Kritik zu: Macbeth
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Nach Schenkelklopfen ist nun also Hauen und Stechen im Monbijou Theater angesagt. Das nötige Theaterblut dafür schleppt man gleich in mehreren Zinkeimern und -wannen auf die Bühne. Das Geschehen um den schottischen Edelmann Macbeth, der, angestachelt von seiner Frau und den Weissagungen dreier Hexen, er würde es zum Thane von Cawdor und schließlich gar zum König von Schottland bringen, den alten Monarchen Duncan ermordet und nachfolgend noch viele weitere Widersacher ins Jenseits befördert, spielt sich hier in einer kleinen Sandkastenarena zu Füßen der Zuschauertribüne ab. Während hier noch die drei Hexen ihre verwunschenen Beschwörungsformeln im Original singen, rollen nach gewonnener Schlacht Macbeth und Kumpan Banco von oben herab.'' schreibt Stefan Bock am 2. August 2017 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Jakob Lenz
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Sehr anspruchsvoll ist die Titelpartie des Lenz´. Von Singen über Schreien, über Sprechen, über Flüstern - alle Formen der menschlichen Stimme sind gefordert. Der Wechsel zwischen Sprechen und Singen beansprucht die Stimme und damit Georg Nigl extrem. Georg Nigl verfügt über viel Erfahrung mit zeitgenössischer Musik, und die Rolle des Lenz´ hat er schon über 20 mal gesungen. Dirigent Franck Ollu entlockt dem Kammerorchester der Staatskapelle Berlin solistische Qualitäten. Die Musik wirkt intensiver in diesem reduzierten Set Up, kann sich wunderbar in den Stimmen der Solisten und des Vokalensembles entfalten. Tolles Stück und tolle Regiearbeit, die Wiederholung der Inszenierung von Stuttgart kann man noch vielen Opernhäusern wünschen.'' schreibt Steffen Kühn am 11. Juli 2017 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Bette & Joan
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Wohl nicht viel anders wird es auch dem eingangs schon erwähnten Duo Manon, Désirée ergangen sein - es wird sich allem Anschein nach (durch Regisseur Folke Braband) in die "Materie" nach und nach dann eingearbeitet haben lassen. Und sein spürbar leidenschaftlich-intensives Rollenstudium führte letzten Endes zu der glaubwürdig sich (auch zu mir) manifestiert habenden Menschendarstellung. 
Das augenscheinlich Tollste dieser Inszenierung war'n die filmisch nachgestellten Szenen aus dem Psychothriller Was geschah wirklich mit Baby Jane?! Quasi als Stück hinter dem Stück, wo es dann, ziemlich parallel, um ''schwesterliche'' Zu- und Abneigungen ging. 
Fantastische Kostüme - insbesondere diejenigen von Joan werden durch Désirée mit wollüstigster Trägerinnenwonne akzeptiert und angenommen worden sein. 
Sehr, sehr vergnüglich alles Das.'' schreibt Andre Sokolowski am 9. Juli 2017 auf KULTURA-EXTRA
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Die Inszenierung von Bassbariton Otto Katzameier muss sich der Enge der Werkstatt im Schiller Theater anpassen. Er verzichtet auf sieben stumme Rollen und reduziert die singenden Personen durch diverse Koppelungen auf insgesamt sieben Sängerdarsteller. Statt spielender Gespenster gibt es im leeren und rohem Raum Stephan von Wedels überlebensgroße Videoprojektionen. (...)
Die im Rang der Werkstatt positionierten, aber mit Gaze verborgenen Instrumentalisten der Staatskapelle Berlin und der Orchesterakademie leitet Dirigent Michael Wendeberg. Mit adäquaten Farben setzt er ganz auf die Klangwirkungen der Instrumente oder lässt sich auf teils lautmalerische Exkurse der Partitur ein. Eine gelungene Inszenierung im Berliner Reimann-Jahr 2017.'' schreibt Steffen Kühn am 2. Juli 2017 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Zoroastre
0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Verhöhnung des Geistes war und ist eine Spezialität aus Deutschland.- Es gab einzelne Lacher, es wurde applaudiert. „Tod durch Beifall“. Eine Bücherverbrennung, Libretto und Partitur nurmehr Asche. Die im Zuschauerraum verbrachte Lebenszeit war verlorene. Sinnvoller ist, sich mit Phantasie die Gesamtaufnahme unter Sigiswald Kuijken von 1983 anzuhören. Schreiber dieses verspricht, die Komische Oper fortan nie wieder zu betreten, das Leben ist zu kostbar für solchen Dreck. Wer immer sonst sich nicht besonders für Rameaus Kunst interessiert, kann ja in die Zoroastre-Show gehen und wird dort seinen Scheiß SPASS haben. Mich kriegen keine zehn Pferde mehr hin.'' schreibt Uwe Schwentzig am 29. Juni 2017 auf KULTURA-EXTRA
