Bewertung und Kritik zu

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STILLE NACHBARN
von Azar Mortazavi
Regie: Aureliusz Śmigiel 
Premiere: 25. Januar 2019 
Residenztheater München - Marstall 
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Zum Inhalt: Manchmal reicht schon der Weg ins gemeinsame Schlafzimmer, oder quer über den Flur. Ein andermal ist selbst ein Meer nicht breit genug, um die innigste Verbundenheit zu kappen. Von dem, was uns auseinander treibt, aber ebenso von der Sehnsucht, die uns wieder zueinander führt, spricht Azar Mortazavis Theaterstück "Stille Nachbarn". Von Einzelschicksalen, die sich partout nicht in Statistiken einfangen lassen wollen. Von der großen Welt, die in die kleinste eindringt und umgekehrt von dem Persönlichsten, aus dem Gesellschaft, Politik und Zeitgeschichte erst erwachsen.

Azar Mortazavi beschreibt einen Mikrokosmos von vier Menschen, die wie einsame Planeten zu ihrem je eigenen Weg verdammt scheinen, während sie unvermeidlich die Bahnen der anderen beeinflussen, diese kreuzen und dabei manchmal kollidieren. Die eine hat Stress mit ihrer Mutter, die andere hat Stress mit ihrem Freund. Der wiederum hat Stress mit all den Leuten, die Stress haben, weil er so aussieht wie er aussieht. Und das ist erst der Anfang. Das ist noch gar nichts!

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DIE MÖWE
von Anton Tschechow
Regie: Alvis Hermanis 
Premiere: 19. Januar 2019 
Residenztheater München - Cuvilliéstheater
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Zum Inhalt: Die Umstände und Entstehung seines im besten Sinne des Wortes sentimentalsten Stücks beschreibt einer der größten Dramatiker der Theatergeschichte so: "Eine Komödie, drei Frauenrollen [es wurden vier], sechs Männerrollen, vier Akte, eine Landschaft (Blick auf einen See), viele Gespräche über Literatur, wenig Handlung, ordentlich Liebe." (an Suworin). "Ich kann über das Stück nicht in ruhigem Ton sprechen, denn die [Darstellerin der] Möwe hat abscheulich gespielt, sie hat die ganze Zeit geheult und geschluchzt, und Trigorin (der Schriftsteller) ging auf der Bühne auf und ab [...], dass mir beim Zuschauen übel wurde. Aber im Ganzen recht gut, es hat mich gefesselt. Stellenweise konnte ich gar nicht glauben, dass ich das geschrieben habe." (an Gorki). "Sie sagen, Sie hätten in den Aufführungen meiner Stücke geweint … Sie sind nicht der einzige … aber dafür habe ich sie doch nicht geschrieben. Stanislawski hat sie so rührselig gemacht. Ich wollte etwas ganz anderes. Ich wollte den Menschen nur ehrlich sagen: 'Schaut euch doch an. Schaut wie schlecht und langweilig ihr lebt! Das wichtigste ist, dass die Menschen dies begreifen und sobald sie es begreifen, werden sie sich ein anderes, besseres Leben schaffen. [...] Was gibt es da zu weinen?'" (an Serebrow). "Das Leiden muss man so ausdrücken, wie es im Leben ausgedrückt wird, d.h. nicht mit Händen und Füßen, sondern durch den Tonfall, den Blick; nicht durch Gesten, sondern durch Grazie. [...] Sie werden sagen, dass die Bühnengesetze dies nicht erlauben. Aber kein Bühnengesetz kann die Lüge rechtfertigen." (an Knipper).

