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Bewertung und Kritik zu

PENTHESILEA 
von Heinrich von Kleist
Regie: Johan Simons 
Premiere: 29. Juli 2018 
Salzburger Festspiele
Bochum-Premiere: 10. November 2018
Schauspielhaus Bochum 

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Zum Inhalt: Die Szene ist ein Schlachtfeld. Und die zwei Hauptfiguren sind zugleich Krieger und Liebende: Penthesilea und Achilles. Nur als Kriegsbeute kann die stolze Amazone den griechischen Heerführer als Mann gewinnen. Doch ihr Rausch endet tödlich. Für beide: „Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann schon das Eine für das Andre greifen.“ Die Neuinszenierung von Johan Simons in einer Textfassung von Vasco Boenisch fokussiert den Kern des berühmten Dramas von Heinrich von Kleist auf nur diese zwei Akteure: Penthesilea und Achilles. Duell und Duett.

Mit: Sandra Hüller (als Penthesilea) und Jens Harzer (als Achilles) 

Regie: Johan Simons 
Bühne: Johannes Schütz 
Kostüme: Nina von Mechow 
Licht: Bernd Felder 
Dramaturgie: Vasco Boenisch 

TRAILER


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3.5/5 Insgesamt 2 Bewertungen (2 mit Rezension)
3 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Statisches Duett in androgynen Kostümen
  · 15.12.18
In der Bochumer Textfassung, die als Koproduktion bereits im Sommer bei den Salzburger Festspielen Premiere hatte, sind Achill (Jens Harzer) und Penthesilea (Sandra Hüller) ganz auf sich gestellt. Sie sprechen nicht nur den Text, den Kleist ihnen zugedacht hat, sondern auch noch Fragmente aus den Botenberichten und Dialogen mit Dritten. Statt der Reduktion aufs Wesentliche und klarerer Konturen des zentralen Konflikts tritt das Gegenteil ein: die beiden Hauptfiguren ächzen unter einer Last von Textungetümen. In pausenlosen zwei Stunden werfen sie sich die Textbrocken an den Kopf.
 
Erstaunlich statisch tragen Hüller und Harzer, beide Schauspieler*innen des Jahres aus der Salzburg angemessenen Champions League, ihren Konflikt aus: mehr Duell als Duett und weit entfernt von der Wucht, die Thalheimers „Penthesilea“ auszeichnete.

Nina von Melchow, die für ihre Zusammenarbeit mit Bert Neumann und René Pollesch bekannt ist, schuf für die beiden Spieler*innen androgyne Kostüme. Die Röcke von Harzer und Hüller sind eine spannende Setzung, aus der die Inszenierung von Johan Simons zu wenig macht. Antje Rávik Strubel schlägt in ihrem lesenswerten Programmheft-Essay interessante Schneisen durch den Gender-Diskurs mit vielen interessanten Beobachtungen zu den beiden Hauptfiguren. Auf der Bühne werden diese Fährten zu wenig verfolgt und gehen in den Textbergen unter.

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1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Pas de deux
  · 04.08.18
''Zu Beginn umtänzeln sich eine Frau und ein Mann, beide in langen Röcken, im dunklen Hintergrund der schwarz ausgekleideten Bühnenbox. Dann treten sie an die Rampe, an der eine schmale weiße Lichtfläche, die sich im Lauf des zweistündigen, pausenlosen Abends kaum merklich verbreitern und wieder verschmälern wird, die Gesichter von unten erhellt und die Zuschauer auf dem Balkon blendet (Regisseure sitzen bei den Proben im Parterre). Es sind Sandra Hüller und Jens Harzer, zwei Stars des deutschen Theaters, er schon lange (auch bei den Salzburger Festspielen), sie in verstärkter Wahrnehmung, seit sie die weibliche Hauptrolle im am meisten überschätzten Film des vergangenen Jahres (für Menschen, die vorstehende Zähne für komisch halten), wenngleich mit eigenen Zähnen, übernommen hat. Sie verkörpern Penthesilea und Achill, auf die Regisseur Johan Simons das Personal von Kleists sperrigstem Drama reduziert hat. Mehr braucht es nicht: kein Bühnenbild, keine Requisiten außer einer dünnen Halskette, die die im Text inflationär erwähnte Rüstung ersetzt, zwei Schauspieler allein mit ihrem Dialog. Hier konnte eingespart werden, was bei der Zauberflöte verprasst wurde. (...)

Darin liegt die Aktualität des Penthesilea-Stoffes: Die Liebe wird zum Kräftemessen, zu einem Machtkampf, zu einer Konkurrenz um die Herrschaft. Nicht Werben, Verführen, Begehren sind ihre Ingredienzen, sondern Unterwerfung und Stärke. In diesem Kampf wird Achilles mehr und mehr zum wilden Tier, brüllt Penthesilea wie eine Hyäne, ehe sie, devot wie ein Hündchen, zu dem legendären Helden zu kriechen scheint. Dabei bleibt es nicht. Denn nach Kleists Willen muss die Amazone töten, was sie liebt. Darin liegt die Aktualität. Liegt darin die Aktualität?'' schreibt Thomas Rothschild am 3. August 2018 auf KULTURA-EXTRA
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3.3
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2 724+
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Kritiken: 1898

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