Bewertung und Kritik zu
3 SCHWESTERN. – Schauspielhaus Zürich
Premiere: 17. Januar 2026 (Uraufführung)
Von: Barbi Marković
Deutsches Theater ATT: 6. Juni 2026
Künstlerisches Team
Inszenierung: Christina Bona, Maria Tscharyiski
Bühne: Michael Simon
Kostüme: Miriam Draxl
Musik: Cornelia Pazmandi
Video: Judith Selenko
Licht: Christoph Kunz
Dramaturgie: Rebecca Ajnwojner
Mitarbeit Text: Olja Alvir
Ensemble
- Lena Urzendowsky
- Verena Jost
- Sabine Waibel
- Karin Pfammatter
Über die Inszenierung
„3 Schwestern.“ ist Barbi Marković’ eigenständige, zeitgenössische Auseinandersetzung mit Tschechows Motivik, die das klassische Familiengefüge in eine heutige, urbane Wirklichkeit überträgt. Die Inszenierung von Christina Bona und Maria Tscharyiski arbeitet mit starken visuellen Setzungen, rhythmischen Szenenwechseln und einer präzisen Figurenführung.
Michael Simons Bühne schafft einen wandelbaren, fragmentierten Raum, der zwischen Privatheit und öffentlicher Überforderung oszilliert. Miriam Draxls Kostüme unterstreichen die individuellen Brüche und Sehnsüchte der Figuren. Die Musik von Cornelia Pazmandi und die Videoarbeiten von Judith Selenko erweitern die Inszenierung um atmosphärische Ebenen, die emotionale und soziale Spannungen sichtbar machen.
Besondere Aspekte dieser Produktion
- eine zeitgenössische, eigenständige Neuinterpretation des Drei‑Schwestern‑Motivs
- eine starke visuelle und musikalische Gestaltung
- ein Ensemble, das mit hoher Präzision und emotionaler Klarheit spielt
- eine Inszenierung, die familiäre Dynamiken und gesellschaftliche Erwartungen spiegelt
- eine Uraufführung, die klassische Stoffe in die Gegenwart überführt
Die Produktion zeigt, wie vertraute Motive in neuer Form aufscheinen können – zwischen Ironie, Melancholie und scharfem Gegenwartsblick.

