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''Über den deutsch-koreanischen Senkrechtstarter Bonn Park musste ich mich erst vorab ein bisschen informieren, denn er war, als Stückeschreiber, bisher nicht auf meinem Schirm (...)

Sein Stück hatte es jetzt zu den AUTOR:INNENTHEATERTAGEN in die Kammerspiele des DT Berlin geschafft. Es heißt Die Räuber der Herzen, und es wurde im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses Hamburg, welches hiermit anreiste, vom Autor höchstpersönlich inszeniert.

Gehört, gesehen. Und im Ganzen ziemlich albern und arg zynisch. Kurzum: Eine Nullität.'' schreibt Andre Sokolowski am 15. Juni 2022 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Zwei Krawatten
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''Dogmatisch scheint die Staatsoperette ihren Namen freilich nicht zu verstehen. Mit Operette haben Zwei Krawatten von Georg Kaiser, dem expressionistischen Autor der Theaterstücke Von morgens bis mitternachts oder Gas, und dem Komponisten Mischa Spoliansky weder musikalisch, noch inhaltlich, noch in der Form etwas zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine typische Revue im Stil der nur scheinbar „goldenen“ zwanziger Jahre, die im Schatten der Fernsehserie Babylon Berlin zu neuem Leben erweckt wird. In der deutschen Hauptstadt bildete sich damals, im Vorfeld der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, eine eigene Spielart des amerikanischen Vorbilds am Broadway und im Film heraus. Gespielt wird, revueadäquat, auf einer steilen Treppe mit den Musikern am Rande. In Dresden tritt auch eine Imitation der Comedian Harmonists auf, deren Karriere gerade begonnen hatte, als die Zwei Krawatten, mit unter anderem Hans Albers und Marlene Dietrich, uraufgeführt wurden. Sie singen so bekannte und bis heute gecoverte Hits von Mischa Spoliansky wie "Wie werde ich glücklich, wie werde ich froh", "Heute Nacht oder nie" oder "Ich weiß das ist nicht so". (...)

Zu den Zutaten der Show zählen hinzugefügte Songs, ein Komikerpaar mit pantomimischen Tricks, tänzerische Einlagen und nackerte Körper. Und was, wenn nicht ein Lob auf das (geschlechtliche) Anders-Sein, rechtfertigte diesen Rückblick in das vergangene Jahrhundert. Jedenfalls ins Jahr 1929. Ein paar Jahre später wurden Typen mit vorgeschobener Hüfte, wie man sie hier bestaunt, verfolgt und ermordet. Diese Wahrheit will man freilich den Enkeln der Mörder in der Staatsoperette nicht zumuten.'' schreibt Thomas Rothschild am 13. Juni 2022 auf KULTURA-EXTRA
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''Die am positiv Auffallendste, sowohl was ihre Stimme als auch ihre schauspielernde Dominanz betrifft, ist Heidi Stober (als Eva)! Johan Reuters Bass liegt etwas höher als die herkömmlichen Sachs-Bässe und hält seiner Enormbelastung bis zur so genannten Ansprache gut stand. Die Stimme von Klaus Florian Vogt kann ich bald nicht mehr hören - überall singt er jetzt auch noch jene Wagnerrollen, die ihn eigentlich dann völlig überfordern würden oder werden; und als Walther hatte ich ihn auch schon oft, zu oft, erlebt. Kurzum: Ich bin ihn satt. Ya-Chung Huang (als David) sang sehr, sehr, sehr schön. Philipp Jekal bewegte sich gekonnt auf Krücken vorwärts, und das sah auch ziemlich komisch aus - von der hochkomödiantischen Brillanz der Brück's und Kränzle's ist er freilich meilenweit entfernt. Der Pogner Albert Pesendorfers: geht so. Markus Stenz hatte das Dirigat von dem verhinderten Sir Donald Runnicles kurzfristig übernommen, und er hatte hörbar Schwierigkeiten, einen durchhaltbaren Gleichklang zwischen Chor und Orchester zu erreichen; A-Synchronität an vielen Stellen. Fast schon eine insgesamte Vollpleite.'' schreibt Andre Sokolowski am 13. Juni 2022 auf KULTURA-EXTRA