Kritik zu: Alte Meister
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''Es ist ein leicht grotesker, leidlich absurder Abend, der von Ferne an Marthalers musikalische Ausflüge in die Welt der Untoten erinnert, die sich die grausame Realität schön singen und die Welt nur schlafend ertragen, der aber nie dessen existenziellen Abgründe auch nur annähernd erreicht.

Zum Schluss teilt eine Reger-Stimme mit, dass er für heute Abend zwei Eintrittskarten für die Vorstellung von Kleists „Zerbrochenen Krug“ im Burgtheater gekauft hat, und dass er möchte, dass Atzbacher ihn begleitet. „Sie wissen, ich bin Jahrzehnte nicht mehr im Burgtheater gewesen und ich hasse nichts mehr, als das Burgtheater, tatsächlich nichts mehr, als die Dramatische Kunst überhaupt, aber ich dachte gestern, ich gehe morgen ins Burgtheater und schaue mir den „Zerbrochenen Krug“ an. Nehmen Sie die zweite Karte und gehen Sie mit mir heute Abend ins Burgtheater, teilen Sie mit mir das Vergnügen dieser perversen Verrücktheit, mein lieber Atzbacher, sagte Reger. Tatsächlich bin ich am Abend mit Reger in das Burgtheater und in den Zerbrochen Krug gegangen. Die Vorstellung war entsetzlich.“

Entsetzlich war die Vorstellung von „Alte Meister“ nicht. Aber sie hat wieder einmal bewiesen, dass eine überzeugende Dramatisierung eines großen Romans nur selten gelingt, und man vielleicht eine solche Inszenierung nur halbwegs genießen kann, wenn man den Roman nicht gelesen hat und nicht kennt.'' schreibt Frank Dietschreit auf kulturradio.de
Kritik zu: Die Parallelwelt
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''Die längste Zeit der zähen, durchweg vorhersehbaren zwei Stunden aber weiß Voges die Anwesenheit realer Schauspieler kaum zu nutzen. Und verschenkt somit die vielleicht interessanteste Frage dieser Inszenierung im Zeitalter der Digitalisierung: Was hat der stoffliche, materialisierte Körper in all seiner Sinnlichkeit und Nähe, in seiner direkten Ansprache an den Zuschauer dem zweidimensionalen Videobild voraus – und wo siegt die Nahaufnahme, das inszenierte Bild über das reale Fleisch und Blut? Große Schauspieler wie Peter Moltzen, Stephanie Eidt, Annika Meier, Josefin Platt agieren in ihrem abgesteckten Quadrat fast ausschließlich mit Blick in die Linse, verdeckt vom Kameramann. Hochwertig produzierte Videos, perfektionierte technische Abläufe und hübsch ausstaffierte philosophische Thesenträger sind an diesem Abend zu sehen – aber keine Menschen.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
Kritik zu: Auf der Straße
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''Das Format eines solchen Doku-Theaters hat allerdings Grenzen. Selbstverständlich verfolgt Breece eine klare Botschaft: mehr Respekt und Mitgefühl für die Schwachen der Gesellschaft. Im Kern sehen wir einen sozialpolitischen Aufklärungsabend, der immer wieder ins allzu Pädagogische abgleitet – vor allem dann, wenn sich ein integrativer Chor im Publikum erhebt und, herzensgut gemeint, vom "Nicht wegschauen" singt.

Die Laien auf der Bühne bleiben dagegen auf ihre Rolle festgelegt – die des Opfers der Gesellschaft. Da hätte es sicher noch mehr menschliche Facetten auszuloten gegeben, doch Breece wählt den thematischen Zugang, möchte das Thema weit aufgefächert diskutieren, keine Einzelschicksale zu sehr ins Zentrum rücken. Ein berührender, faktenreicher Abend ist ihr dabei durchaus gelungen. Unheimlich, so deutlich vor Augen geführt zu bekommen, wie schmal der Grat zwischen den sogenannten Gewinnern und Verlierern im reichen Deutschland ist. Und nicht nur dort.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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