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''Schwierig am "Fliegenden Holländer" sind vor allem die beiden Killer-Titelpartien. Daniela Köhler – sie singt im kommenden Jahr Brünnhilde in Bayreuth – hat für die Senta damenhafte Belcanto-Schreie im Revers. Wahre Herzstich-Töne, wie ich sie noch bei keiner Sängerin der Senta je erlebt habe. Günter Papendell als Holländer: aasig, moritatenhaft deklamierend, ein Mackie Messer auf See. Sie machen das ganz toll. Auch etliche im Ensemble, darunter Jens Larsen (Daland) und Caspar Singh (Steuermann), habe ich nie besser gehört oder gesehen als hier. Alles klingt eine Ecke expressionistischer als gewohnt. Und rechtfertigt sich durch eben diese Differenz.

Also: vielleicht Fritschs beste Opernarbeit bislang. (Sein "Don Giovanni" vor acht Jahren dagegen war für diese Art des Klapparatismus-Theaters ein zu langes und zu kompliziertes Stück ...). Übrigens ist der Mann einer der besten Chor-Regisseure, die ich überhaupt kenne, und kann damit hier prunken. Der Chor ist darstellerisch überragend. Ein Abend wie ein Faustschlag.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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''Die "Klima-Monologe" würden auch als Hörspiel funktionieren. Die Schauspieler:innen stehen am Rand der Bühne und sprechen ins Mikrofon. Aber die Bilder entstehen im Kopf und wirken stärker als jedes Foto: Menschen, die vor Waldbränden fliehen in Autos, die so heiß sind, dass die Scheiben zerspringen. Tiere, die tot und verhungert auf der rissigen Erde liegen. Es wird einem nichts erspart, auch nicht die Vorstellung von kleinen Kindern auf Booten, die kentern, während die Kinder versuchen, sich an den Kleidern der Mütter festzuhalten.

Die Informationen, die die Klimamonologe liefern, sind nicht neu. Aber das Konzept geht auf: Mit Hilfe der Geschichten kommt man den Schicksalen der Menschen ganz nah. Man kann nicht wegschauen. Die Bilder setzen sich in Kopf und Herzen fest und fordern zum Handeln auf.'' schreibt Regine Bruckmann auf rbbKultur
Kritik zu: Der Nussknacker
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''Insgesamt hat Giorgio Madia die Anforderungen an das tänzerische Niveau in den Szenen, die er ernst meint, also nicht ironisch angeht, etwa im Blumenwalzer oder im Liebes-Pas-de-Deux, abgesenkt. Das hat wenig zu tun mit dem, was man von den großen internationalen Compagnien erwarten kann. Er lässt v.a. pantomimisch-darstellerisch agieren, hat dieses Ballett auf die Fähigkeiten der kleinen Cottbusser Compagnie zugeschnitten. Er selbst nennt das eine "Kammerversion", 18 Tänzerinnen und Tänzer übernehmen alle Rollen, also extrem wenige und Ballettschülerinnen und -Schüler wie sonst oft üblich bei "Nussknacker"-Aufführungen gibt es hier nicht.

Wie in seinen bisherigen Cottbusser Inszenierungen und in seinen drei Choreografien für das Berliner Staatsballett in den Nuller- und Zehner-Jahren setzt Giorgio Madia auch hier auf revuehafte Unterhaltung, auf Situationskomik und kleine Albernheiten, auf wunderlich-phantasievolle Drolligkeiten. Und das funktioniert alles gut, da er seine Handlung stimmig und ganz im Einklang mit Tschaikowskys Musik erzählt. Das Cottbusser Premierenpublikum war begeistert, es gab Jubel, auch Standing Ovations. Dieser "Nussknacker" wird in der Adventszeit noch viele Zuschauer in Cottbus glücklich machen.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur