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Knapp die Hälfte der Teilnehmer*innen aus dem Jahr 2008 sind wieder dabei. Ein Running Gag des Abends ist, wie schwer sich das Rimini Protokoll-Recherche-Team tat, die nötige Zahl von Spandauer*innen zu finden: ein eigenes Völkchen am Rande Berlins, wie auch das Stadtmagazin tip in seinen regelmäßigen Bezirks-Grafiken nicht müde wird zu betonen.

Das Spannendste an dem Projekt ist die Frage, wie sich die Stadt verändert hat: sie ist voller, lauter, bunter, diverser, aber vor allem auch teurer geworden. Die Explosion der Mietpreise wird an mehreren Stellen angesprochen. Hier hat der Abend aber auch eine Chance verschenkt: Die „Reloaded“-Version des „100 % Berlin“-Formats, das im vergangenen Jahrzehnt auch in zahlreichen Städten adaptiert wurde, springt revuehaft von Fragerunde zu Fragerunde. Die 100 Minuten sind unterhaltsam, aber für tiefschürfendere Analysen bleibt wenig Raum. Die zentrale Frage, was sich in den 12 Jahren in der Stadt verändert hat, wird oft nur gestreift.

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Kritik zu: Lenz
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Als kleines Kammerspiel tastet sich dieser Abend an Büchners Erzählung „Lenz“ heran, die posthum erschien und vom Leben und Scheitern seines Dichter-Kollegen erzählt.

Die Hauptrolle spielt Ole Lagerpusch, zwischen 2009 und 2016 einer der prägenden Spieler im DT-Ensemble und seitdem als Gast an mehreren Häusern meist in Regie-Arbeiten von Jette Steckel oder in ambitionierten Filmen junger deutscher Regisseur*innen wie „Einzelteile der Liebe“ (Perspektive Deutsches Kino der Berlinale 2019) zu sehen. Fast zehn Jahre später wirkt Lagerpusch nicht mehr so schlaksig und jungenhaft-unbekümmert, wie er aus seinen früheren Auftritten in Erinnerung ist, wirft sich aber mit vollem Körpereinsatz in die Rolle des Jakob Michael Reinhold Lenz.

Das Quecksilbrige, Zapplige, heftig Gestikulierende ist ein Markenzeichen von Lagerpusch. An diesem Abend geht er bis an die Grenze zum „Overacting“. Mit Jim Carrey verglich Andreas Schäfers damals nach der Premiere im Tagesspiegel Lagerpuschs Auftritt. So slapstickhaft wie der amerikanische Komiker, um den es in den letzten Jahren stiller geworden ist, agiert Lagerpusch natürlich nicht. Aber sein Spiel ist weniger filigran als in anderen Inszenierungen, brachialer und hochtouriger.

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„Dancing About“ wirkt dünn, beliebig, nicht ganz zu Ende geprobt. „Ein wenig wirkt der Abend, als seien ihm auf dem Weg von der Konzeption zur Vollstreckung einige Ebenen abhandengekommen“, kritisierte Christine Wahl schon nach der Premiere im Herbst 2012, damals noch im Roten Salon der Volksbühne.

An diesem Eindruck hat sich fast ein Jahrzehnt und knapp 100 Vorstellungen später nichts geändert. Gob Squad präsentierten „Dancing About“ im HAU 3, das seit dem Herbst das 20jährige Jubiläum des postdramatischen Theaters feiert.

Die Performance plätscherte recht belanglos vor sich hin, bis Gob Squad ihr Publikum zum Mittanzen einluden.

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