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Bewertung und Kritik zu

KRIEGSBEUTE
von Burhan Qurbani und Martin Behnke
Regie: Laura Linnenbaum
Premiere: 22. Februar 2019 
Berliner Ensemble 

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Zum Inhalt: Es ist was faul in der Villa Berg. Friedrich Bloch, sonst bekannt als knallharter Geschäftsmann und grausamer Kopf eines großen Waffenkonzerns, wird plötzlich von einer zerstörerischen Barmherzigkeit ereilt, die den so solventen Familienkonzern in Schräglage versetzt. Beinahe über Nacht macht er das Charity-Progamm seines Unternehmens zur bestfinanziertesten Sparte des ganzen Konzerns und auch privat lässt sich der Alte nicht lumpen: Die Obdachlosen der Stadt finden fortan in seiner Prunkvilla eine heimelige Schlafstätte, guten Wein und den ein oder anderen Wertgegenstand zum Verhökern. Ist der Alte Fritz dement geworden? Oder handelt es sich um einen Ablasshandel, den er noch schnell, bevor er das zeitliche segnet, mit seinem Schöpfer ersonnen hat? Die spontane Freigiebigkeit des Familienoberhaupts ruft dessen Kinder auf den Plan. Alte Wunden brechen auf, neue werden zugefügt und was in Kindertagen ein „Haus des Friedens“ war, ist schon bald gezeichnet von einem handfesten Familienkrieg.

Im Umfeld der deutschen Waffenindustrie erzählt „Kriegsbeute“ eine bitterböse Familienkomödie über Verdrängung und Lebenslügen, Schuld und Moral und um die Frage nach dem Wert des Menschen innerhalb eines vom wirtschaftlichen Profit bestimmten Systems.

Regie: Laura Linnenbaum
Bühne: Valentin Baumeister
Kostüme: Michaela Kratzer
Musik: Lothar Müller
Licht: Ulrich Eh
Videodesign: Bahadir Hamdemir
Dramaturgie: Johanna Vater


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Geläuterter Kanonen-Clan
  · 23.02.19
''Das Alles wird dann fast zwei Stunden lang - und sehr, sehr, sehr vergnüglich - herunter gesprochen und herunter gespielt; dieses Herunter meint dann auch das wirklich tolle Bühnenbild von Valentin Baumeister, der einen wie die Innenwand einer auf ihrer Spitze stehenden Pyramide aussehenden steingefliesten Fußboden kreierte, wo die Schwerkräfte halt dann nach unten Richtung Gulideckel fliehen... 

Und am allerbesten schienen mir die gut gemachten Video-Einsprengsel zu sein; das eine zeigte Judith Engel, die als Milliardärsgattin kurz vor dem eignen Krebstod noch ein Interview der Filmerin Bettina Hoppe (unsichtbar) gewährte, wunderschön und riesengroß zu sehen war. Das andere tat den dreifachen Firmenvorstand, der von Sascha Nathan dreifach witzig vorgemimt wurde, als Großleinwandskype simulieren. Und auch Gerrit Jansen (als Johannes) sowie Owen Peter Read (als Zwillinge) vermochten gut zu unterhalten.'' schreibt Andre Sokolowski am 23. Februar 2019 auf KULTURA-EXTRA
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