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Wuttke wurde damals als Schauspieler des Jahres 1995 ausgezeichnet und trägt das Stück bis heute. Vom ersten Auftritt als hechelnder Hund bis zur finalen Machtübernahme nach Ausschaltung aller Gegner, zappelt er mit beeindruckend-nervöser Energie über die Bühne. Das Herzstück des Dramas ist und bleibt Uis Lehrstunde bei einem Schauspieler, der ihm zeigen soll, wie man sich in der Öffentlichkeit möglichst vorteilhaft bewegt und die Massen rhetorisch überzeugt. Bei der Premiere war der große Bernhard Minetti in dieser Rolle zu erleben. Nach dem letzten Vorhang ließ es sich Peymann nicht nehmen, die lange Reihe der Namen zu verlesen, die in Minettis Fußstapfen seitdem als Schauspieler zu sehen waren: kein einziges leeres Hemd darunter, und derzeit übernimmt Jürgen Holtz diesen Part. Das Aufeinandertreffen der beiden Schauspielgrößen Wuttke und Holtz ist der Höhepunkt des Abends und ein kabarettistisches Kabinettstückchen. Weiterlesen
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Das Ensemble strömt von den Seiten auf die Bühne und legt mit einer Gangnam Style-Nummer los, also jenem Chart-Hits aus Südkorea, der vor einigen Jahren die Oberflächlichkeit des gleichnamigen Schicki-Micki-Stadtteils von Seoul aufs Korn nahm. Zwei Tänzer liefern dazu eine beeindruckende Breakdance-Performance ab.
Von da an ging es allerdings bergab: ein Quintett aus Militär, Kirche, Banken, Politik und Justiz hat die Gesellschaft fest im Griff und lässt sich immer neue Demütigungen für die Jugend einfallen, die bewusst ungebildet und als sexuell jederzeit verfügbares Frischfleisch gehalten wird. Ihnen gehen sechs nackte, mit schwarzer Farbe beschmierte Männer zur Hand: Stützen des Systems, die Gegenstände apportieren oder die Masse in Schach halten müssen.
Die nächsten knapp neunzig Minuten lässt die Inszenierung kaum eine Gelegenheit aus, sich als anachronistisches Bürgerschrecktheater lächerlich zu machen: vor einigen Jahrzehnten mag dieser penetrante Einsatz von nackten Körpern, Kunstblut und Splatter-Ästhetik voller aufgeschnittener Bäuche und gegrillter Körperteile vielleicht aufrüttelnd gewirkt haben. Hier wirkt dieses Attitüdentheater, wie es André Mumot in seiner Nachtkritik treffend bezeichnete, nur unfreiwillig komisch.
Wer möchte bestreiten, dass in unserem Wirtschaftssystem einiges schief läuft? Aber mit seinem zur Pose erstarrten Haudrauf-Stil schafft es Kresnik wohl kaum, den notwendigen Diskussionsprozess anzustoßen. Zu leicht kann man diesen Abend und die zu plakativ vorgetragene Kritik abtun. Weiterlesen
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Yael Ronen spricht viele Tatsachen an, die wir aus der Realität und den täglichen Nachrichten kennen: die mangelnde Kontrolle der Geheimdienste, die wachsende Schere zwischen Arm und Reich, die weltweiten Krisenherde, für die hier exemplarisch der Nahost-Konflikt und der IS-Terror stehen. Auf der Gorki-Bühne torpedieren einige Nachahmungstäter von Kohlhaas mit ihren Guy Hawkes-Masken die Vorbereitungen auf das 20. Dienstjubiläum von Angela Merkel im Grand Hotel Heiligendamm. In der Realität blickt Angela Merkel erst ihrem 10. Jubiläum entgegen und obwohl die Zutaten für einen Wut-Cocktail vorhanden wären, blieb der große Knall bisher aus. Weiterlesen