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''Der Text wirkt, als sei er in den 1950ern geschrieben worden, nicht 1989. Und er wird genau so, Wort für Wort, vom Blatt gespielt. Bei aller Liebe für Volkstheater und Boulevard – so ist das heute nicht mehr spielbar. Zu bezweifeln bleibt, ob es das 1989 war.

Auch auf der Bühne scheint die Zeit stehengeblieben: Der Musiker trägt rosa Latzhose (!), der Italiener Hawaiihemd, der Professor braun-kariertes Oberhemd. Niemand darunter, bei dem Frau schwach werden könnte. Gabi dagegen spricht so affektiert eine Oktave zu hoch, dass man gar nicht in die Versuchung kommt, sie ernst zu nehmen.

Bei aller unfreiwilligen Ironie: Die Figuren und ihre Sprache sind durchaus ernst gemeint, trotz komödiantischem Ton. Unübersehbar, dass hier teils ungelernte Spieler am Werk sind, die noch dazu ohne Regisseur geprobt haben.'' schreibt Barbara Behrend auf kulturradio.de
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''Ungenehm zu singen ist das beständige Parlandissimo von Sciarrino gewiss. Bei Otto Katzameier (den wir aus Sciarrinos "Macbeth" und aus "Luci mie traditrici" kennen) sowie Laura Aikin und Charles Workman haben wir es indes mit sehr guten, recht prominenten Spezialisten zu tun. Mit der Premiere endet die Geschichte des Festivals "Infektion!" (in der noch ein paar Kammerkonzerte folgen).

Und zwar fast mit dem Eindruck, es handele sich um eine Altlast. Unter dem neuen Intendanten Matthias Schulz soll es das Festival anscheinend nicht mehr geben. Schade drum! Nur hinterlässt diese Produktion den durchaus schalen Nachgeschmack, als hätten sich die Neue Musik-Kräfte an diesem Haus inzwischen auch leicht verbraucht. Aufführungsgeschichte wird man mit dieser Premiere gewiss nicht schreiben.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf kulturradio.de
Kritik zu: Seuche
''Junge Schauspieler also, auf die man sich durchaus freuen kann. Was allerdings nicht bedeutet, dass der Abend ganz gelungen wäre. Im Zentrum steht deutlich die Aufgabe, die Spieler zu präsentieren: Jeder bekommt gleich viel Text, jeder darf zeigen, was er kann. Das Stück selbst aber bleibt ohne Klimax – auf zwei Stunden wird das dann recht zäh. Inhaltlich kann der Text nicht überzeugen, dafür ist die Auseinandersetzung mit dem Thema zu oberflächlich: die einen fliehen, die anderen nehmen Drogen, die Dritten sterben in Freundschaft – diese Aufteilung und Deutung gerät dann doch zu banal und flach.

Zudem wird erkennbar, dass die Produktion ohne Dramaturg gearbeitet hat. Nicht, dass Dramaturgen heute am Theater noch viel zu sagen hätten, doch es hat spürbar jemand gefehlt,  der die Geschichte festzurrt, der die dramaturgischen Widersprüche und Leerstellen beseitigt. Da die Autoren allerdings den Text zu verwerten hatten, den ihre Schauspielkollegen mit der Regie entwickelt haben, waren sie wohl auf bestimmte Abläufe festgelegt. Um der Schauspieler Willen geht das dann auch durchaus in Ordnung.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

 

3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
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