Kritik zu: Don Giovanni
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Mozarts Bühnenwerk nach einem Libretto von Lorenzo da Ponte, uraufgeführt 1787 im Prager Nationaltheater, ist vielleicht neben der "Zauberflöte" die berühmteste Oper des Komponisten und hat das Genre nachhaltig geprägt. Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin, schüttet mit dieser Neuinszenierung das Füllhorn seines häufig überraschenden szenischen Einfallsreichtums auf die Bühne der Wiener Staatsoper aus. Da die Premiere infolge der Pandemie-Schutzmaßnahmen ohne Saalpublikum stattfinden muss, wird sie per Livestream übertragen.
Die Handlung der Oper entspinnt sich zwischen zwei Katastrophen: der Ermordung des Komturs in einem Duell mit dem unerkannten Don Giovanni zu Beginn und dem Höllensturz des Don Giovanni als Akt ausgleichender Gerechtigkeit am Schluss. Zwischendurch ereignen sich in lockerer Folge nach Art der Commedia dell' Arte verschiedene Übergriffe des ewigen Verführers Don Giovanni, die am Ende sein Schicksal besiegeln.
Der erste Sänger. der nach der Ouvertüre die Szene betritt, ist der mit seinem Dienst unzufriedene Leporello (Philippe Sly), gefolgt von Donna Anna(Hanna-Elisabeth Müller) und Don Giovanni (Kyle Ketelsen).  Er und der hinzugekommene Komtur (Ain Anger) prügeln sich, Don Giovanni verletzt ihn tödlich. Don Ottavio (Stanislas de Barbeyrac) versucht Anna über den Tod des Vaters zu trösten. Der tödlich Verletzte verlässt unterdessen wie geistesabwesend die Szene.
Don Giovanni spürt Frauenduft, und richtig: Donna Elvira tritt auf (Kate Lindsay), schon früher von Don Giovanni enttäuscht. Jetzt ist sie selig, in seinen Armen schmollen zu dürfen. Und wieder ist sie die Betrogene. Leporello singt seine Registerarie, jung und blond. Elvira staunt über dieses Referat. Das Bühnenbild ist eine dunkle ansteigende Landschaft aus Vulkanasche, von der die Akteure gelegentlich Basaltbrocken aufnehmen, um damit zu jonglieren.
Zerlina (Patricia Nolz) und Masetto (Peter Kellner) stürmen in Begleitung von Jungen und Mädchen aus der Dorfgemeinschaft herein. Leporello beweist Gelenkigkeit, Don Giovanni macht sich an Zerlina heran. Zähneknischend ergibt sich Masetto in sein Schicksal und gibt dem Herrn Giovanni den Weg frei.
Zerlina mit Don Giovanni allein. Er macht Komplimente, sie ziert sich. Die Singstimmen sind nicht lippensynchron. Von ferne beäugt Elvira Don Giovannis Liebeswerben, kommt näher und beschimpft den Verführer. Donna Anna und Don Ottavio treten hinzu. Vor dem Grau des Hintergrunds stehen die Kostüme farblich gut differenziert (Katrin Lea Tag).
Ein Vorhang senkt sich hinter Anna und Ottavio herab. Zeit für einen klärenden Dialog: Don Giovannis Schandtaten an Donna Anna werden referiert. Sie fordert Rache. Dann Don Ottavios grosse Tenorarie, von tiefer Liebe zu Anna erfüllt. Der Vorhang hebt sich wieder und gibt den Blick auf eine gewandelte, begrünte Szene frei. Der weiterhin höchst gelenkige Leporello hat jetzt die Kostümfarbe von Don Giovanni, der seinerseits  einen goldenen Mantel trägt, bei dem  die muskulöse Brust frei bleibt.
