Kritik zu: Richard III.
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{Ich finde den} Auftritt von Lars Eidinger als Richard III. gelungen: Wie er seine willigen Helfer kalt lächelnd abserviert, sobald sie ihm nicht mehr nützlich sind; wie er sich als frommer, demütiger Gottesmann gibt, der sich sehr lange bitten lässt, bis er den Thron und die Krone übernimmt; wie er das Publikum in seinen Monologen an seinen Plänen und Gedanken teilhaben lässt: das ist schauspielerisch überzeugend und dicht inszeniert, so dass auch pausenlose 150 Minuten nicht langatmig wirken.
Vor allem wird aber an Ostermeiers und Eidingers Richard III. deutlich, was Jan Philipp Reemtsma in seiner sozialwissenschaftlichen Studie Vertrauen und Gewalt an diesem Stoff faszinierte: Die Hauptfigur versteht es perfekt, mit geschickten Intrigen, klugen ad-hoc-Bündnissen und kaltschnäuziger Brutalität nach der Macht zu greifen. Aber er scheitert daran, stabile Bündnisse zu schliessen, um seine Macht dauerhaft zu legitimieren und abzusichern.
Shakespeares Richard III. ist neben Macchiavellis Der Fürst eine der wichtigen Studien über das Verhältnis von Macht und Gewalt aus der Ära, als die Fundamente der modernen Staatlichkeit gelegt und ihre Prinzipien ausgehandelt wurden. Nach Marius von Mayenburgs Übersetzung gelang Ostermeier eine überzeugende Inszenierung, die aus meiner Sicht zu den stärkeren Abenden dieser Spielzeit zählt. Weiterlesen
Kritik zu: Herbstsonate
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{Jan Bosse} versucht, sich vom düsteren Realismus Ingmar Bergmans abzusetzen und lässt vor allem Fritz Haberlandt das psychologische Kammerspiel mit komischen Einlagen durchbrechen. Noch weiter entfernt er sich von der Vorlage, als er die unterforderte Natalia Belitski und einen Kinderdarsteller als Gespenster durch das labyrinthische, sich drehende Bühnenbild huschen lässt. In dem ernsten Familiendrama aus den 1970er Jahren wirken die eingebauten Motive aus dem Horror- und Mystery-Genre jedoch wie ein Fremdkörper. Weiterlesen
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Gemessen an diesen beiden dichteren Werken ist die Inszenierung von Petras enttäuschend: Die Szenen wirken beliebig, Videoeinspieler und Livegeschehen auf dem Laufsteg wechseln sich ab, ergeben aber kein stimmiges Ganzes. Der Epilog, der in der Silvesternacht 1989 spielt, versucht die Erzählung weiterzuschreiben, wirkt aber nicht überzeugend, sondern geht in Petras-typischen Qualm-Wolken unter, so dass sich mehrere Zuschauer in den ersten Reihen die Nase zuhalten. Weiterlesen
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