Metropoltheater München
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Putsch

Bewertung und Kritik zu

PUTSCH – Metropoltheater München

Münchner Premiere: 2. Juli 2026
UA: 10. Mai 2025, Theater Trier
von: Alistair Beaton und Dietmar Jacobs
Untertitel: Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie

Künstlerisches Team

Regie: Jochen Schölch
Bühne: Thomas Flach
Kostüme: Cornelia Petz
Licht: Martin Hermann
Ton: Kevin McCarthy
Musik: Andreas Schnermann
Musikalische Einstudierung: Alan Sokol
Choreografie: Sophie Rogall

Besetzung

Oskar Falk, Soldat u.a.: Michele Cuciuffo
General, Maskenbildnerin, Talkshow-Host u.a.: Anna Graenzer
Günter Feldmann, Wutbürger u.a.: Wowo Habdank
Klara: Ina Meling
Thorben Holzapfel, Kanzler Georg Kuhn u.a.: Hubert Schedlbauer
Melli, Helmar Heberl u.a.: Lea Luisa Schönhuber

Tänzerinnen und Tänzer

Derrick Amanatidis, Stephen Dole, Charlotte Fischer, Fabio Kopf, Gwennaelle Ludwig, Samantha Mayer, Robin Poell, Verena Schönberger

Über die Inszenierung

„Putsch“ ist eine satirische, pointierte und zugleich erschreckend aktuelle Auseinandersetzung mit den Mechanismen politischer Manipulation und dem zerbrechlichen Fundament demokratischer Systeme. Jochen Schölchs Regie legt den Fokus auf die Dynamik zwischen Macht, Medien und öffentlicher Wahrnehmung und verbindet Humor mit bitterem Ernst.

Die Bühne von Thomas Flach schafft klare, wandelbare Räume, die zwischen politischem Büro, Medienlandschaft und öffentlicher Arena wechseln. Cornelia Petz’ Kostüme unterstützen die satirische Überzeichnung und die schnellen Rollenwechsel. Die Lichtgestaltung von Martin Hermann und der Ton von Kevin McCarthy setzen präzise Akzente und verstärken die dramaturgische Spannung.

Die Musik von Andreas Schnermann und die musikalische Einstudierung durch Alan Sokol verleihen dem Abend rhythmische und atmosphärische Impulse. Die Choreografie von Sophie Rogall ergänzt die Szenen um körperliche Dynamik und ironische Brechungen.

Besondere Aspekte dieser Produktion

– eine scharf gezeichnete politische Satire
– schnelle Rollenwechsel mit hoher Präzision
– klare, wandelbare Bühnenräume
– starke Ensembleleistung
– eine Mischung aus Humor, Ernst und politischer Reflexion

Diese Münchner Produktion zeigt „Putsch“ als temporeichen, klugen und zugleich beunruhigend aktuellen Theaterabend.

1 Kritik

5 von 5 Sterne
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Spaltung als politische Strategie
11 Stunden her.
Kritik

''Für einen Putsch braucht man keine bewaffneten Rebellen mehr. Das wird schon in der ersten Szene klar, als vermummte Gestalten mit Maschinengewehren das Kanzleramt stürmen. Halt, stopp, alles zurück. So etwas ist oldfashioned. Heute bereitet man den Sturz der Demokratie im Internet vor. Vieles in dem Stück hat reale Bezüge: Das Treffen von rechten Politikern mit Neonazis, Mitglieder der Partei, die den Hitlergruß zeigen, die Aussagen von rechten Politikern, dass sie keine Inhalte brauchen, sondern Chaos, die Androhung die Schulpflicht abzuschaffen und Richter auszutauschen. Dazu kommt das Unvermögen demokratischer Parteien, statt zu streiten, sich zusammenzuschließen, und eine immer hilfloser werdende konservative Partei im Umgang mit der Brandmauer.

Der Angriff auf die Demokratie wird eindringlich beschrieben, kommt aber überhaupt nicht belehrend, sondern höchst unterhaltsam daher. Das ist auch der spielfreudigen Schauspieltruppe zu verdanken. Wowo Habdank als Wutbürger, der kein einziges Argument hat, aber alles zerstört sehen will; Hubert Schedlbauer, der sowohl Klaras verschwurbelten Agenten Thorben als auch den Kanzler wunderbar draufhat; Anna Graenzer als Talkshow-Host und Lea Luisa Schönhuber als überzeugend sperrige, aufmüpfige Tochter von Klara. Alle Darsteller/innen spielen mehrere Figuren. Ganz köstlich die immer wieder hinter einer Bretterwand aufpoppenden und wie die Muppets agierenden Social-Media Trolle. Jeder Hasskommentar wird mit „Ausrufezeichen! Ausrufezeichen!“ in die Welt geblasen.'' schreibt Isabella Schmid am 4. Juli 2026 auf KULTURA-EXTRA

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