Kritik zu: Can Touch This
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''Der Choreograf Leandro Kees ist an dieses für Kinder und Jugendliche heikle Thema auf lustvolle und komische Weise herangegangen, in Form einer Humoreske, einer Themen-Revue, in der alles angesprochen wird, was mit Berührung zu tun hat: die Sehnsucht danach und die Angst davor, die familiäre, soziale und kulturelle Prägung jedes Einzelnen, die Regeln und Normen, mit denen körperliche Nähe umstellt ist oder auch die unerwünschte Nähe, die als Gewalt erlebt werden kann – MeToo ist hier also inbegriffen. Fünf Tänzerinnen und Tänzer in schlichten Hosen und weißen T-Shirts springen in Spielsituationen, in Tanz und Körpersprachen-Theater und das offensichtlich in der Annahme, man könne das junge Publikum mit etwas Comedy am besten erreichen. (...)

Dieses Stück ist ein lockeres Umkreisen der Themen, ohne in die Tiefe gehen zu wollen. Vieles wird kurz angerissen, aber es wird nicht viel gewagt, kaum Grenzen überschritten, kein Risiko eingegangen. Da wären mehr Zumutungen und Zuspitzungen möglich gewesen, mehr Schärfe und Härte. So etwas auszuhalten, ist auch dem jüngeren Tanzpublikum zuzutrauen und es gibt auch solche herausfordernden Tanzstücke für Kinder und Jugendliche, auch beim Purple-Festival für junges Publikum, in dessen Rahmen diese Produktion gezeigt wird. Leandro Kees und sein Tänzerteam haben sich für den humoresken Weg entschieden, wodurch alles zwar sympathisch, aber auch etwas harmlos, gefällig und nett wirkt. Beim jungen Tanzpublikum ist das jedoch gut angekommen – es gab viel Jubel am Ende.'' schreibt Frank Schmid auf rbbKultur
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''Die Inszenierung bleibt im Gestern. Blumentapete, Schleiflackmöbel, Polaroidkamera, Kassettenrekorder. Die Ossis tragen lackbraune Kleidung, die Wessis schicke graue Anzüge, die Ossis trinken Flaschenbier, die Wessis Rotwein. Nostalgie pur, kein Klischee wird ausgelassen, alle Themen und Debatten, Phrasen und Parolen der Wendezeit auf Volkshochschulniveau wiedergekäut. Warum die Mangelwirtschaft der DDR schief lief und wie ein Spitzel arbeitete, wie eng Staat und Gewerkschaft verflochten waren. Honecker-Witze werden gerissen, die DDR-Hymne ertönt, Opa hörte alte Ulbrecht-Reden. Karat und Phudys erklingen. Und West-Autor Steinheim saugt alles gierig auf, als würden neue Weisheiten verkündet. Doch der Erkenntnis- und Unterhaltungswert legt in Wahrheit bei Null.

Die Darsteller geben sich alle Mühe, kommen aber übers Klischee nicht hinaus. Jon-Kaare Koppe gibt den arbeitslosen Benno Grimm als sympathischen Loser mit Berliner Schnauze. Kristin Muthwill ist als Trude Grimm von zupackender Gradlinigkeit. Joachim Berger gibt einen bärbeißigen und bauernschlauen Alten. David Hörning einen aufrichtig netten Sohn. René Schwittay glüht als Schriftsteller und Drehbuchautor vor Eifer und Wahrheitsliebe. Andreas Spaniol bolz kabarettreif alte Parteisekretäre und ausgemusterte Stasi-Spitzel auf die Bühne. Manchmal ist das ganz lustig, aber eigentlich hat man alles schon 1000 Mal gesehen und gehört. Es ist keine gute Idee, eine alte Fernseh-Serie, die übers Fernsehen nachdenkt, nach 25 Jahren noch einmal für das Theater zu recyceln.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur
Kritik zu: Drei Mal Leben
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''Regisseurin Andrea Breth, weniger für absurde Komik als für sensible Psychologie bekannt, hält die Darsteller und die Komik an der kurzen Leine. Die Schauspieler dürfen für Momente ihrem Affen Zucker geben und ausgelassen herum blödeln, schreien, saufen, sich an die Wäsche gehen, doch dann tritt sie auf die Bremsen, legt kleine Kunst-Pausen ein, lässt die Figuren zu Eis erstarren und in sich hinein horchen.

Auf turbulentes Tohuwabohu folgt gähnende Stille, auf zotige Witzelei folgt zähes Ringen um jedes Wort und jeden Ton. Sie schürft tief und sucht nach philosophischem Sinn, wo eigentlich nur der Wahnsinn des banalen Alltags wütet. Für meinen Geschmack hat die Inszenierung zu wenig Tempo und Esprit, zu wenig Eleganz und Erotik: Sie ist von existenzieller Wucht, aber nicht von komischer Leichtigkeit, nachdenklich, aber nicht brillant, unsentimental, aber nicht zärtlich, ihr fehlt der Zauber und die Poesie, die aus einem guten einen wirklich gelungenen Theaterabend macht.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur

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