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Zwischen den Countrysongs der norwegischen Sopranistin Tora Augestad schleppt sich der Abend uninspiriert dahin. Auch bewährte Volksbühnenkräfte wie Patrick Güldenberg (als „Verirrter“) und Lilith Stangenberg bleiben blass, obwohl vor allem ihre Rolle als „Dauerkartenbesitzerin“ das Potenzial für einen skurril-vergnüglichen Marthaler-Abend gehabt hätte. Ihre Auftritte gehen zwischen den lieblos aneinandergepappten Miniaturen unter.
Anna Viebrock baute für Marthaler zwar wieder ein sehenswertes Bühnenbild: im Zentrum des Gerümpels platzierte sie einen umgefallenen Dinosaurier aus dem ehemaligen, längst geschlossenen Vergnügnugspark im Südosten Berlins. Ansonsten herrschen aber Tristesse und Einfallslosigkeit auf der Bühne. Weiterlesen
Kritik zu: Othello
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Diese „Othello“-Inszenierung ist aber auch ein echter Gorki-Abend im schlechten Sinn. Die Lust an der Travestie und die komische Überzeichnung der Charaktere sind dem Stammpublikum vertraut. Diesmal überschreitet der Abend aber mehrfach die Grenze zum Klamauk. Aram Tafreshian muss seinen Fummel bei einer Kuss-Szene mit Othello ausziehen und darf sonst nur mit den Wimpern klimpern. Auch Falilou Seck hat als Emilia eine undankbare Nebenrolle erwischt.
Das Gorki polarisierte mit diesem „Othello“ sein Publikum: einige verließen das Theater kopfschüttelnd schon zur Pause, andere kicherten dankbar über jeden Gag. Weiterlesen
Kritik zu: Xerxes
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Der norwegische Regisseur Stefan Herheim entschied sich dafür, das Ganze als „barocke Muppet-Show“ zu inszenieren. Die Sängerinnen und Sänger frotzeln den Dirigenten (Konrad Junghänel) an und mischen auch mal das Orchester auf, wenn sie durch den Graben Richtung Publikum marschieren. Die meisten Lacher erntet Hagen Matzeit (Elviro), der das bunte Treiben als berlinerndes Blumenmädchen anheizt.

Leider bleibt der Abend aber auf halber Strecke stehen und zieht sein Muppet-Show-Konzept nicht konsequent durch: die Travestie-Nummern kommen teilweise nicht über den Conchita Wurst-Look hinaus (Stephanie Houtzeel in der Titelrolle des persischen Königs Xerxes). Vor allem fehlt dieser Inszenierung der bissige Spott, für den bei den Muppets die beiden Alten auf dem Balkon (Waldorf und Statler) zuständig sind. Weiterlesen