Zerlina und Masetto, zunächst versucht sie seine Eifersucht zu besänftigen. Schliesslich siegt sie im Versöhnungsdialog. Aber Masetto schwört Rache. Don Giovanni beschwört eine quirlige Festszene herauf, die sich nach hinten entfernt. Auf einmal ist Don Giovanni wieder mit Zerlina allein. Liebesspiel zwischen Grünpflanzen. Masetto liegt am Boden.
Anna, Ottavio und Elvira verkleidet bei Giovannis Maskenfest. Sehr hübsches Terzett durch den Einklang von  Stimmen, Kostümen und Lichtregie (Franck Evin).
Kaffee und Schokolade werden gereicht. Ständig quirliges Leben auf der Bühne. Leporello lockt die maskierten Rachedürstigen. "Viva la liberta". Die Szenen mit den wechselnden Tanzpaaren sind bestens gelungen. Dann platzt die Bombe: Zerlina ruft um Hilfe. Don Giovanni beschuldigt Leporello. Die Auflösung musikalisch hochklassig.
Zweiter Akt. Leporello will Giovanni verlassen. Vier Dublonen stimmen ihn um. Von den Frauen kann Giovanni nicht lassen. Elvira und Don Giovanni beim Versteckspiel, mit vertauschten Rollen zwischen Giovanni und Leporello. Es folgt die Arie Don Giovannis mit Mandoline, die er allerdings nicht hat. Masetto mit Zerlina: Und Giovanni behauptet, Leporello zu sein.
Masetto böse verprügelt am Boden. Zerlina will ihn heilen, wenn er nicht mehr eifersüchtig ist. Donna Elvira meint immer noch, einen reumütigen Don Giovanni im Arm zu haben, der in Wahrheit Leporello ist. Die Täuschung fliegt auf: Leporello ist wieder er selbst und erfleht die Gnade der Geprellten.
Don Ottavios zweite große Arie. Dann ein grosser dramatischer Ausbruch von Elvira. Die Asynchronität zwischen Stimme und mimischem Ausdruck hat sich leider verstärkt.
Aus heiterem Himmel unterbricht die Stimme des Komturs die Prahlereien Don Giovannis und seines Dieners. Ein Gesteinsbrocken aus einem Wassertümpel verkörpert den Komtur im Gespräch, und so wird er zum Abendessen ein- geladen.
Noch einmal Donna Anna und  Don Ottavio als stummer Zuhörer. Dann ein ganzes Unterhaltungsorchester in leuchtend rotem Samt und Don Giovanni als Maître de Plaisir. Elvira taucht auf und hat immer noch Mitleid. Blutbefleckt kommt aus dem Hintergrund der Komtur näher. Don Giovanni reicht ihm die Hand. Er bereut aber nichts. Eine Dreiergruppe am Boden. Leporello berichtet den beiden Paaren und Elvira, was geschehen ist.
Don Ottavio und Donna Anna haben ein Schlusswort.Dann Zerlina und Masetto. Ein "uraltes Lied": So gehts dem, der Böses tut. Und Don Giovanni nimmt seine Jacke und verläßt nachdenklichen Schrittes die Szene.
Ein etwas schütterer Schlußbeifall vom Orchester, den Umständen geschuldet.
Insgesamt eine sehr lebendige Inszenierung von Barrie Kosky mit wirklich schönen Stimmen, hervorzuheben vielleicht die beiden Donnas, Anna und Elvira, ebenso Zerlina, und bei den Herren natürlich Don Giovanni, der überaus wendige und schön klingende Leporello und der klangvolle Tenor von Don Ottavio. Philippe Jordan leitete das Wiener Staatsopernorchester mit Feingefühl und dem omnipräsenten Drive für einen Mozart-Klang mit großer Lebendigkeit.