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DER SPIELER
von Fjodor M. Dostojewskij
Regie: Andreas Kriegenburg 
Premiere: 14. Dezember 2018 
Residenztheater München
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Zum Inhalt: Mit dem "Spieler" setzt Dostojewskij alles auf eine Karte. Spielsüchtig eilt er rastlos, von Schulden nahezu aufgefressen, zwischen Russland und dem Westen, seiner schwerkranken Frau und einer jungen Geliebten hin und her. Als die Gläubiger nicht mehr aufzuhalten sind, borgt er sich vom Verleger Stellowski 3000 Rubel und sichert ihm dafür in etwas mehr als einem Jahr einen fertigen Roman zu. Sollte der nicht fristgerecht fertig sein, sind in den darauffolgenden neun Jahren die Rechte aller bereits vollendeten und noch folgenden Werke völlig an Stellowski abzutreten. Ein Teufelspakt, auf den er sich erst einen Monat vor Fristende der Vertragsschuld besinnt. In nur 26 Tagen entsteht "Der Spieler", fiebrig einer Stenografin diktiert. Später wird diese seine zweite Frau, "Der Spieler" weltberühmt, Dostojewskij seine Spielsucht überwinden und sich endgültig in die Weltliteratur einschreiben.

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MARAT/SADE
von Peter Weiss
Regie: Tina Lanik
Premiere: 27. September 2018 
Residenztheater München
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Zum Inhalt: Als Autor und Regisseur lädt Marquis de Sade zum grotesken Revolutionstheater und ruft die Geister der Französischen Revolution herauf. Deren Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind bereits wenige Jahre nach der Revolution für immer verloren. Radikaler Individualismus steht auf der Tagesordnung. Die Freiheit des Einzelnen geht auf Kosten anderer und die Brüderlichkeit scheint zum Nationalismus verkommen. Die Darstellung der Ermordung des wichtigsten Wortführers für die Rechte des einfachen Volkes, Jean Paul Marat, kommentiert de Sade mit seiner eigenen Erfahrung gegenüber einer Revolution, die "zu Ende geführt" wurde "von Kaiser Napoleon". Während der extreme Sozialist Marat und der skeptische Individualist de Sade noch über die Notwendigkeit sozialer Umwälzung debattieren, lässt de Sade dreimal die Mörderin Marats, Charlotte Corday, auftreten. Die ehemalige Landadlige und ihr Liebhaber, der girondistische Abgeordnete Duperret, eröffnen als konservative Patrioten den Totentanz der Restauration. Denn längst will auch das Volk sein Stück vom Kuchen und fordert: "Marat wir wollen keine Tüten kleben/ Marat wir wollen im Wohlstand leben."

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DON JUAN 
von Molière
Regie: Frank Castorf
Premiere: 29. Juni 2018 
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Zum Inhalt: Ein spanischer Adliger, gleichermaßen mit sexuellem Appetit, intellektueller Finesse und moralischer Un­bekümmertheit gesegnet, streunt mit seinem geistig etwas schwerfälligen Diener durch Sizilien und reißt Frauen auf. Das ist manchmal mühseliger, manchmal ein Fingerschnippen, doch wirklich unangenehm wird es, wenn die Frauen ihn nicht ziehen lassen wollen oder  bewaffnete Brüder haben. Noch unangenehmer kann es werden, die Statue eines Toten zum Essen einzuladen. Dabei ist sein Credo doch offenkundig: "Ich habe einen natürlichen Hang, mir bei allem, was mich anzieht, kei­ne Schranken zu setzen."

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AM KÄLTEPOL – ERZÄHLUNGEN AUS DEM GULAG
von Warlam Schalamow
Timofej Kuljabin 
Premiere: 3. März 2018
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Der BalkonZum Inhalt: Die sibirische Kolyma ist eine riesige Region Russlands, weit weg von Moskau, eine lebensfeindliche, von Permafrost durchdrungene "Insel" am Ende der Welt. Dort, "am Kältepol", überlebt der Dichter Warlam Schalamow zwischen Steinbrüchen, Goldminen und Lagerbaracken, dem Tode meist näher als dem Leben, bei Schwerstarbeit, Schnee und Hunger. Insgesamt fast 18 Jahre ist er Inhaftierter eines weitverzweigten Lagersystems zur Zeit des Stalinismus, das unter dem Namen "Gulag" zu trauriger Berühmtheit gelangt. Nach seiner Entlassung notiert er, über ein beeindruckendes Gedächtnis verfügend, mit maßloser Schaffenswut, die "Erzählungen aus Kolyma": Zeugnis vom Lager, das zur Chiffre des 20. Jahrhunderts werden sollte, und literarisches Ringen um die Fassbarkeit des undenkbaren und doch erdachten und gelebten Grauens. Schalamows Erzählungen zeugen von der Normalität des Monströsen, von der unumkehrbaren Deformation der Psyche und der Lakonik kurz aufblitzenden Glücks, von der Gleichgültigkeit des Todes, der nicht schlimmer sein kann als das, was man hier Leben nennt. Mit einer Sprache, die jegliches Ornament abstreift und nach dem Wesentlichen und Wahrhaftigen sucht, ergründet Schalamow unerbittlich den dünnen Firnis von Zivilisation und Kultur, ja die Essenz des Menschlichen. Gegen die Verführung des Vergessens schafft er ein immenses Werk, dunkles Kompendium eines menschlichen Infernos, im Zentrum die Frage: "An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden? Wie davon erzählen?"

