Kritik zu: Parsifal
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''Wir konstatierten - rein vom Musikalischen her - , dass Sir Donald Runnicles mit seiner extraordinären Ausgedehntheit des von ihm bestimmten "Tempos" zwar in einen glaubwürdigen Langzeitweltrekord zu dringen drohte, diese Art von Langzeitlaune allerdings dann konzeptionell nicht weiter nachvollziehzbar war, was wiederum zur Folge hatte, dass man spätestens im Dritten Akt allen privaten Kampf gegen das müdigkeitsbedingte Abgesacktsein allgemeinster Art letztendlich aufgegeben hatte; mein Dahindämmern, als Beispiel nur, wurde dann erst wieder bei allmählichem Anschwellen des Schlussbeifalls gestört. 

Die Neu-Besetzung ließ sich hören: Brandon Jovanovich (Parsifal) und Elena Pankratova (Bayreuther Kundry) fielen ganz besonders ins Gewicht. Nochmal will ich die Produktion bestimmt nicht sehen; nein, es reicht.'' schreibt Andre Sokolowski am 20. April 2019 auf KULTURA-EXTRA
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''Prokofjews Die Verlobung im Kloster, die dann gestern Abend ihre FESTTAGS-Premiere hatte, besticht und glänzt - und zwar ganz ausschließlich - erneut und abermals durch einen gloriosen Klang der ihn herbeizaubernden Staatskapelle Berlin! Auch das gecastete SängerInnen-Ensemble kann sich hören & sehen lassen; ich erwähne hier (als Beispiel nur) die drei Protagonistinnen Anna Goryachova, Aida Garifullina und Violeta Urmana und (besonders:) den sich diesmal selbst überbietenden Stephan Rügamer, der zudem auch noch Trompete spielt und mit zwei Löffelchen auf Weingläsern herumpocht. Auch der Chor der Deutschen Staatsoper Berlin hat einen abschließenden Großauftritt; er darf (nachdem er vorher fast drei Stunden lang "versteckt" gehalten wurde) in schier prachtvollen und sichtlich sauteu'ren Kostümen (von Elena Zaytseva) final brillieren - jede/jeder tut da eine jeweils andere Opernfigur des weltweit abspielbaren Kanons vorführen, das sieht schon toll aus, wenn man es schier "unbeeinflusst" sieht!! (...)

Ab und zu werden lustige Videos gezeigt, die die geheutigten (tatsächlichen!) Akteure im privat gemachten Umfeld inszenieren; ebenso lustig lesen sich diverse Szenbenüberschriften und/oder -kommentare. Hah, hah, hah. Mich selten so gelangweilt. Jede Menge Buhs für die Regie, völlig zurecht.'' schreibt Andre Sokolowski am 14. April 2019 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Jugend ohne Gott
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''Es wird viel live gefilmt. Denis Geyersbach, der erst später seinen Auftritt als Lehrer hat, hält die Kamera immer wieder dicht vor die Gesichter der Jugendlichen, die dann in oft verfremdeten Großaufnahmen auf der Rückwand zu sehen sind. Darauf werden auch Zwischenüberschriften projiziert, die Themen benennen, um die es in den Berichten der Schüler geht. Immer wieder tauchen dabei Motive aus Horvaths Roman wie Befragungen der Schüler vor Gericht, das paramilitärische Zeltlager, oder die Geschichte mit dem vom Lehrer erbrochenen Kästchen mit dem Tagebuch auf. Inhaltlich geht es aber schon um die Probleme der Jugendlichen, die sich im Anspruch des breiten Wertekanons der heutigen Zeit nicht mehr zurecht finden. So beklagen sie sich darüber, dass stets von ihnen erwartet wird, sich kritisch, dabei aber auch immer politisch korrekt zu äußern, oder sich für die Umwelt einzusetzen. Aber auch Kritik am Selbstoptimierungswahn via Instagram und YouTube wird geübt. Es wird gedisst und gemobbt, Diskussionen über den Gebrauch des N-Worts arten aus und eine Schülerin outet sich selbstbewusst als AfD-Anhängerin.

Mit dem Bus geht es aus Berlin ins Zeltlager nach Sachsen. Dabei werden Zeltstangen an der Rampe zusammengesteckt und ein Zelt aufgebaut. Etwas Lagerfeuerfeeling kommt mit dem melancholischen Song "Fade Into You" von Mazzy Star auf. Aber es fehlt den Jugendlichen sichtlich an Orientierung, Hoffnung und Vertrauen in ihren Lehrer, den sie als nur wie ein Fisch beobachtend bezeichnen. Auch ein wichtiges Motiv aus Horváths Roman, das hier zur Anklage der Jugend gegen den Lehrer wird. Der kommt dann auch noch ausführlich zu Wort, in einem allerdings recht langen Monolog, der die Erlebnisse im Zeltlager um das Tagebuch schildert und die Beziehung eines der Jungen mit dem Mädchen aus der Räuberbande, die der Lehrer schweigend beobachtet. Eine Selbstreflektion in Sachen Schuld oder Selbstkritik der Erwachsenengeneration, das bleibt hier offen, wie der ganze Abend auch ein wenig an seinem für das Gorki mittlerweile typischen Frontalerzählstil krankt und schließlich in einem Epilog mit der Ansprache eines Astronauten aus der Zukunft an die Enkel mündet.'' schreibtStefan Bock am 13. April 2019 auf KULTURA-EXTRA

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3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
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Kritiken: 1900
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