Horst Rödiger
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Premiere von Kurt Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" in der Komischen Oper Berlin
Eingangs ist besonders zu loben, dass die Komische Oper Berlin parallel zum wieder einsetzenden Kartenverkauf einen kostenlosen Livestream von der Premiere einer berühmten Politsatire anbietet: Barrie Koskys Neuinszenierung von "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" mit der Musik von Kurt Weill und dem Libretto von Bertolt Brecht. 
Das Stück bietet ätzende Gesellschaftskritik und schöpft seine Handlung aus einer bisweilen geradezu bösartigen Umwertung aller tradierten Werte. Mahagonny ist eine fiktive Gründung in USA, an Sodom und Gomorra gemahnend, kreiert von drei Gaunern, die sich vor der Polizei verbergen müssen. Ihre Absicht ist, vorüber kommenden Reisenden mit einem umfassenden Programm zügelloser Verlockungen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Größtes und todeswürdiges Verbrechen ist es in Mahagonny, kein Geld zu haben.
Regisseur Barrie Kosky versteht es auf einzigartige Weise, eine überlieferte Vorlage aus dem Jahre 1930 von allem Staub der seither vergangenen Zeit zu befreien und ihr aktuelle Vitalität zu geben.
Ein Jude und ein Christ diskutieren die Lage. Zusammen mit Leokadja Berbick (Nadine Weissmann) fassen sie den Beschluss, an Ort und Stelle eine Stadt zu gründen, die geeignet ist, wandernden Goldbesitzern ihre Habe abzuluchsen. Einfach dadurch, dass alle in den großen Religionen fixierten moralischen Grundsätze über Bord geworfen werden.
"Show us the way to the next Whisky Bar": Der Alabama-Song weist die Richtung. Die Nachricht von der paradiesischen Stadtgründung verbreitet sich . "Die Unzufriedenen aller Kontinente" drängen nach Mahagonny. Sie scharen sich um den Gin- und Rumspender und stacheln sich zu immer neuen Genußvarianten an. Holzfäller aus Alaska haben in jahrelanger Arbeit Kapital angesammelt, das sie nun in Vergnügen umsetzen wollen. "Ach bedenken Sie, Herr Jack o'Brien": die käufliche Jenny (Nadja Mchantaf) erobert die Szene.
Jim Mahoney (Allan Clayton) lässt sich von Jenny einfangen. Erste Krisen am Horizont: Fatty (Ivan Turšić), der Dreieinigkeitsmoses (Jens Larsen) und die vollbusige Berbick kritisieren den bisherigen Geschäftserfolg. Jimmy scheut vor einer Verbotstafel. Weills elektrisierende Songdiktion fährt den Chorszenen in die Beine.  Ein Bühnenklavier wird umjubelt, alle kauern sich drumherum. Jimmy schlägt Akkorde an. Ein jugendlicher Pianist spielt das "Gebet einer Jungfrau". Beifall und Buhs. "Das ist die ewige Kunst", formuliert Berbick ungewollt ironisch.
Jimmys leuchtender Tenor rühmt Mahagonny und erleichtert sich aus der geöffneten Hose. Auf hinreissende Weise wird Weills raffinierte Musik in Bewegung übersetzt. Zusammen mit intelligenter Lichtregie (Klaus Grünberg) wird daraus greifbare  Handlung. "Oh Moon of Alabama" von Jenny. Ruhe und Eintracht gibt es nicht, stattdessen einen dräuenden Hurrikan, dekretiert Jimmy. Am schlimmsten ist der Mensch, konstatiert Berbick daraufhin sarkastisch.
"Wie man sich bettet, so liegt man", stellt Jimmy fest. Der Chor stimmt zu. Eine vibrierende Streichersequenz als Intermezzo. Eine Durchsage: Hurrikan bewegt sich auf Mahagonny zu und hat unterwegs eine Stadt bis auf die Grundmauern zerstört. Noch drei Minuten bis zum Eintreffen des Hurrikans. Dann macht der aber einen Bogen um die Stadt und verschont sie. Ein Choral zum Dank.
"Du darfst" wird zum neuen  Leitspruch. Schafsgedärm als Trophäe. "Essen Sie noch ein Kalb" : Vielfresserei bis zum  Exzeß. Raffinierte musikalische Satzkunst. Jenny entkleidet sich unter den gierigen Augen der Geniesser. Jeder darf mal ran zu suggestiver Tangomusik. "Jungens, macht rasch, denn hier geht's um Sekunden".
Jimmy spendiert Whisky für alle und kann ihn nicht bezahlen. Für dieses todeswürdige Verbrechen muss er büssen. Alle verlassen die Szene zum Bühnenhintergrund, kehren dann zurück und schliessen die Öffnungen im Szenenboden. Der geblendete Jimmy irrt darauf herum und ringt die Hände zum Himmel, der ihm nun dunkel erscheint. In grossen Gesangsbögen beklagt er sein Schicksal.
Der Staatsanwalt sammelt Bestechungsgelder und spricht den Zechpreller frei. Jimmy wird verspottet. "Wer ist der Geschädigte ?" Ein Kumpel aus Holzfällerzeiten in Alaska erinnert sich an Jimmy. Wie Kosky hier das gesamte Ensemble in eine Hüpfbewegung versetzt, ist höchst sehenswert.
Todesurteil für die Zahlungsunfähigkeit. Alle gehen ab, holen dann Jimmy wieder auf die Szene zum Schlussdialog mit Jenny. "Ja, ich bin deine Witwe", legt sich Jenny fest. Alle formulieren das Mahagonny-Glaubensbekenntnis. Jimmy bekennt seine Fehlspekulationen. Ein Glas Wasser, dann wird nacheinander auf den Delinquenten eingestochen, bis er blutüberströmt leblos am Boden liegt.
Resümierende Schlusschöre im Oratorienstil mit Reminiszenzen an die Songs der Oper. Dann brausender Applaus für das Ensemble. Ainārs Rubiķis, dem jungen Generalmusikdirektor der Komischen Oper, gelingt das Kunststück, sein hellwaches Orchester durch die komplexe Partitur mit wechselnden Stilen bei anhaltend federnder Spannung hindurchzugeleiten und die hochpräzise Leistung des Chors (Einstudierung David Cavelius) durchgehend einzubinden. Ein sehr hervorhebenswerter Abend mit einer Fülle individueller Leistungen.

