Bewertung und Kritik zu

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PRINZESSIN HAMLET 
von E. L. Karhu
Regie: Lucia Bihler
Premiere: 2. Dezember 2017
Schauspiel Leipzig - Diskothek 

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Zum Inhalt: Prinzessin Hamlet kann und will diese Vorstellung ihrer Mutter Gertrud nicht bestätigen. Im Gegenteil, sie verweigert sich radikal allen Rollen, die für sie im Familien-, Gesellschafts- und Staatsgefüge vorgesehen sind. Die Vehemenz, mit der sie die Strukturen hinterfragt, ist lebens- und systemgefährdend: Für das Zeichen, das sie setzen will, ist sie bereit ihr Leben zu geben.
Prinzessin Hamlet wird als scheinbar Wahnsinnige von ihrer Mutter aus dem Königreich entfernt und im Buckingham Palace einquartiert, wo sie im Palastchor singt und von Mitpatient Ofelio vergöttert wird. Ihre beste Freundin Horatia versucht sie zu retten und endet doch schließlich als Spielball Gertruds, die sie benutzt, um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

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WOLKEN.HEIM
von Elfriede Jelinek
Regie: Enrico Lübbe 
Premiere: 16. November 2017
Schauspiel Leipzig - Diskothek 

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Zum Inhalt: Stimmen kreisen. Sie formulieren, sie suchen, sie wissen. Sie addieren sich zu Vermutungen, Behauptungen und Gewissheiten. Aufbrüche und Abgrenzungen werden beschworen. Es geht durch Epochen, Denkweisen und Kanonisierungen. Es geht um Theorien, und es geht um die Tat. Immer neue Versatzstücke entspinnen sich, etwas zu fassen und zu erklären; Versatzstücke, sich seiner selbst zu vergewissern. Sie umkreisen die Frage, was das Deutsche ist und die Besonderheit der deutschen Nation.  „Wolken.Heim“ ist eine Collage über die Frage der Identität (oder der Identitäten?) als eine große Gleichzeitigkeit verschiedener Epochen und Denkweisen, hoher Gedanken und überholter Theorien. Eine Collage ist der Text nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich. Elfriede Jelinek kompiliert Texte von Hölderlin bis Heidegger, von Fichte bis zur RAF.     
Eine starke Sehnsucht ist in der Sprache und in den Sprechenden; immer wieder geht es um das Beschwören erhoffter Aufbrüche und erwarteter Entdeckungen ebenso wie um die Abgrenzung zum Anderen. Ein unendliches Reden stellt sich ein, ein Dräuen und Raunen. Voller Hoffnung und mitunter verzweifelt, sehr ernsthaft und zuweilen sehr abschätzig, unheimlich und zuweilen auch sehr komisch. Jelinek zitiert nicht nur, sie führt fort, spinnt weiter, parodiert und bricht. Am Ende gerät das Sprechen immer wieder ins Stottern. Die Suche nach Einheitlichkeit und Zusammenhang führt immer wieder in die diffuse Unmöglichkeit dieser Dinge: Ein Stimmenreich als ein Archiv der deutschen Seele.

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Durchschnittsnote aller Stücke
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Kritiken: 21

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