Kritik zu: Alice
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Näher am Film als am Theater ist dieser Lockdown-Hybrid, der Gedankensplitter an den nächsten reiht. Als Szenen-Trenner werden markante Sätze aus der Roman-Vorlage eingeblendet, über die die dreifache Alice gemeinsam mit weiteren Figuren aus dem Carroll-Kosmos wie dem weißen Kaninchen oder der Herzkönigin und sinniert.

Bewusst verzichten Regisseurin Anna-Elisabeth Frick und ihre drei Spielerinnen auf einen geradlinigen Plot, stattdessen bieten sie dem Publikum vor den heimischen Rechnern kurze, skurrile Episoden. Überdeutlich stellen sie die schwierigen, ungewohnten Bedingungen dieser Produktion aus, rücken Bluescreen- und Greenscreen ins Bild, bevor die Kamera wieder kurz nach draußen in eine menschenleere Stadt schwenkt.

„Alice“ ist ein assoziativer, nur 48 Minuten kurzer Film: Die eigenwillige Annäherung an eine berühmte Vorlage ist vor allem ein Lebenszeichen des Theaters in dieser unübersichtlichen Situation.

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Das große Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 fiel wegen Corona mager aus. Die Pandemie ist immer noch nicht überstanden, sondern nimmt Anlauf für die dritte Welle, das Stuttgarter Ballett würdigt den Superstar der Klassik mit einem Tanz-Triptychon, das aus dem Schauspiel Stuttgart live gestreamt wurde und noch bis Ostermontag abrufbar ist.

Nach einem verhaltenen Auftakt mit einer Choreographie von Hans van Manen zum "Adagio Hammerklavier", der klassisch-elegant, aber auch etwas brav war, folgte Mauro Bigonzettis Uraufführung "Einssein", die von drei Klaviersonaten Beethovens inspiriert ist. Das Ensemble umringt den Pianisten, immer wieder schält sich ein neues Paar aus der Tänzer-Traube und performt ein engumschlungenes Duett.

Highlight des Abends ist die "Große Fuge"-Choreographie, die Hans van Manen ebenso wie das erste Stück des Abends schon in den 1970er Jahren für das Nederlands Dans Theater kreierte: Dieser Schlussteil ist ein mitreißender, sinnlicher, oft sehr witziger Kampf der Geschlechter, der Eleganz und Tempo meisterhaft vereinigt.
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Eine autoritäre Regierung setzt per Volksentscheid ein Gesetz durch, das tief in den Alltag der Menschen eingreift: Jeder darf künftig nur noch 140 Wörter benutzen: Bis 2016 war das die Obergrenze für einen Tweet, im Stück des britischen Autors Sam Steiner ist sie das Limit für die gesamte Kommunikation an einem Tag.

Das Stück, das Anne Mulleners in ihrem Lockdown-Theaterfilm für das Schauspiel Graz inszeniert, verhandelt, wie sich die politische verordnete Einsilbigkeit auf die Beziehung des lesbischen Paares auswirkt, das sich erst vor kurzem kennengelernt hat. Sie streiten über Sinn und Zweck des Widerstands und die Auswirkungen des Gesetzes, probieren aus, wie man die Zensur mit Abkürzungen und Tricks unterlaufen kann, verhandeln vor allem aber über ihre persönliche Befindlichkeit.

Das Gedankenexperiment über Politik und Meinungsfreiheit kommt deshalb leider nicht über eine recht banale Soap hinaus.

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