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''Wie ein Symbol für eine Abgrenzungsmöglichkeit wirkt ein breites, flaches, dunkel gehaltenes Wasserbecken, das die Bühne zum coronabedingt spärlich besetzten Zuschauerraum trennt. Tom und Laura begehen das Wasser, um von ihrer Mutter unbeobachtete Momente zu genießen. Auf Insistieren der Mutter lädt Tom einen Kollegen, Jim O’Connor (markant und lässig: Sören Wunderlich), zu sich nach Hause ein. Amanda erhofft sich eine gute Partie für ihre Tochter. Er kommt durch das Gewässer zum Haus. Später zeigt Laura Jim ihre Glasmenagerie auf dem Wasser. In Matthias Köhlers Produktion sind die Tiere der Glasmenagerie unscheinbare Lichtreflexe auf dem Wasser. Glas erscheint als Stoff für Lauras Träume sehr zerbrechlich. Ein gelungenes Bild: Ebenso schimmernd wie Glas spiegelt das Wasser ein klares Abbild der Bühne oder schimmernde Verzerrungen, wenn der Sohn oder Jim durchs Wasser zum Haus gehen oder es verlassen.

Neben der aufwendigen Kulisse überrascht die pausenlose Vorführung auch durch eine extravagante Staffage vom israelischen Bühnen- und Kostümbildner Ran Chai Bar-zvi. Beim Besuch Jims tragen so alle vier Darsteller weite, weiße Brautkleider. So wird auf bildlicher Ebene bewusst Amandas Hintergedanke einer möglichen Verkupplung ihrer Tochter übertrieben. Wer könnte hier wen freien? Objekt einer Brautwerbung könnten auch die Mutter oder der Sohn oder der betont selbstsicher auftretende Jim werden. Es kommt dann ja natürlich doch anders, als man denkt. Bereichert wird Matthias Köhlers sehenswerte und sorgfältig komponierte Inszenierung durch eine nuancierte Lichtregie (Licht: Ewa Górecki) und selten zu aufdringliche Ton- und Musik-Einspieler u. a. von verträumten Popsongs von CocoRosie oder Lana Del Rey (Musik: Philipp Pleßmann). Schade, dass gleich nach der Premiere die kommenden November-Vorstellungen aufgrund der gegebenen Umstände entfallen.'' schreibt Ansgar Skoda am 1. November 2020 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Die Vögel
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''Michael Nagy (als Ratefreund mit SS-Sturmbandführer-Attitüde), Günter Papendell (als menschgewesener und wieder menschgeword'ner "Obervogel" Wiedehopf) und Wolfgang Koch (als stockbesoff'ner Prometheus-Gescheiterter) verdienen ob ihrer gesanglichen und mehr noch schauspielernden Leistungen die dreifach deutlichste Erwähnung!!! Letzgenannter zählt dann übrigens zum Altbekanntenkreis des Regisseurs, mit ihm hatte er hochgrandios den letzten Bayreuth-Ring zu exerzieren gewusst; daher auch die besonders herzliche Umarmung der zwei Durchgetesteten am Ende.

Eine Hundertschaft an Mitwirkenden spielte immerhin dann nicht vor gänzlichem leerem Haus, obgleich der Livestream von jenen angeblich 50 anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauern nicht eindeutig etwas vermittelte - - bloß lauter leere Sitzreihen; aber ihr Beifall und ihr Beifallstrampeln waren letztlich doch unüberhörbar. Wann geht der Corona-Spuk endlich vorüber?'' schreibt Andre Sokolowski am 31. Oktober 2020 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Maria Stuart
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''Zwei Frauen unter dem Einfluss von Männern, die sich gern reden hören und ihre Ratschläge und Urteile für die einzig richtigen halten. Dagegen opponiert Maria zwar sehr schnippisch und auch mal wütend, letztendlich aber vergebens. Ihr Leumund ist nicht der Beste, womit sie selbst noch bei der letzten Beichte von ihrem alten Freund Melville (Jeremy Mockridge) gepeinigt wird. Königin Elisabeth verzweifelt dagegen eher an der ihr abverlangten Entscheidungsrolle. Sie kann sich aus Gründen der Staatsraison nicht von den Einflüsterungen ihrer Berater emanzipieren und für die Begnadigung Marias entscheiden. Beim Duell der beiden Frauen im mittleren Hauptraum kommt es zwar nicht zum erwarteten Zickenkrieg, aber sie finden auch nicht zu einer gemeinsamen Sprache. In einem Spiel, das von Männern bestimmt wird, haben sie selbst als Königinnen nicht das Zepter in der Hand. Maria ist auf Männer wie Lancaster oder den von Jeremy Mockridge etwas überdreht und pennälerhaft dargestellten katholischen Eiferer Mortimer angewiesen. Das bekommt bei aller Albernheit, bei der Mockridge sogar die Hose herunterlässt, doch auch etwas Übergriffiges.

Anne Lenk gibt sich sichtlich Mühe, dem Schiller’schen Intrigenspiel etwas Heutiges abzugewinnen. Dabei steht ihr aber vor allem der hochtrabend pathetische Text im Weg, was sie durch etwas Ironie zu brechen versucht. Ein launiges, schräges Typenballett von lauter Einzeltänzern. Die beiden Königinnen tragen zweimal auch vergrößerte Pappmache-Köpfe wie überhöhte Idealisierungen, wohinter ihre wahren Empfindungen verschwinden. Im Kampf der beiden Frauen gibt es keine Siegerin, auch wenn die Regisseurin der Maria scheinbar etwas mehr Sympathie entgegenbringt. Am Ende steht die sie um ihre Freiheit in der Wahl in Herzensangelegenheiten beneidende Elisabeth nach dem Entscheidungs-Eiertanz (mit Caner Sunar als etwas überfordertem Staatssekretär Davison) um das Todesurteil der Maria zu guter Letzt ziemlich allein da.'' schreibt Stefan Bock am 31. Oktober 2020 auf KULTURA-EXTRA

 

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