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''Aus einem hoffnungsvoll rosa erleuchteten Hof-Fenster steigt ein Mann im rosa Anzug, über ihm wird eine niedliche weiße Watte-Wolke von Dachfirst zu Dachfirst gezogen. Und dann darf ich rein, in den geheiligten Theaterraum. Wie klein er doch ist, fast ganz ohne Stühle. Wieder heißt es Platz nehmen. Wieder eine Schauspielerin, die sich hierher verirrt hat, ganz in rosa, gelb und apricot. Sie fragt "So so, Sie sind Pessimist?" Bin ich gemeint? Nein. Hinter mir antwortet Maria Pescheks Stimme aus dem Off. Ja, sie sieht die Lage „unrosig“.

Und dann werde ich auf die Bühne geleitet. Der Vorhang fällt vor mir. Bevor ich mich als Schauspielerin fühlen kann, geht’s in das Foyer, ehemals ein Brausebad. Tropfen fallen, Dunkelheit. Und dann in den letzten Raum unter eine Gewitter-Wolke aus Hasengitterdraht. Ein rosa Helmut Dauner empfängt uns im Strickjäckchen. Er ist nicht sicher, ob wir wirklich sterben. Vielleicht trifft uns der Fluch der Souffleuse? Aber wir überleben, die Türen öffnen sich ins Freie. Auf die graue Straße.

Hinaus aus der bitter-süßen, poetischen Welt des TamS. Sie ist zauberhaft und leicht. Wie hingetupft mit dem Aquarellpinsel. Die Maske, ach ja, ich hab sie immer noch auf, ganz vergessen...'' schreibt Petra Herrmann am 21. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Der Zauberer von Oz wird gerne mit der legendären Judy Garland, Hauptdarstellerin des Musicals von 1939, in Verbindung gebracht. Renée Zellweger erhielt für ihre Darstellung der Judy Garland in der Filmbiografie Judy (2020) im Februar einen Academy Award. In der Kölner Theaterinszenierung wird die Person Garlands thematisiert und grob entmystifiziert. Es wird ausgerufen, sie habe zuletzt „Over the Rainbow“ nur noch des Geldes wegen gesungen. „Blut ist im Schuh“ wird einstimmig gerufen. Denn Garland war drogenabhängig und starb im Alter von 47 Jahren an einer Überdosis.

Die jungen Darsteller zeigen, wie in Tom Müllers Inszenierung von R.W. Fassbinders Tropfen auf heiße Steine nackte Haut, sind laut und unflätig. Und weil Frank Casalis Figur meint, er habe als Kind schon glänzen wollen und damit bei seiner Mutter keine Reaktion hervorlocken können, hat sich die Regie zu guter Letzt etwas Besonderes einfallen lassen. Im hautengen goldfarbig schimmernden Bodysuit rutschen die Darsteller gegen Ende vielfach durch Seifenlauge.

Videoeffekte, Komik, Slapstick, Hüpfakrobatik, Assoziationen, direkte Ansprache an das Publikum und andere szenische Einfälle reihen sich ambitioniert aneinander. Es wird viel in Der Zauberer von Oz hineingepackt. Doch es fehlt an Kohärenz und Klarheit. Augenblicksartige schauspielerische Glanznummern verdienen nichtsdestotrotz Anerkennung. Die Poesie des Märchens kommt in der überbordenden Collage schlussendlich etwas kurz.'' schreibt Ansgar Skoda am 16. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Julia Kurzweg hat eine in sich gezellte und nach oben offene Panoptikumsdrehbühne konstruiert, in deren Wohn- oder Aktionsräumen die Live-Kameraleute von De-Da-Productions zielführende Spannerdienste leisten; selbst der unerfahrenste Theatergänger in und außerhalb von Rheinland-Pfalz wird darin zwingend Castorf'sche Ästhetik schluckaufmäßig mitgeteilt bekommen haben, aber ist total okay so. Rüdiger Hauffe spielt den Beethoven-Biografen Schindler, und als solcher tut er Einiges aus dessen Monografie zitieren, aber auch als "Heutiger" (womöglich gar als Hauffe selbst) steuert er - wie als wäre er in diesem Stück der Conférencier - die einen oder andern Sätze bei.

Desweiteren gibt es Begegnungen und/ oder Monologe, Dialoge mit Anika Baumann als Bettina von Arnim; aus deren Briefen würde man erfahren haben, was mit Beethoven und seinem Frauenbild so alles war, also auch außerhalb seiner ihn nach und nach so furchtbar malträtierenden Ertaubungspein. / Zum Schluss der eine Stunde und zwanzig Minuten währenden TV-Performance tritt die Baumann dann als furchtbar aufgeblasene Europa-Brummsel auf; das war dann übrigens DIE Szene dieser Inszenierung überhaupt, zum Brüllen, denn: Europa sucht im Großen Saal des Staatstheaters Mainz nach ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, fragt immerfort "wo sind die denn?", "wo seid ihr?", "habe euch doch schon so viel gegeben", und dann wirft sie gar mit Euromünzen um sich und bekommt eine Corona-Luft-Attacke, woraufhin Michael Dahmen (als Singende Statue) mit einem Beatmungsgerät vorbei spaziert, und Europa keucht und hechelt, und dann ist sie einfach nicht mehr da; nur noch ihr Riesenblauesumstandskleid sprich die Europa-Flagge bleiben "heil" zurück... Den schauspielernden Vincent Doddema (als Beethoven) beobachtet man schließlich, wie er justament mit seinem Laptop eine Mail an die EU schreibt à la "entziehe ich Ihnen die Rechte an der Ode an die Freude"; wollte sicher sagen: Freude schöner Götterfunken, alles bla-bla-bla?!'' schreibt Andre Sokolowski am 15. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA

 

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