Kritik zu: So you can feel
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''So you can feel heißt auch das Pieter-Stück, aber - es dreht sich, wie man nach und nach beobachtet, ausschließlich "nur" um ihn. Er wechselt immerfort von einem Spiegel (seinem Spiegelbild), der (das) was weiter hinten auf ihn wartet und worin er sich, zur Selbstbestätigung, besieht, nach vorn, wo er das Selbstbesehene von vorhin nachbereitend wiederholt oder zitiert; so geht das immer hin und her. 

Auch lässt er Stück um Stück die Hüllen fallen, um sich zum Finale hin mit einem dickflüssigen Milchbrei "einzuseifen". Gleichsam wird ein vorgedrehtes Video, das ihn unterschiedlich groß bzw. klein auf einer Leinwand zeigt, zum kommunikativen Gegenüber. Mehr war eigentlich dann nicht.'' schreibt Andre Sokolowski am 17. November 2018 auf KULTURA-EXTRA
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''Ein überraschender Feueralarm im HAU kommt schon fast als prophetischer Ausbremser eines unermüdlichen Zwangs zur Aktion daher. Zwang ist aber Jungs Sache nicht. So wie der Abend im zweiten Teil dann auch mehr zur Ruhe kommt, melodischer wird und die andere Seite zeigt: den sein Scheitern reflektierenden Menschen als „Torpedokäfer“, wie der Arbeitstitel von Jungs Autobiografie mit dieser Erzählung lautet, aus der Krause Zwieback kurze Passagen spricht. Jung führt auch in der Nazizeit ein Leben auf der Flucht, muss immer wieder neu anfangen, sich mit verschiedensten Jobs durchschlagen, nimmt neuen Anlauf „und fällt und kriecht und fliegt und fällt“. Auch eine in den 1990er Jahren gegründete anarchistische Literatenkneipe im Prenzlauer Berg trägt diesen Namen und vertreibt im BasisDruck veröffentlichte Schriften. 

Dass es an diesem Abend nicht zur einseitigen Verklärung kommt, dafür sorgen auch das Tempo rausnehmende Einspielfilme, in denen die Schauspielerin Corinna Harfouch (auch Lebenspartnerin von Wolfgang Krause Zwieback) die Ehefrauen Franz Jungs spielt und spricht, deren Leben mit dem von Franz Jung mehr oder minder verhängnisvoll verbunden waren. Das sind wiederum für sich gesehen ebenfalls kleine Erzählungen von einerseits Bewunderung, der Suche nach Glück und Gemeinschaft und dann auch wieder vom Resümieren eines Scheiterns. Für einen besonders nachdenklichen Moment sorgt das tragische Schicksal von Jungs Tochter Dagny, der auch ein Song der Sterne gewidmet ist, und an deren Tod 1945 in der psychiatrischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien Jung sich schuldig fühlte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wagt er einen Neuanfang in den USA, kehrt dann aber, wie er es selbst bekannte, als „angetriebenes Strandgut“ nach Deutschland zurück. Geborgen hier für einen nur kurzen zweistündigen Abend. Die Franz-Jung- Werkausgabe ist in der Edition Nautilus erschienen.'' schreibt Stefan Bock am 16. November 2018 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Lohengrin
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''Die russische Sopranistin Anna Princeva glänzt als Elsa mit mädchenhafter Erscheinung, Verve, Intensität und Leidenschaft. Ihr lyrischer Sopran vermag farbenreich auch in den Piani zu leuchten. Der gebürtige Dortmunder Mirko Roschkowski gibt einen sanften und selbstgewissen Lohengrin. Er singt die Titelpartie voller Strahlkraft, hell timbriert, biegsam phrasierend, mit tenoralem, lyrischem Schmelz in der Stimme. Insbesondere seine kraft- und gefühlvoll umgesetzte Gralserzählung mit fein akzentuierten Pianissimi wird zu einem Erlebnis. Die gebürtige Wuppertalerin Dshamilja Kaiser verkörpert die Ortrud als machtvoll-erhabene Figur mit intensivem, dramatisch-kraftvollem und fokussiertem Mezzosopran. Der Isländer Tómas Tómasson wird als Friedrich von Telramund von Ortrud zum Widersacher Lohengrins angestachelt. Stimmlich fällt er gegenüber seiner Bühnenpartnerin etwas ab, weiß jedoch dies mit starker und eindrücklicher Bühnenpräsenz wettzumachen. Auch Pavel Kuninov als König Heinrich und Ivan Krutikov als Heerrufer reihen sich in das hochkarätige Sängerensemble mit sachlichem Auftreten und stimmlicher Präsenz exzellent ein. 

Die Chöre agieren differenziert und setzen präzise Akzente mit klanglicher Wucht im Forte. Unter dem Dirigat von Dirk Kraftan kann das Beethoven Orchester Bonn mit nuancierten Instrumentensoli etwa von Bühnentrompeten auf oberen Zuschauertribünen aufwarten. Wagners farbenreiche Musik wird mit allen dramatischen Zuspitzungen, Spannungsbögen und Entwicklungen ausgekostet. 

Sehnsucht, Hoffnung, Macht und Liebe und das Scheitern dieser großen Gefühle werden in der schwelenden Musik immer wieder –wie traumvollendet - greifbar. Am Ende zieht die vermeintliche Lichtgestalt von dannen. Es herrscht trostlose Desorientiertheit unter den Brabantern. Vielleicht ist es niemals heldenhaft, einen Erlöser herbeizusehnen. Denn der Glaube vermag auch in die Irre zu leiten. Der sirrende Geigenklang Wagners hallt auf dem Heimweg noch lange nach.'' schreibt Ansgar Skoda am 10. November 2018 auf KULTURA-EXTRA
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