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''Wo sich echte Füchse und Waschbären gute Nacht sagen und die Natur sich die ehemals immerhin ca. 1.000 Sitzplätze umfassende Gustav-Böß-Freilichtbühne zurück geholt hat, beendet nun Shakespeares Sommernachtstraum einen über Jahrzehnte dauernden Dornröschenschlaf. Für aufBruch-Regisseur Peter Atanassow geht es in Shakespeares Bühnenbestseller aber vor allem um das Unbewusste, den Kontrollverlust, symbolisiert durch den Athener Wald. Trieb, Macht, Liebe, Hass und auch ein paar Drogen sind im Spiel. Oberon (Frank Zimmermann) tritt auf als oberster Drogenboss mit seinem Dealer-Gehilfen Puck (Para Kiala). Good Fellas der politischen Ordnung, repräsentiert durch Theseus (Patrick Berg), den König von Athen. „Money makes the world go round.“ Eine Mischung aus Gangstern im Nadelstreifen und machistischen Cowboys im Camouflage-Look. „Cocaine” röhrt ein Eric-Clapton-Verschnitt zur Gitarre, und irgendwann gibt es für alle Eselsköpfe.

Dazwischen irren nun die vier jungen Athener Flüchtlinge mehr beobachtet und gelenkt als freiwillig durch das kleine Wäldchen, in das Bühnenbildner Holger Syrbe noch zwei rote Wachtürme und einen versteckten Podest hineingebaut hat. Hermia (Maja Borm) liebt Lysander (Hans-Jürgen Simon), soll aber Demetrius (Christian Krug) heiraten, den wiederum Helena (Bianca Waechter) unerwidert begehrt. Eine verzwickte Konstellation, die durch Puck und dessen falsch eingesetztes Zauberkraut, hier mittels weißem Pulver und Rauch aus der E-Zigarette verabreicht, noch verworrener wird. Ob da jede Nacht, die man in einem Rausch verbracht, wirklich Seligkeit und Glück bedeutet, wie der Gassenhauer glauben machen will, lässt sich angesichts des Chaos durchaus bezweifeln. Dass das Ganze auch ein paar ernste gesellschaftliche Aspekte hat, will Atanassow mit eingesprengseltem Fremdtext aus dem Drama In der Einsamkeit der Baumwollfelder von Bernhard-Maria Koltès und anderem Drogengeschwängertem verdeutlichen. Lange einsam bleibt hier aber niemand.'' schreibt Stefan Bock am 24. Juli 2020 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Theater geht
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''Für alle dienstbaren Theatergeister darf man im Hof kurz ein Licht im Fenster des Theaterraums im ersten Stock anschalten. Eine alte Tradition, wie es heißt. Wie von Geisterhand wird dann auch nach und nach das Licht auf der Treppe nach oben angeschaltet, über die der stufenweise Weg in den Lockdown der Theater und wieder hinaus nachvollzogen wird. Oben angekommen, übernimmt Lichttechniker Rio, ohne den hier nichts laufen würde. Und unter Anleitung von Travestie-Künstler Micha alias Daisy Orkan kann man, natürlich nur wenn man will, auf der leeren Brotfabrik-Bühne eine Shirley-Bassey-Nummer einüben. Glamouröser Goldfinger-Auftritt versus leer stehende Theater für Gerichtsverhandlungen nutzen, wie es Berlins Justizsenatorin vorschlägt. Die Entscheidung dürfte nicht schwer fallen. Eher schon die Wahl zwischen Kunstfreiheit und gesundheitlicher Unversehrtheit aller.

„Kunst ist Lebensmittel“, steht in großen Lettern auf der Fassade der Brotfabrik. Vom Auftritt als echte Supermarktkassiererin schwärmt eine Schauspielerin, die ihren Beruf momentan nicht ausüben kann. Aber es geht nicht nur um den Preis von Nudeln und Klopapier. Wie bestimmt sich der Wert von Kunst, was erwarte ich vom Theater, und was bin ich bereit dafür zu zahlen. Ist die digitale Kost nur ein fader Ersatz für die Livepräsenz im Theater? Beim Blick hinter die Kulissen in die Garderobe oder auf den wieder belebten Platz vor der Brotfabrik darf man die Gedanken schweifen lassen und auch ein Schild malen. Wer will, kann am Ende die Flügel ausbreiten und auf dem Vorplatz landen. Und vielleicht wird einem dafür sogar Beifall gespendet. Der gebührende Lohn, der den Theaterschaffenden momentan so fehlt, wie dem Publikum das Theater überhaupt. Apropos, es fehlen auch Spenden im ganz herkömmlichen Sinn, die, bis das Brotfabrik-Theater in leider noch nicht absehbarer Zeit wieder zum Normalbetrieb übergehen kann, auch dringend benötigt werden.'' schreibt Stefan Bock am 24. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Das immerlustige Einzel- und Gruppengeplapper hatte was von Buchstabensuppe oder Scrabbeln mit Soße. Am besten noch dieser Prolog-Ausraster, wo dann die Performerin sich über all die derzeit üblichen Abstands- und Hygieneregeln - jede(r) fügt denselbigen meist noch ein individuelles i-Tüpfelchen zu - voller Emphase ausließ.

Danach inflationierte es heterogen. Hundkater mit grillglutverbranntem Schwanz, Geranienkasten hinter Stacheldraht wegen herumscheißenden Katzen, eine CD mit dich umschlingenden Liedern, schwarzäugige Susannen, Liebe & Faschismus usf. Das Schöne des Events war, dass man die Theaterleute live aus Fleisch und Blut so vor sich hatte. Endlich wieder!!'' schreibt Andre Sokolowski am 25. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA

 

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