Horst Rödiger
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Giacomo Puccinis Ausflug in das modische Goldrausch-Land des Wilden Westens kam 1910 an der Metropolitan Opera in New York City mit Enrico Caruso als Johnson und Arturo Toscanini am Pult heraus. Die Minnie sang damals Emmy Destinn. Die deutsche Erstaufführung gab es drei Jahre später unter Ignatz Waghalter am Charlottenburger Deutschen Opernhaus, der heutigen Deutschen Oper Berlin. 

Die Neuinszenierung an der Berliner Staatsoper besorgte Lydia Steier, und in Zeiten abklingender Pandemie-Gefahr findet diese Premiere gewissermassen auf zwei Ebenen statt: vor Publikum im Hause Unter den Linden und im kostenlosen Livestream, was die Freude des Zuschauens noch steigert. (Den Livestream konnte man auch in einem Pop-up-Autokino am Flughafen Tempelhof verfolgen, mit Tonwiedergabe übers Autoradio).

Am Pult der Staatskapelle Berlin steht diesmal Sir Antonio Pappano aus London, der Musikchef des Royal Opera House.

Minnie (Anja Kampe), Schankwirtin ihres Zeichens im Saloon “Polka”, ist die einzige Frau in der rauen Männerwelt eines Gold Rush Districts weit draussen im kalifornischen Wilden Westen. Die Männer achten sie alle, begehren sie aber auch. Besonders deutlich zeigt das ein ausgesprochenes Raubein, der Sheriff Jack Rance (Michael Volle).