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Die Inszenierung lebt durch ihre Ruhe, sie ist personifizierter "Wim am Meer": es gibt, außer ein bisschen Strand (zum Rumstehen und Etwashinundherlaufen fürn Chor und für die vier Protagonisten), eigentlich nur Wasser, Wellen, Wogen, Wolken jeder Art... alles als wenn der Wenders einen Caspar David Friedrich , so vom Sehgefühl her, permanent in seinem Hinterkopf gehabt hätte; das Irrsinnsmönchbild halt. 
Das Schönste sind demnach diese Erinnerungssequenzen, wenn dem Nadir und dem Zurga und der Leïla ihre früheren Begegnungen zu-/miteinander als entsprechende Kurz-Großaufnahmen in Schwarzweiß und herrlich wundersamen Langsambildern aus ihren Gehirnen blumenblasenhafter Weise in das Weltall - ständig bleibt es auf so düsterliche Arkel-Weise grau bis dunkelgrau - hervorquillen.'' schreibt Andre Sokolowski am 25. Juni 2017 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Peng
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Darstellerisch ist es durchaus bewundernswert, wie sich das gesamte Ensemble ins Zeug legt. Inhaltlich und gagmäßig bewegt man sich dabei aber nah an der intellektuellen Abrutschkante, die dann überschritten ist, als Mayenburg auch noch eine als „Miss Universum“ getarnte Wahl zur Weltherrschaft einfällt, bei der alle Damen noch mal einen Gesangsauftritt bekommen und dann doch vom schlechten Verlierer Ralf Peng der Reihe nach disqualifiziert werden, bis er sich als einzig übriggebliebener Teilnehmer selbst zum Sieger kürt. Dass der kleine große Diktator dann schließlich doch mit großem Knall zu Fall gebracht wird, tut seinem Nimbus des Ich-darf-das keinen Abbruch. (...) Mayenburg schließt die große Weltpolitik einfach mit der bürgerlichen Kleinfamilie und ihrem Theater kurz. Das ist durchaus nicht uninteressant, aber auf dem Weg dahin ist dem Regisseur und Autor auch irgendwie sein eigenes Stück entglitten.'' schreibt Stefan Bock am 14. Juni 2017 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Der Fluch
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Ja, man spürt für polnische Verhältnisse, so wie sie derzeit herrschen, allerdings dann schon etwas gewagt, das muss man einfach dazu wissen. 
Schwer erträglich auch die kurze Szene, als ein angeblich auf Moslems abgerichteter (in echt natürlich auf ganz zahmzart hindressierter) Kampfhund auf die Bühne geseilt wurde, während man gleichzeitig das Publikum mit Scheinwerfern bestrahlte und auf Muslimhaltigkeit absuchte - auch als Seitenhieb auf Merkels längst schon wieder abgemaute Flüchtlingswillkommenskultur gedacht gewesen; ekelhaft dann allerdings der ausgestoß'ne Satz, wonach der oder die ihn Ausgestoßenhabende noch unbedingt erwähnen zu müssen glaubte, dass er/sie dann Schwänze lutschen würde außer die von Juden, Schwulen, Türken oder Moslems. 
Bloße Auswüchse eines Protest-Theaters halt, mehr nicht. '' schreibt Andre Sokolowski am 8. Juni 2017 auf KULTURA-EXTRA
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Ich begriff erst jetzt: 
Das im totalen Sprechtheater des Frank Castorf immerfort zu Sehende/zu Hörende - und vollkommen egal, WAS da zu seh'n/zu hör'n sein würde - stellt die zwanggeword'ne Ausdrucksmöglichkeit theater-menschenhafter "Kreaturen" unter ihrer göttergleichen Fuchtel dar, versammelt und verirrt sie - - bis sie glühen und verglühen. 
Ja. 
Nicht mehr, nicht weniger. 
Und ausgerechnet dieses WIE, das mich so derart "an ihn" zieht, will ich dann hoffentlich noch Jahre und Jahrzehnte - sehend als wie hörend - hie und da erleben; bitter nur die faktische Erkenntnis, dass ihm hierfür in der Zukunft dieses auf ihn eingeschwor'ne Volksbühnenensemble fehlt. '' schreibt Andre Sokolowski am 7. Juni 2017 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Der Schuss
0 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
''Fantastisch musiziert wird in dem textlastigen Stück ganz selbstverständlich auch: Antonis Anissegos und Matthias Engler (an Klavier, Keyboards und Schlagwerk) leiten aus dem abwechselnd dann unsichtbar und sichtbar gemachten Hintergrund der Bühne Lena Schmids die weiteren fünf Band-Mitglieder. Inszenierer Fabian Gerhardt konnte auf die maniristisch auf uns einströmenden Video-Schnipsel Vincent Stefans ablenkend zurückgreifen. 
Verkürzende Geschichtsstunde oder verreduziertes Menschheitsdrama?? Nichts von Beidem blieb dann wirklich länger als bis nach der U-Bahn-Fahrt von der Karl-Marx-Straße bis in die Nähe Müggelsee großartig hängen.'' schreibt Andre Sokolowski am 3. Juni 2017 auf KULTURA-EXTRA

Premieren

10 September 2017
Die Kameliendame
Philip Tiedemann
Schlosspark Theater

10 September 2017
Jacobowsky & der Oberst
Jürgen Wölffer
Ku'damm Bühnen

19 September 2017
Zeppelin
Herbert Fritsch
Schaubühne

20 September 2017
It Can't Happen Here
Christopher Rüping
Deutsches Theater

21 September 2017
Caligula
Antú Romero Nunes
Berliner Ensemble

Google play