Kritik zu: Theater geht
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''Für alle dienstbaren Theatergeister darf man im Hof kurz ein Licht im Fenster des Theaterraums im ersten Stock anschalten. Eine alte Tradition, wie es heißt. Wie von Geisterhand wird dann auch nach und nach das Licht auf der Treppe nach oben angeschaltet, über die der stufenweise Weg in den Lockdown der Theater und wieder hinaus nachvollzogen wird. Oben angekommen, übernimmt Lichttechniker Rio, ohne den hier nichts laufen würde. Und unter Anleitung von Travestie-Künstler Micha alias Daisy Orkan kann man, natürlich nur wenn man will, auf der leeren Brotfabrik-Bühne eine Shirley-Bassey-Nummer einüben. Glamouröser Goldfinger-Auftritt versus leer stehende Theater für Gerichtsverhandlungen nutzen, wie es Berlins Justizsenatorin vorschlägt. Die Entscheidung dürfte nicht schwer fallen. Eher schon die Wahl zwischen Kunstfreiheit und gesundheitlicher Unversehrtheit aller.

„Kunst ist Lebensmittel“, steht in großen Lettern auf der Fassade der Brotfabrik. Vom Auftritt als echte Supermarktkassiererin schwärmt eine Schauspielerin, die ihren Beruf momentan nicht ausüben kann. Aber es geht nicht nur um den Preis von Nudeln und Klopapier. Wie bestimmt sich der Wert von Kunst, was erwarte ich vom Theater, und was bin ich bereit dafür zu zahlen. Ist die digitale Kost nur ein fader Ersatz für die Livepräsenz im Theater? Beim Blick hinter die Kulissen in die Garderobe oder auf den wieder belebten Platz vor der Brotfabrik darf man die Gedanken schweifen lassen und auch ein Schild malen. Wer will, kann am Ende die Flügel ausbreiten und auf dem Vorplatz landen. Und vielleicht wird einem dafür sogar Beifall gespendet. Der gebührende Lohn, der den Theaterschaffenden momentan so fehlt, wie dem Publikum das Theater überhaupt. Apropos, es fehlen auch Spenden im ganz herkömmlichen Sinn, die, bis das Brotfabrik-Theater in leider noch nicht absehbarer Zeit wieder zum Normalbetrieb übergehen kann, auch dringend benötigt werden.'' schreibt Stefan Bock am 24. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Das immerlustige Einzel- und Gruppengeplapper hatte was von Buchstabensuppe oder Scrabbeln mit Soße. Am besten noch dieser Prolog-Ausraster, wo dann die Performerin sich über all die derzeit üblichen Abstands- und Hygieneregeln - jede(r) fügt denselbigen meist noch ein individuelles i-Tüpfelchen zu - voller Emphase ausließ.

Danach inflationierte es heterogen. Hundkater mit grillglutverbranntem Schwanz, Geranienkasten hinter Stacheldraht wegen herumscheißenden Katzen, eine CD mit dich umschlingenden Liedern, schwarzäugige Susannen, Liebe & Faschismus usf. Das Schöne des Events war, dass man die Theaterleute live aus Fleisch und Blut so vor sich hatte. Endlich wieder!!'' schreibt Andre Sokolowski am 25. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Aus einem hoffnungsvoll rosa erleuchteten Hof-Fenster steigt ein Mann im rosa Anzug, über ihm wird eine niedliche weiße Watte-Wolke von Dachfirst zu Dachfirst gezogen. Und dann darf ich rein, in den geheiligten Theaterraum. Wie klein er doch ist, fast ganz ohne Stühle. Wieder heißt es Platz nehmen. Wieder eine Schauspielerin, die sich hierher verirrt hat, ganz in rosa, gelb und apricot. Sie fragt "So so, Sie sind Pessimist?" Bin ich gemeint? Nein. Hinter mir antwortet Maria Pescheks Stimme aus dem Off. Ja, sie sieht die Lage „unrosig“.

Und dann werde ich auf die Bühne geleitet. Der Vorhang fällt vor mir. Bevor ich mich als Schauspielerin fühlen kann, geht’s in das Foyer, ehemals ein Brausebad. Tropfen fallen, Dunkelheit. Und dann in den letzten Raum unter eine Gewitter-Wolke aus Hasengitterdraht. Ein rosa Helmut Dauner empfängt uns im Strickjäckchen. Er ist nicht sicher, ob wir wirklich sterben. Vielleicht trifft uns der Fluch der Souffleuse? Aber wir überleben, die Türen öffnen sich ins Freie. Auf die graue Straße.

Hinaus aus der bitter-süßen, poetischen Welt des TamS. Sie ist zauberhaft und leicht. Wie hingetupft mit dem Aquarellpinsel. Die Maske, ach ja, ich hab sie immer noch auf, ganz vergessen...'' schreibt Petra Herrmann am 21. Juni 2020 auf KULTURA-EXTRA

 

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