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''Zum Glück entwickeln die Rubatos schon immer, seit der Gründung der Compagnie 1985 ihre Stücke aus dem Raum, dem Körper, der Bewegung, suchen nach tänzerisch-bildhaften Ausdrucksformen für ihre Ideen und Themen – was sie von den heute jungen Tanzkünstlern und ihrer Fokussierung auf Konzept und Performance unterscheidet.
Diesmal jedoch scheinen das Thema, die Episodenhaftigkeit und Bildhaftigkeit und die Orientierung an Ikonen der Zeitgeschichte eher phantasiehemmend bei Tanz und Bewegung gewesen zu sein – ganz anders als in den meisten früheren Stücken mit ihrer oft ungeheuren Fülle an szenischen und tänzerischen Einfällen.

Hier sieht man zwar das Bemühen zu neuen Bewegungsformen, aber es bleibt bei vielen Kreis- und Reigentänzen, bei Stampf-Klatsch-Rhythmus-Märschen, bei folkloristischem Ringtanz und Kreiseln um sich selbst, bei Herum-Irrlichtern, bei Schwingen, Pendeln und Ausbalancieren – Gesten, Bewegungen und Tänze, die Hoffen, Sehnen, Vorwärtsdrängen und Verzweiflung ausdrücken – das ist überdeutlich, beliebig und zu wenig einfallsreich.'' schreibt Frank Schmid auf kulturradio.de
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''Die gesellschaftspolitische Ebene Tschechows, der Umbruch in eine neue Zeit ist gestrichen. Die Regisseurin spitzt zu und erschafft – ihre große Stärke – eine eigene, geschlossene Kunstwelt. Das sich drehende Haus, auf das Schemen und Schatten projiziert werden, durch das ferne Stimmen und Musiken hallen, entwickelt eine schaurige Albtraumatmosphäre.

Bevölkert wird diese Welt von den entmenschlichten Puppen. Wie diese männlichen Schwestern vom Regiekonzept immer wieder abgehalten werden, in ihre Rollen einzutauchen, ist schnell ermattend. Man möchte sich schon nach Moskau wünschen, da tritt in den letzten Minuten noch einmal Angela Winkler an den Bühnenrand. Sie wiederholt die Sätze von der Vergänglichkeit, dem Vergessen, die an diesem Abend schon so oft gefallen sind. Doch wie sie sie aus ihrem Innersten just in diesem Moment zu befreien scheint, sie befragt, befühlt, bekommen die Worte so viel Kraft, so viel Verzweiflung, Trotz, Leben, dass das überflüssige Maskenspiel zuvor tatsächlich wie ein entfernter Albtraum wirkt.

Ein Mensch auf der Bühne, der liebt, leidet, lebt – was für eine Seltenheit. Innerhalb von nur drei Minuten rettet Angela Winkler die Erinnerung daran, wie groß diese Tschechow’schen "Drei Schwestern" sein können.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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''Die Absicht ist verstehbar: Petras möchte den abgrundtiefen Geschichten mit Leichtigkeit begegnen – dass gerade in der schwersten Trauer oft große Komik liegt, lehrten ja schon Beckett und Tschechow. Und wie auch soll man diese Figuren auf die Bühne stellen, ohne in Elends-Voyeurismus oder eine Milieu-Studie abzugleiten?

Doch Petras inszeniert nicht leicht, sondern brachial, mit Hang zur Karikatur. Jeder wahrhaftigen Menschlichkeit weicht er derart panisch aus, dass man sich fragt, wovor er eigentlich davonläuft. Man kennt das allzu gut aus seiner Zeit als regieführender Intendant am Gorki Theater – vom größeren Interesse für "den Spieler, den Menschen auf der Bühne", das er sich gerade in einem Interview zuschrieb, nur Spurenelemente.

Clemens Meyers genauer, empathischer Blick für das ganz normale Elend der Menschen ist da deutlich mutiger.'' schreibt Barbara Behrendt auf kulturradio.de
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