Kritik zu: Die Wahrheiten
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''Sie sind die erfolgreichsten deutschen Dramatiker unserer Tage: Lutz Hübner & Sarah Nemitz. Ihre Stücke werden landauf landab gespielt, aber irgendwie werden sie von der Theaterkritik der seriösen Art nicht so recht ernst genommen. Es fehlen ihnen die Weihen der literarischen Kunstfertigkeit. Das mag ja durchaus ein Kriterium sein, das man für Bewertungen heranziehen kann. Das Irritierende ist nur, dass es in anderen Fällen außer Kraft gesetzt wird. (...)

Wer diese Art von wortlastigem Realismus mag, wird an den geschliffenen Dialogen seine Freude haben. Auf alle Fälle kann man den Darstellern Beifall zollen. Insbesondere Marietta Meguid und Michael Stiller, die schon vor der Intendanz Kosminski zum Ensemble des Staatstheaters gehört haben, hatten lange keine Gelegenheit, sich so ausführlich zu präsentieren. Sie entledigen sich ihrer Aufgabe ganz vorzüglich.

Die Wahrheiten, das lässt sich prophezeien, werden ihren Weg durch die deutschen Theater machen wie die Stücke von Yasmina Reza. Vier dankbare Rollen, keine hohen Ansprüche ans Bühnenbild, eine allgemein verständliche Problematik: das ist auch für kleine Bühnen zu bewältigen. Vor nicht allzu langer Zeit machte Die Wahrheit des Franzosen Florian Zeller die Runde. Jetzt sind die Deutschen Lutz Hübner und Sarah Nemitz mit dem Plural an der Reihe.'' schreibt Thomas Rothschild am 26. Januar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Die Musik ist toll und bei Jordan de Souza, der sie mit dem alleskönnerischen Orchester der Komischen Oper Berlin zum Kochen und zum Schmelzen bringt, fast idealisch aufgehoben. Sprech-Hauptrollenträger: Stefan Kurt; der war schon hie und da gelegentlich als Operetten- oder Robert-Wilson-Clown bestaunbar - diesmal fährt er, völlig überraschend, mehr und mehr zu Komödiantenhöchstform auf. Sein Kabinettstück mit der von ihm travestierten Lenski-Arie aus Eugen Onegin oder auch sein Tête-à-tête mit Vera-Lotte Boecker (die dann, außer dass sie vor und nach dem Dialog mit Kurt fantastisch singt, auch gut zu schauspielern verstehtt!) hat ihm gewiss der Kosky eingeredet oder aufgedrängt, und falls dem so gewesen sein soll, war und ist es maßgeschneidert (für den Kurt)!!

Alma Sadé / Dominik Köninger "nerven" gekonnt als zweites Liebespaar in diesem Stückchen, ja und Tansel Akzeybeks Tenor klingt lupenrein und gleichsam etwas flachbrüstig. Von Otto Pichler ließen sich zwölf hin und wieder aufkreischende Tänzerinnen ein paar hübsche Tänze auf den Gruppenleib choreografieren. Und Klaus Grünberg stellte diesmal einen Riesenschrankkoffer ins Bühnenbild - selbiger wurde dann zu diesem oder jenem Binnenort der Handlung auf- bzw. zugeklappt. / Von Dinah Ehm warn die Kostümentwürfe. Vielen Dank für diese Frühlingsstürme - doch die Chose dauerte definitiv zu lang.'' schreibt Andre Sokolowski am  26. Januar 2020 auf KULTURA-EXTRA
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''Madsens eigentlicher Partner ist das Licht. Aber das wird so exzessiv eingesetzt, dass die Hell-Dunkel-Tricksereien die Figur, für die wir uns interessieren sollen, gelegentlich auszublenden scheinen. Die Musik tut ein Übriges zur Fragmentarisierung der nur einstündigen Performance. Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Egon Madsen könnte auch das Telefonbuch aufsagen, er bekäme in Stuttgart Standing Ovations. Sein King Lear ist eine minimalistische Studie über das Alter. Die Fülle von Shakespeares Tragödie fehlt hier wie das Panorama von Gegen- und Parallelfiguren, wie die drei Töchter Goneril, Regan und Cordelia, wie Gloucester und seine Söhne, wie der Narr, die der Titelfigur erst ihre Größe und dem Stück seinen noch nach Jahrhunderten wirksamen Schrecken verleihen.

Nun kann man mit Reduktionen experimentieren, aus einem Stoff den Kern herausarbeiten und ihn von allem Fleisch befreien. Dafür gibt es gelungene Beispiele. Einigermaßen überraschend allerdings mutet es an, wenn der Dramaturg Pasquale Plastino erklärt, für ihn sei „King Lear seit jeher das Drama eines Mannes, der in einem Raum eingeschlossen ist und keinen Weg heraus findet“. Der Hinweis auf Das letzte Band von Samuel Beckett, auf das die Stuttgarter Inszenierung anspielt, verleiht dieser Auffassung eine scheinbare Plausibilität. Aber auf ein Drama, dessen Schlüsselszenen ausdrücklich auf einer „Heide“ („the heath“) stattfinden, passt sie nicht. Plastinos Lear ist seine Erfindung. „Seit jeher“ kontrastiert der geschlossene Raum, in den Lear gerät – sein Wahnsinn –, gerade mit der stürmischen Unwirtlichkeit des „freien Felds“. Das freilich lässt sich in einem Solo nicht darstellen.'' schreibt Thomas Rothschild am 23. Januar 2020 auf KULTURA-EXTRA

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