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Krieg und Frieden

Bewertung und Kritik zu

KRIEG UND FRIEDEN – Schauspiel Köln

Premiere: 22. November 2025
Von: Calle Fuhr
Kooperation: CORRECTIV
Format: Bühnenessay über Russland, die Ukraine und die Wehrpflicht

Künstlerisches Team

Regie und Bühne: Calle Fuhr
Kostüme: Mona Ulrich
Videoart: Max Hammel
Dramaturgie: Lennart Göbel

Ensemble

  • Calle Fuhr

Über die Inszenierung

„Krieg und Frieden“ ist ein dokumentarisch‑essayistischer Theaterabend, der politische Analyse, persönliche Reflexion und journalistische Recherche miteinander verbindet. Calle Fuhr untersucht die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die Rolle Europas und die Frage, wie Wehrpflicht, Verantwortung und individuelle Haltung heute verhandelt werden.

Die Inszenierung arbeitet mit klaren, reduzierten Mitteln: Calle Fuhr steht allein auf der Bühne und verbindet persönliche Erzählung, dokumentarisches Material und analytische Schärfe. Die Bühne, ebenfalls von Fuhr gestaltet, bleibt bewusst offen und funktional, um Raum für Gedanken, Bilder und politische Zusammenhänge zu schaffen.

Mona Ulrichs Kostüme und Max Hammels Videoart unterstützen die essayistische Form des Abends, während die Dramaturgie von Lennart Göbel die Verbindung zwischen politischer Realität und persönlicher Positionierung schärft.

Besondere Aspekte dieser Produktion

  • ein dokumentarischer, politisch pointierter Soloabend
  • eine Verbindung aus Recherche, persönlicher Reflexion und Analyse
  • eine klare, reduzierte Bühne, die den Fokus auf Inhalt und Haltung legt
  • eine enge Zusammenarbeit mit dem Recherchezentrum CORRECTIV
  • ein Abend, der politische Komplexität verständlich und emotional zugänglich macht

„Krieg und Frieden“ zeigt, wie Theater politische Gegenwart verhandeln kann – präzise, persönlich und gesellschaftlich relevant.

1 Kritik

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Sehr niedrigschwelliges Infotainment mit platten Gags
15 Tage her.
Kritik

Zur Halbzeit der Autor*innentheatertage gastierte „Krieg und Frieden“ auf der großen Bühne des Deutschen Theaters Berlin, stellte sich jedoch als platt und leichtgewichtig heraus.

Beginnend mit Putins Aufstieg vom KGB-Agenten zum Autokraten, der die Zügel nach der Anarchie der Jelzin-Jahre enger zog und Oppositionelle ausschaltete, über die Pläne der Schröder/Merkel-Regierung für NordStream bis zur Voll-Invasion in der Ukraine schlägt er den Bogen: jedem halbwegs informierten Zeitgenossen bereits bekannte Fakten referiert er im Plauderton. Um nur ja niemand zu überfordern, streut er arg platte Gags über diverse Fußball-Clubs oder ähnliches ein.

Das Solo „Krieg und Frieden“ ist in seinem niedrigschwelligen Ansatz so konzipiert, dass es sich am ehesten für die Zielgruppen eignet, die sich nur am Rande für Politik interessieren. Auf der Schlusskurve wendet er sich anhand eines Imagefilms dem Rüstungskonzern Rheinmetall zu, der von der ausgerufenen „Zeitenwende“ und dem „Sondervermögen“ besonders profitiert. Auch das keine Überraschung. Vielleicht läge hier Potenzial für tiefere, weitergehende Recherchen.

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