tip
★★☆☆☆

DurchschnittsnoteSchreibe eine Kritik
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Aufforderung zur Mitgestaltung und Stellungnahme
  · 23.09.19
''Häufig geht bei Doku-Abenden dieser Art, mit Interviews und Einzelschicksalen, das Spielerische und Dialogische verloren. Breece versucht jedoch immer wieder, Spielsituationen herzustellen und Spannung aufzubauen.

Bei dieser ersten Inszenierung im "Neuen Haus" des Berliner Ensemble sitzen die Spieler zwar erst einmal in einer riesigen Ansammlung von leeren Stühlen, die kreisförmig auf der Bühne stehen und erzählen – das Augenmerkt liegt also auf dem gesprochenen Wort. Doch wenn Corinna Kirchhoff später von der Gewalt ihres Sohnes erzählt, reißt Oliver Kraushaar Dutzende von diesen Stühlen um und geht bedrohlich auf sie los. Am Ende werden die Zuschauer auf die Bühne gebeten, um den Berg an Stühlen wieder aufzubauen, die Plätze zu besetzen – ein symbolischer Akt von Mitgestaltung und Stellungnahme in der Gesellschaft.'' schreibt

Barbara Behrendt auf rbbKultur
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Doku-Theater mit Schreiduellen statt Tiefgang
  · 20.09.19
Die US-amerikanische Regisseurin Karen Beece machte sich in ihrem mehrfach erprobten Stil an die Dokumentar-Theater-Arbeit und führte Interviews mit Neonazis, Identitären, Aussteigern, dem Verein Gegen das Vergessen – Für Demokratie e.V. sowie mehreren Antifa-Gruppen. Leider gelang es ihr nicht, die O-Töne zu einem interessanten Theaterabend zu verdichten. Vieles wird angerissen, der Abend bleibt jedoch stets an der Oberfläche und liefert keine Erklärungsansätze.

Den fehlenden inhaltlichen Tiefgang können die fünf Spieler*innen Laura Balzer, Nico Holonics, Bettina Hoppe, Corinna Kirchhoff und Oliver Kraushaar durch Schreiduelle nicht kompensieren. Kirchhoff gibt mehrmals die verzweifelte Mutter, die ratlos vor den Gewaltausbrüchen und Morddrohungen ihres Sohnes (Holonics) kapituliert und von ihm über die Drehbühne gehetzt wird, die mit vielen umgeworfenen Stühlen übersät ist. Statt der erhofften emotionalen Eindringlichkeit wirken diese Szenen oft nur unfreiwillig komisch und banal wie eine Soap, zudem fallen viele Texthänger unangenehm auf.

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