Weiterlesen: Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag

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DER BALKON 
von Jean Genet
Regie: Ivica Buljan 
Premiere: 22. Februar 2018
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Der BalkonZum Inhalt: "Der Balkon" stellt die Frage nach der Macht der Bilder in Form einer Verwechslungskomödie. Madame Irma bietet den Besuchern in ihrem Bordell nicht nur Sex, sondern auch die Gelegenheit, in neue Identitäten zu schlüpfen. Gegen Bezahlung werden in der Nacht Bürger zu Bischof, Richter oder General und inszenieren das Leben als Illusion. Gleichzeitig tobt in den Straßen der Stadt ein Aufstand um die Macht im Staat. Der Polizeipräsident flüchtet vor den Kämpfen zu seiner ehemaligen Geliebten Irma. Sie begreift die Rolle des Bordells nüchtern als Institut zu Befriedigung männlicher Allmachtsphantasien – er wiederum hält die Revolution für ein Spiel. Die Aufständischen stürmen das Schloss, suchen die verschwundene Königin und machen Chantal, eine ehemalige Hure, zu ihrer Jeanne d´Arc. Um die Rebellion niederzuschlagen, bedient sich ein plötzlich aufgetauchter "Gesandter" mithilfe des Polizeipräsidenten eines Tricks. Sie lassen die Freier in ihren Verkleidungen als Bischof, Richter und General und Irma als Königin auf den Balkon des Hauses treten. Das Balkonbild mit den Kostümierten vermittelt den Eindruck, die Revolution sei gescheitert. Der Coup gelingt. Das Volk folgt den Bildern, nicht den Ideen. Der Schein bestimmt das Bewusstsein.

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DER STREIT
von Pierre Carlet de Marivaux
Regie: Nikolaus Habjan 
Premiere: 13. Januar 2018 
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Zum Inhalt: Ein Prinz und seine Geliebte, sie sind angetreten, um ein für alle Mal den Streit beizulegen, welches Geschlecht die Untreue in die Welt gebracht hat. In einem wissenschaftlichen Versuch soll dies nachempfunden werden, statt Adam und Eva heißen die neuen ersten Menschen nun Eglé oder Adine, und ihren Trieben erliegen sie, beobachtet von den Streitenden, beide. Konstruiert scheint ihr Dasein in dieser Versuchsanordnung, konstruiert auch das Geschlecht, das befragt werden soll. Immer schwingt in diesem Versuch die Frage nach der Abhängigkeit zwischen dem Forschenden und seinem Objekt mit, den Beobachtern und den Beobachteten.

In Marivaux‘ Versuchsaufbau, irgendwo zwischen Garten Eden und medizinischem Institut changierend, erkundet der Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan zusammen mit Ensemblemitgliedern des Residenztheaters ein altes Thema mit neuen Puppen: Wie nur kann qua unwiderruflichem Beweis die Wahrheit über die menschliche Untreue aufgezeigt und das Verhältnis der Geschlechter befriedet werden? Und erzählt der Versuchsaufbau nicht ebenso viel über die Streitenden wie über die Probanden?

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