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Bewertung und Kritik zu

PENTHESILEA 
von Heinrich von Kleist
Regie: Johan Simons 
Premiere: 29. Juli 2018 
Salzburger Festspiele
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Zum Inhalt: Die Szene ist ein Schlachtfeld. Und die Protagonisten sind Krieger und Liebende zugleich. Vom Schicksal auserkoren, muss Penthesilea sich den Heeresführer Achilles erobern. Nur als Kriegsbeute kann die stolze Amazone ihn auch als Mann gewinnen. Doch der Rausch endet tödlich. Für beide. „Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann schon das Eine für das Andre greifen“, mit diesen legendären Worten wird sich Penthesilea ihres mörderischen Versehens bewusst. Eine Tragödie. Ein Trauma. Ein Traum?

Mit: Sandra Hüller (als Penthesilea) und Jens Harzer (als Achilles) 

Regie: Johan Simons 
Bühne: Johannes Schütz 
Kostüme: Nina von Mechow 
Licht: Bernd Felder 
Dramaturgie: Vasco Boenisch 

TRAILER


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Pas de deux
  · 04.08.18
''Zu Beginn umtänzeln sich eine Frau und ein Mann, beide in langen Röcken, im dunklen Hintergrund der schwarz ausgekleideten Bühnenbox. Dann treten sie an die Rampe, an der eine schmale weiße Lichtfläche, die sich im Lauf des zweistündigen, pausenlosen Abends kaum merklich verbreitern und wieder verschmälern wird, die Gesichter von unten erhellt und die Zuschauer auf dem Balkon blendet (Regisseure sitzen bei den Proben im Parterre). Es sind Sandra Hüller und Jens Harzer, zwei Stars des deutschen Theaters, er schon lange (auch bei den Salzburger Festspielen), sie in verstärkter Wahrnehmung, seit sie die weibliche Hauptrolle im am meisten überschätzten Film des vergangenen Jahres (für Menschen, die vorstehende Zähne für komisch halten), wenngleich mit eigenen Zähnen, übernommen hat. Sie verkörpern Penthesilea und Achill, auf die Regisseur Johan Simons das Personal von Kleists sperrigstem Drama reduziert hat. Mehr braucht es nicht: kein Bühnenbild, keine Requisiten außer einer dünnen Halskette, die die im Text inflationär erwähnte Rüstung ersetzt, zwei Schauspieler allein mit ihrem Dialog. Hier konnte eingespart werden, was bei der Zauberflöte verprasst wurde. (...)

Darin liegt die Aktualität des Penthesilea-Stoffes: Die Liebe wird zum Kräftemessen, zu einem Machtkampf, zu einer Konkurrenz um die Herrschaft. Nicht Werben, Verführen, Begehren sind ihre Ingredienzen, sondern Unterwerfung und Stärke. In diesem Kampf wird Achilles mehr und mehr zum wilden Tier, brüllt Penthesilea wie eine Hyäne, ehe sie, devot wie ein Hündchen, zu dem legendären Helden zu kriechen scheint. Dabei bleibt es nicht. Denn nach Kleists Willen muss die Amazone töten, was sie liebt. Darin liegt die Aktualität. Liegt darin die Aktualität?'' schreibt Thomas Rothschild am 3. August 2018 auf KULTURA-EXTRA
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3.3
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