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''Die Pointe sitzt, der Applaus donnert, doch die kabarettistischen Nummern machen nur die Hälfte des Abends aus. Die andere Hälfte besteht aus Songs, die Chin Meyer aus dem Stegreif erfindet.

Er fragt Pärchen im Publikum, wie sie sich kennengelernt haben und lässt sie Lose ziehen, auf denen ein Musikstil steht. Dann improvisiert er drauflos. Er besingt Manuela und Klaus, die sich in einem Lokal mit Tischtelefonen kennengelernt haben, oder das Lobbyistenpärchen Alexander und Rayani, das sich in Berlin-Mitte ein kleines Büro teilt. Es ist unglaublich, was die Zuschauerinnen und Zuschauer Chin Meyer alles erzählen und wie schnell er es verarbeitet, doch wirklich treffsicher wirken die Pointen nicht. Zwischen den improvisierten Liedern und den vorher einstudierten Texten gibt es riesige Qualitätsunterschiede.

Immerhin reißt Chin Meyer durch seinen Charme das Publikum mit. Die Songs klingen launig und die Kabarettnummern haben Widerhaken.'' schreibt Oliver Kranz auf rbbKultur
Kritik zu: Möwe
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''Die Inszenierung legt natürlich nah, dass es diese Frauenrollen für vorsintflutlich hält – führt sie aber paradoxerweise trotzdem auf. Epply zeigt, dass sie all diese zuckersüßen und erotisch-frechen Stereotype bedienen kann – und wird dafür engagiert.

Am Ende erscheint Nina tatsächlich auf der Homepage des Berliner Ensembles – sie hat es geschafft, genau wie Lili Epply im richtigen Leben. Dass die Intendanz des Berliner Ensembles nun ausgerechnet dieses Vorsprechen mit stereotypen Sexsymbolen (und deren Brechung) als herausragend bezeichnet und als eigenen Abend ins Programm nimmt, hinterlässt zumindest einen irritierenden Nachgeschmack.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur
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''Die Probebühne ist für die Präsentation der richtige Ort ist, wirkt das Ganze doch sehr wie eine Fingerübung. Interessantes Thema – aber der Text bleibt kryptisch, wenn man ihn nur gesprochen hört. Wuttke und Lembeck stehen eine Stunde lang um eine Tischtennisplatte herum, spielen ein bisschen Pingpong, zwischendurch gehen sie auf den Balkon und werden per Live-Video zugeschaltet. Die Hälfte des Abends lesen sie ihren Text vom Blatt ab, weil er ja grade erst fertig geworden ist. Und Martin Wuttke klingt geradewegs so, als würde er Pollesch- oder Castorf sprechen.

Ohnehin ist das eine Krux des neuen Volksbühnen-Teams: Es scheint aus dem distanzierten Sprech nicht herauszukommen, jeder Text klingt wie bei Pollesch, ob das wie zuletzt Kathrin Angerer in "MiniMe" ist oder nun Martin Wuttke.'' schreibt Barbara Behrendt auf rbbKultur