Kritik zu: Iwanow
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Als Meister der Langsamkeit zelebrieren Johan Simons und sein aus Hamburg angereister Star, der Ifflandring-Träger, Jens Harzer diese dreistündige Elegie, die gefühlt noch viel länger dauert.

Ist Tschechows <Iwanow> eine Komödie oder eine Tragödie? Hier wollte sich der russische Dramatiker nicht festlegen, stellte das Stück ursprünglich als Komödie vor, veröffentlichte es aber schließlich als Tragödie. In der Bochumer Inszenierung von Johan Simons überwiegen jedoch ganz klar die tragischen Momente: die Figuren stecken tief in ihrem Weltschmerz und ihrer Langeweile, über die sie schier endlos räsonieren. Es gibt deutlich weniger komische Lichtblicke als in der Inszenierung von Karin Beier mit Devid Striesow, die am selben Wochenende am Schauspielhaus Hamburg Premiere hatte.
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Von Gitarrenklängen des Musikers Christoph Bernewitz unterlegt, werden die bekannten Stationen des Dramas nacherzählt. Eine kleine Kammerspiel-Miniatur reiht sich an die nächste: Schon bei Borchert wirkten die Figuren, auf die Beckmann trifft, austauschbar. Sie dienen nur dazu, plakativ zu unterstreichen, wie ausweglos die Lage des Verzweifelten ist und wie sehr ihm menschliche Nähe fehlt.

Im letzten Film-Drittel lässt Marcel Kohler seinen Beckmann aus dem Schwarz-Weiß-Setting in die Gegenwart eintauchen: es kommt zwar etwas Farbe ins Spiel, aber die Szenerie in den Corona-leeren Gassen Weimars bleibt trist und niederschmetternd, bis der Protagonist schließlich im Nationaltheater ankommt und sich dort verzweifelt, von Gott und der Welt verlassen, in seinem Schmerz windend, zu Boden wirft. Rätselhaft und kitschig bleibt der Epilog, der nun folgt: Hündin Lilly stapft am Goethe-Schiller-Denkmal vorbei durch das winterliche Weimar bis vor das Tor des KZs Buchenwald über der Stadt. Den Bogen zurück zum Prolog schlägt der Theaterfilm hier nicht mehr: zu Beginn erzählte der evangelische Pfarrer Gerhard Gläser aus Nürtingen, der im Herbst seinen 102. Geburtstag feiern durfte, von seinen eigenen schmerzhaften Erinnerungen an den Krieg, die ihn vor allem nachts einholen.

Nach diesem ungewöhnlichen und interessanten Einstieg hakte der Theaterfilm während der restlichen Stunde zu brav die bekannten Stationen des plakativen Heimkehrer-Dramas ab.

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Kritik zu: In C
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Die Choreographie wirkt blutleer. Ins Korsett der Minimal Music gepresst ist der Abend ein eintöniger Loop und tritt zu sehr auf der Stelle.

Interessant ist ein Vergleich mit Anna Teresa de Keersmaeker: Trotz aller mathematischen Präzision bieten de Keersmaeker-Choreographien wie zu den Brandenburgischen Konzerte auch ein sinnliches, soghaftes Erlebnis, das hier fehlt.

Die Arbeit von Sasha Waltz bleibt sehr facettenreich: Der Kontrast zwischen dieser sehr statischen, kleinen Corona-Inszenierung <In C> und ihrem ausufernden, überschäumenden, hochpolitischen, alles andere als blutleerem &amp;quot;Exodus&amp;quot; (2018) könnte kaum größer sein.

<In C> ist noch bis 5. April 2021 in der arte-Mediathek verfügbar.

 

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