Der 1. Akt greift beherzt ins volle Milieu. Das Lagerleben besteht am Abend aus Kartenspiel und Whiskytrinken. Auf den Tischen wird getanzt, einer spendiert Zigarren, ein anderer “Whisky für alle”. Sentimentales Heimweh grassiert. Das Bühnenbild schafft reizvolle optische Fixpunkte. Falschspielern geht’s ohne viel Federlesens an den Kragen. Minnie schlichtet einen Streit mit der Knarre in der Hand. Trinkfest ist sie ausserdem. Und gibt Bibelunterricht. 

Ein Postillon kommt. Eine zwielichtige Frau soll behauptet haben, das Versteck des gesuchten Banditen Ramirez zu kennen. Der Sheriff bekennt, dass er Minnie liebt, aber sie weist ihn ab. Rance holt weit aus, seinen Lebensweg mit vollem stimmlichen Einsatz zu schildern. Minnie tut’s ihm gleich, hier die Stimme aufs Äusserste forcierend. 

Ein Fremder tritt ein, erzeugt zunächst Befremden. Er und Minnie sind sich schon früher begegnet. Dieser Mr. Johnson (vorzüglich: Marcelo Álvarez) stösst auf Ablehnung, aber Minnie bürgt für ihn. Beide tanzen zusammen. 

Minnie und Johnson allein zu zweit. Ihr gegenseitiges Vertrauen wächst. Minnie bewacht das dort deponierte Gold der Lagerinsassen. Sie lädt ihn zu sich nach Hause ein. 

Der zweite Akt spielt in Minnies häuslicher Umgebung. Sie macht sich fein, um ihren Besuch zu empfangen. Johnson kommt. 

Sie schildert ihr Leben. Beide diskutieren über die Liebe. Ein Kuss wird gewährt. Schüsse ertönen draussen. Johnson: “Ich will dich für immer ! “ Sein Name sei Dick, sagt er. Jack Rance kommt herein und sagt, Johnson sei der gesuchte Ramirez. Kellner Nick (Stephan Rügamer) will ihn auf dem Weg zu Minnies Haus gesehen haben. Minnie ist gewarnt. 

Johnson verlässt das Haus, und draussen trifft ihn ein Schuss. Er flieht verwundet zurück zu ihr, sie verbirgt ihn auf dem Dachboden.  Jack Rance sucht ihn und erkennt an einem Tropfen Blut, wo er steckt. Sie schlägt absichtsvoll eine Pokerpartie um das Leben von Johnson vor. Er willigt ein. Sie spielen, Minnie gewinnt. Mit einer falschen Karte. Und triumphiert. 

Schneegestöber. Sehr fantasievolle Projektion. Dritter Akt. Hasstirade von Jack Rance. Ein Gehenkter baumelt von der Decke. Ein Pickup rollt herein, und die Verfolger von Ramirez jubeln: der Gesuchte ist gefunden! Ein mächtiger Wirbel mit Feuerwerk: Ramirez soll hängen. Jack Rance verspottet ihn. Dessen Schlusswort, dann senkt sich die Schlinge herab. Aber Minnie gebietet Einhalt. Sie erwirkt allseitige Verzeihung und enteilt mit ihrem Geliebten in ein neues Leben. 

Die Stimmen der Hauptakteure  werden, von einigen anfänglichen, der Dramatik geschuldeten Forcierungen abgesehen, ihrem darstellerischen Ausdruck absolut gerecht. Ein plausibles Bühnenbild und vorzügliche Lichtregie unterstützen die szenische Wirkung. Eine insgesamt überzeugende Aufführung, die auch für die streckenweise kolportagehafte Handlung einen guten, einleuchtenden und bewegenden Ausdruck findet. 

Antonio Pappano am Pult der Staatskapelle erreicht vom ersten Takt an die optimale Balance zwischen vitalem Auftrumpfen und feinsinnig-sensibler Melodik. Das Ganze ist schönster Puccini in einer überaus sorgfältigen Interpretation. 

Reicher, verdienter Applaus, ein erlösender Abend: endlich wieder vor wirklichem, wenn auch hygienebedingt vermindertem Publikum.

Horst Rödiger
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