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''Vor drei Jahren hat das Ballhaus Ost mit einer Romanadaption von Franz Hessels Heimliches Berlin schon mal das ewige Künstlertum in einer sich beständig wandelnden Metropole beschrieben. Seit den wilden Zwanzigern scheint sich da in Berlin nicht viel geändert zu haben. Was sich ändert sind nur die Vorzeichen, und die stehen zurzeit auf Austauschbarkeit. Worte wie Vergangenheit oder Zukunft haben hier keinerlei Bedeutung mehr, da sich die Kunst längst von Ort und Kontext befreit hat. Dabei wirkt die Performance so Old School, dass man erstaunt ist, dass es so etwas wirklich noch gibt. Oder besser, dass die Kapelle des untergehenden Kreuzfahrtdampfers immer noch so lange einfach weiterspielt, bis der Kahn tatsächlich gesunken ist. „What Time it ist?“ oder „How long are we here?“ sind dann auch die großen Fragen des Abends, die man sich notgedrungen beginnt selbst zu stellen. Wenn dann auch noch von einem von Polizisten abgesperrten Theater die Rede ist, ist das schon etwas kokett, und man fragt sich ernsthaft, warum sich die Volksbühne erst von hinten den Dilettantismus in den Grünen Salon reinholt, den sie durch die Polizei vorne hat rausholen lassen.'' schreibt Stefan Bock am 11. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
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''Während die Kinder niedlich anzuschauen sind und die vorgetragenen Texte oft nachdenklich stimmen, sind die musikalischen Motive schwer zugänglich. Die hohen Stimmen der drei Engel (Emily Hindrichs, Adriana Bastidas-Gamboa und Dalia Schaechter) erkunden mit sirrend hellem, lang gedehntem Gesang komplexe Klangspektren und Grenzen der Tonalität. Jedoch nur in seltenen Momenten werden die getragenen Melodielinien tatsächlich eingängig, wenn etwa plötzlich der Einfluss Henry Purcells hörbar wird. Die Instrumentalisten treten immer wieder hervor und lassen mit ungewohnten musikalischen Solos aufhorchen. Ihre Vokalaktionen und ihr rhythmischer Sprechgesang kontrastieren oft mit dem getragenen Soprangesang der Engel. In kurzen Sequenzen werden einzelne Musiker plötzlich darstellerisch tätig, treten in Interaktion mit den Kindern und sprechen plötzlich auf der Bühne. So tritt Perkussionist Dirk Rothbrust plötzlich hervor, und die Kinder rufen „Papa, guck mal!“. Laut betont Rothbrust jedoch, er habe keine Zeit. Stattdessen beklagt er vehement das Nicht-Vorhandensein des Staates. Später ergehen sich die Kinder in ähnlich komplexen Betrachtungen der Welt. 

Leider bleiben die performten Kompositionen, die erzählten Sequenzen und auch die ausgewählten Texte zäh und weitestgehend zusammenhanglos. Später gekonnt experimentell zitierte Klassiker wie Leonard Cohens Hallelujah und die Zuhälterballade aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper befrieden etwas mit der insgesamt sperrigen und schwer zugänglichen Aneinanderreihung visueller und akustischer Eindrücke.'' schreibt Ansgar Skoda am 11. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
Kritik zu: Fever Room
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''Der sich in Trockeneisnebel drehende Laserstrahl bildet dabei wechselnd eine trichterartige Höhle oder eine sich hebende und senkende zentralperspektivische Ebene, die einem das Gefühl geben, in diese dreidimensionale Lichtinstallation eingesogen zu werden. Musik, einzelne Stimmen und schattenartige Projektionen von Menschen sollen das Geschehen und die Gedanken der sich in ihren Träumen an frühere Begebenheiten Erinnernden in eine Dimension der Transzendenz überführen. Was recht esoterisch klingt und ein wenig auch an die Intension der Performance Woman in Trouble von Susanne Kennedy erinnert. Nur dass deren Arbeit nicht die immersive Kraft von Fever Room entfalten kann. Auch wenn man sich auf Weerasethakuls Denkart nicht einlassen möchte, überzeugt zumindest die technische Perfektion dieser audiovisuellen Installation, die den Raum der Volksbühne perfekt nutzt, ohne wirklich Theater zu sein.'' schreibt Stefan Bock am 10. Dezember 2017 auf KULTURA-EXTRA
3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 243+
4 632+
3 563+
2 323+
1 156+
Kritiken: 781
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