Premiere: 5. Juni 2026, Kammerspiele UA: 16. Mai 2026, Ruhrfestspiele Recklinghausen Ein Projekt von: Jan-Christoph Gockel
Künstlerisches Team
Regie: Jan-Christoph Gockel Bühne und Kostüme: Julia Kurzweg Dokumentarfilm, Video, Kamera: Lion Bischof Musik: Anton Berman Licht: Marco Scherle Recherche: Serge Okunev Dramaturgie: Daniel Richter
Besetzung
Julia Gräfner
Wolfram Koch
Anton Berman – Live-Musiker
Über die Inszenierung
„Polaris“ ist ein dokumentarisch-performatives Projekt, das sich mit Klimawandel, globalen Zusammenhängen und persönlichen Perspektiven auf Veränderung auseinandersetzt. Jan-Christoph Gockel verbindet Schauspiel, Live-Musik und dokumentarisches Material zu einem vielschichtigen Abend, der zwischen persönlicher Erzählung und globaler Analyse pendelt.
Die Bühne und Kostüme von Julia Kurzweg schaffen einen wandelbaren Raum, der zwischen Forschungsstation, Erinnerungslandschaft und abstrakter Projektionsfläche wechselt. Die Video- und Kameraarbeit von Lion Bischof bildet das dokumentarische Rückgrat der Inszenierung und erweitert die Live-Situation um reale Schauplätze und Recherchematerial.
Musiker Anton Berman begleitet den Abend live und schafft eine atmosphärische Klangwelt, die zwischen Intimität und Weite oszilliert. Die Inszenierung nutzt diese musikalische Ebene, um emotionale und thematische Übergänge zu gestalten.
Besondere Aspekte dieser Produktion
eine Verbindung aus Dokumentarfilm, Live-Kamera und Schauspiel
ein performativer Ansatz, der persönliche und globale Perspektiven verknüpft
eine starke visuelle Ebene durch Video und Projektionen
ein atmosphärischer Live-Soundtrack von Anton Berman
eine Inszenierung, die Klimathemen künstlerisch und emotional erfahrbar macht
„Polaris“ zeigt, wie Theater globale Krisen nicht nur abbilden, sondern emotional erfahrbar machen kann – zwischen dokumentarischer Genauigkeit und poetischer Verdichtung.
''Auf der von Julia Kurzweg mit großen, weißen Tüchern ausdrapierten Bühne agieren Gräfner & Koch als verclownte Oleg & Sergeij, führen sie in ihrer sich mehr und mehr steigernden Überreiztheit - Winter-Syndrom halt - vor und lassen uns ganz nebenbei ihre von ihrem Temperament her völlig konträren Arbeits- und Verhaltensweisen nachvollziehen; es geschah dann eben am hellichten Tag, und der eine kriegte einen Schneekoller, während der andere dran glaube musste, und so schnell kann's manchmal kommen.
Parallel werden Ausschnitte von Bischofs Dokumentarfilm über den vierwöchigen Aufenthalt des Künstlerquartetts dort unten großflächig oder auf einem LED-Bildschirm gezeigt.
Anton Berman lieferte von der Seite aus begleitende Elektronikgeräusche und zum Teil sogar gesungene Live-Musik.
Kam alles sehr, sehr gut beim Berliner Premierenpublikum in den Kammerspielen des Deutschen Theaters an - uraufgeführt wurde Gockels Projekt bereits paar Tage vorher bei den Ruhrfestspielen Recklingghausen.'' schreibt Andre Sokolowski am 5. Juni 2026 auf KULTURA-EXTRA
Was macht es mit Menschen, wenn sie monatelang bei – 50 Grad oder noch extremeren Temperaturen auf engstem Raum in einer antarkischen Forschungsstation mit einander auskommen müssen?
Das versuchten Regisseur Jan-Christoph Gockel, der Dokumentarfilmer Lion Bischof und die beiden Spieler*innen Julia Gräfner und Wolfram Koch herauszubekommen, als sie sich im vergangenen Winter auf der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts einquartierten.
Als „Kessel Buntes“ empfand Nachtkritikerin Dorothea Marcus die Premiere während der Ruhrfestspiele im Theater Marl. Der launige Mix zum Saison-Finale ist aber durchaus sympathisch.
Vor allem gelingt das Zusammenspiel der beiden Komödiant*innen auf der Bühne: die schnoddrig-lakonische Gräfner und der aufgekratzt-nervöse Koch, dessen latente Aggression spürbar ist, spielen die Techniker Sergej und Oleg, zwischen denen es 2018 auf der russischen Station zu einem Zwischenfall mit einem Messer kam.