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Bewertung und Kritik zu

HOTEL STRINDBERG  
von Simon Stone nach August Strindberg
Regie: Simon Stone 
Premiere: 26. Januar 2018 
Burgtheater Wien

Eingeladen zum 56. Berliner Theatertreffen (2019) 

Zum Inhalt: August Strindberg, der Frauenhasser, der oft dem Wahnsinn nahe, von Obsessionen besessene, von Dämonen gejagte große schwedische Realist, der nicht nur Theaterstücke, Romane, Erzählungen schrieb, sondern auch als Maler und Fotograf Ende des 19. Jahrhunderts seiner Zeit weit voraus war, inspirierte Simon Stone zu seinem neuen Projekt für das Akademietheater. Als die Proben Ende November vergangenen Jahres begonnen hatten, hieß es noch Kammerstücke und sollte in einem Wohnhaus spielen. Inzwischen hat Simon Stone daraus ein Hotel gemacht, in dem sich Männer und Frauen an einem Abend in grotesken, tragischen und komischen Beziehungen begegnen. Wie der Fotograf in Hitchcocks Das Fenster zum Hof sind wir Voyeure, sammeln Hinweise, lösen Rätsel, sind konfrontiert mit Banalitäten, mit Abgründen und intimsten Geheimnissen. Es ist die Geschichte einer Gesellschaft an einem Abend, in der wir tief in die finstersten Ecken des menschlichen Herzens blicken. Strindberg hat ein unordentliches OEuvre hinterlassen, ungeschickt, provokant, aber ehrlich und vor allem zutiefst menschlich.

Mit: Franziska Hackl, Barbara Horvath, Roland Koch, Caroline Peters, Max Rothbart, Michael Wächter, Martin Wuttke, Simon Zagermann, Aenne Schwarz
Koproduktion von Burgtheater Wien und Theater Basel

Regie: Simon Stone
Bühne und Kostüme: Alice Babidge
Licht: Michael Hofer
Dramaturgie: Klaus Missbach
Musik: Bernhard Moshammer

 
Meinung der Presse zu „Hotel Strindberg“ - Burgtheater Wien

 
Standard
Das Vier-Sterne-Gespensterschloss


Deutschlandfunk Kultur
Strindberg als Dramatiker des Geschlechterkampfs


nachtkritik
Virtuosen des Voyeurismus

Die Presse
Ungeheuer im Hotel Strindberg


WIR EMPFEHLEN

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Netflix-Theater
  · 07.05.19
''Die drei Akte des Stücks sind heterogen: von der seichten Telenovela geht’s zum zugespitzten Boulevard, hin zum fast surrealen Psychiatrie-Breakdown. Doch der Abend bleibt nicht nur sprachlich seicht, sondern im wahrsten Sinne hinter Glas – die Figuren können einen nicht berühren.

Bei Stones Arbeiten fällt nicht ohne Grund gern der Begriff Netflix-Theater – auf keinen seiner Abende passt die Zuschreibung so gut wie hier. Fürs Glotzen in die sechs Zimmer hätte man am liebsten eine Cola mit in den Saal genommen und die Füße hochgelegt. Unterhaltsam ist das zumindest zwischenzeitlich, doch diese "Serie" hat mindestens zwei Folgen zu viel. Und wie das so ist nach zu viel Geflimmer und Gezappe: Am Ende weiß man kaum mehr, was man eigentlich gesehen hat. Mit Strindbergs düsteren Gefühlswelten hat der Abend, aller Jurybeteuerungen zum Trotz, wenig zu tun.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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BURGTHEATER WIEN
  · 07.05.19
''Nachdem der Eiserne Vorhang nach der Pause wieder hochgeht, geht auch die Lust an der Qual, Zerstörung und Erniedrigung weiter, wobei das betrunkene Paar Alfred und Charlotte sich durch die Zimmer jagt. Roland Koch ist nun als wandelndes Faktotum und merkwürdiger Hotel-Concierge unterwegs. Das hat aber außer einigem Unterhaltungswert kaum echte Tiefe. Und als Charlotte ihrem Mann eröffnet, dass er nicht der Vater der gemeinsamen Tochter ist, kulminiert mit etwas Strindberg schon der zweite Teil des Abends, an dem nur noch interessant scheint, wie es nach der Pause weiter geht. Im Netflix-Serienformat zu arbeiten wirft man Stone nicht zum ersten Mal vor. Die Shortcuts, die er hier ineinander schneidet, sind dann auch ganz einer TV-Dramaturgie verpflichtet. „Es klingt prägnant, ist aber im Grunde nichtssagend und belanglos, nur heiße Luft.“ kräht hier auch ganz passend und fast schon selbstironisch der zynische Drehbuchautor und Fachmann fürs Triviale Alfred. 

Dass Stone sein jammervolles männliches Personal im dritten Teil dann zunehmend mit Zeitsprüngen und Identitätsverschiebungen in den Strindberg’schen Wahnsinn treibt, ist zwar schöne Pointe, zu der es auch noch ein Wuttke-Solo als alternder Punk-Rockstar mit einem Iggy-Pop-Song gibt. Aber wirklich überzeugen kann das als post-patriarchale Hinterfragung von Strindbergs Werk oder feministische Reflexion des altbackenen Männerkanons nicht. Witziger Gender-Clash mit Strindberg geht auch anders, wie z.B. Nicolas Stemann mit seiner Münchner Vater-Inszenierung gezeigt hat.'' schreibt Stefan Bock am 7. Mai 2019 auf KULTURA-EXTRA
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Kurzer Lichtblick von Peters/Wuttke
  · 03.05.19
Mehr als zwei Stunden sind bereits vergangen, als endlich etwas Leben in diesen auf ganzer Linie enttäuschenden Abend zum Auftakt des Theatertreffens 2019 kommt. Caroline Peters und Martin Wuttke laufen wenigstens für eine gute Viertelstunde zu großer Form auf und spielen feines Boulevardtheater. Wie sie sich ankeifen, Gemeinheiten an den Kopf werfen und sich durch das dreistöckige Hotel jagen, ist ein kleiner Lichtblick in dieser mehr als vierstündigen Tristesse, die Simon Stone für das Burgtheater Wien und das Theater Basel produzierte.

In der letzten Stunde ist immerhin noch ein Hauch einer Regie-Idee zu erahnen, als Martin Wuttke in dem Hotel strandet, für einen Popstar, der inkognito angereist ist, gehalten wird und schließlich mehr und mehr im Wahnsinn versinkt. Seine Rumpelstilzchen-Einlage im guten, alten Volksbühnen-Stil ist eine hübsche Solo-Nummer, gedoppelt von Michael Wächter aus dem Basler Ensemble. Unbedingt erwähnenswert ist auch noch die schön-melancholische Iggy Pop-Nummer „The pure and the damned“.

Der restliche Abend ist nur in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Bemerkenswert banal sind die Dialoge über scheiternde Beziehungen, ein schwacher Aufguss des bereits von zwei Theatertreffen-Einladungen bekannten Prinzips, Stoffe im Soap-Stil völlig neu zu überschreiben. Wir erleben hinter den Glaswänden der Hotelfassade wechselnde Paarungen, die vor allem damit beschäftigt sind, zu qualmen und Belanglosigkeiten von sich zu geben.

Bemerk enswert ist außerdem die Tatsache, dass Stone es schaffte, trotz des starken Ensembles einen derartigen Flop abzuliefern.

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