Ironisch zitiert diese Heidi-Travestie-Überschreibung aus der Freien Szene die Klischeebilder der Alpen-Idyllee von Volksmusik bis zur Modelleisenbahn, die zwischen den Bergmassiven friedlich ihre Kreise dreht.

Die Heidis in ihren kurzen Röcken verschwinden bald hinter Gruselmasken mit überdimensionalen Glubschaugen und bewegen sich nur in Zeitlupe, sie wirken wie Figuren aus einem Albtraum-Loop von Susanne Kennedy.

Aus dem Off kommen die unsicheren Stimmen der Großeltern-Generation, die sich rechtfertigen müssen, aber am liebsten weiter verdrängen würden. Wie sich die Erziehungsmethoden und die Gewalt-Erfahrungen aus der Nazi-Zeit in die Familien traumatisch einschreiben, ist das Thema dieser sehr assoziativen Theaterfilm-Performance, die noch wie ein tastender Versuch wirkt und der auch das begrenzte Budget anzumerken ist.
Kritik zu: INNEN.NACHT
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Das Krisen-Panorama schlägt einen Bogen der Ungerechtigkeiten und menschlichen Leids: mit „Wer hat meinen Vater umgebracht?“ von Édouard Louis werden die Diskriminierung queerer Menschen und der Abbau des Sozialstaats durch neoliberale Politik angepragert, Zitate aus Ulla Hahns „Das verborgene Wort“ erzählen von den verbauten Bildungschancen und der Benachteiligung von Frauen, am schärfsten formuliert Stefanie- Lahya Aukongo in „Buchstabengefühle: eine poetische Einmischung“ ihre Anklage gegen Rassismus.

Die Textfragmente werden abwechselnd von den Ensemble-Mitgliedern gesprochen, jedem von ihnen ist ein Werk zugeordnet: die Auszüge werden zwar miteinander verschnitten, reagieren aber kaum aufeinander. Recht beliebig wirkt die Anordung der Texte, die noch um Daniel Schreibers Essay „Zuhause“ ergänzt wird.

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In seiner launigen Anmoderation führt der Schauspieler, der zwischen 2000 und 2009 im Thalia-Ensemble engagiert war und bei diesem Musical gemeinsam mit Leonhard Koppelmann, durch das Foyer und den leeren Saal.

Auf der Bühne ist der Eiserne Vorhang heruntergelassen, das fünfköpfige Ensemble ist gemeinsam mit der Band und den Live-Kameraleuten auf der Vorderbühne eingezwängt. Als punkige Outlaws wurden Julian Greis und Carolin Schirmer zurechtgeschmickt, Merlin Sandmeyer spielt den „Zappelphilipp“ und wirkt in seinen kurzen Hosen sehr schlaksig, Victoria Trauttmansdorff hantiert als Paulinchen mit den überdimensionalen Zündhölzern: in etwas mehr als einer Stunde zieht das Figuren-Arsenal aus dem Kinderbuch-Klassiker „Struwwelpeter“ vorbei.

Das Musical „Shockheaded Peter“ ist eine kurzweilige Show, die mit Musikstilen von Punk über Blues bis Vaudeville spielt und nach dem Lockdown sicher ihr Publikum als leichtere Unterhaltung neben den Klassikerbearbeitungen und Stückentwicklungen im Spielplan-Repertoire finden wird.

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