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Schönes Digitaltheater-Experiment aus der Freien Szene. Eine Gruppe junger Spieler*innen, die überwiegend gerade ihr erstes Engagement am Stadttheater begonnen haben, entstaubt den ollen Goethe.

Freies digitales Theater verlegt den Briefroman aus dem 18. Jahrhundert in die Welt schwärmerisch-überspannter Millennials, die via Zoom flirten und sich mit WhatsApp-, Messenger- oder Sprachnachrichten bombardieren. Werther stalkt das Instagram-Profil seiner angebeteten Lotte und lästert mit seinem Kumpel im Facebook-Chat über Dates. Schon ziemlich nice, würde die Generation Instagram sagen.

Die Produktion gewann vor wenigen Tagen den Deutschen Multimediapreis 2020. Die Jury lobte, wie gekonnt hier Social Media-Plattformen gemixt und für das Theater genutzt werden.

Zur Laudatio
Kritik zu: Der Zauberberg
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In kurzen, assoziativen Szenen arbeiten sich Sebastian Hartmann und der für die Livestream-Bildregie zuständige Jan Speckenbach in punktgenau zwei Stunden durch einen Abend, der zum einen viel „Hartmann pur“ bietet: Die Nebelmaschine läuft auf Hochtouren, in einem Overkill prasseln die Textfragmente und Soli auf das Publikum ein. Toll, wenn er dafür so Druckkessel-Hochleistungsspieler wie Niklas Wetzel zur Verfügung hat, der in einer Schlüsselszene des Abends von zwei Seiten mit dem Elektroschocks bearbeitet wird, verzweifelt „Ich muss sterben“ brüllt oder später in einem Solo an der Rampe vor dem – bis auf die Techniker*innen – leeren Saal roboterhaft zuckt. Wie von Hartmann gewohnt sind allerdings zwischen all den überschießenden Assoziationen und dem Verwirrspiel mit den Textfetzen auch recht öde Passagen durchzustehen.

Doch der „Zauberberg“-Live-Stream bleibt zum Glück nicht beim „Hartmann as usual“ stehen, dicke Roman-Wälzer zu durchpflügen und das Publikum mit Assoziationsgewittern zu beballern. Das Interessante an diesem Live-Stream-Abend aus dem Theater ist, dass er mehr und mehr zum Film wird, sich an Überschneidungen und Überbelichtungen berauscht, fröhlich mit filmischen Mitteln experimentiert und seinen Gimmicks spielt. Diese Lust am Ausprobieren macht neben den starken Spieler*innen den Reiz dieser Online-Premiere aus.

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Vanessa Stern und drei Mitstreiterinnen bieten eine skurril-schräge Siebenschläferinnen-Comedy. Der Theater-Film hatte gestern Online-Premiere und ist eine Woche abrufbar. Die vier Spielerinnen tragen Zottelkostüme und Überbiss und verhaken sich in einem zu engen Zugabteil auf dem Weg zum Winterschlaf nach Spitzbergen in Streitereien.

Die kleinen Sticheleien haben gutes Timing, großen Raum nehmen Anspielungen auf den Klimawandel ein, der als Meta-Ebene immer wieder die oft kleinlichen Alltags-Streitigkeiten durchbricht. Als Bonus gibt es kurz vor Schluss eine schöne "Imagine"-Überschreibung.

Der Theater-Film ist amüsante Unterhaltung für den Lockdown, mit 80 Minuten aber etwas zu lang geraten, da die Konflikte der Grundkonstellation bereits vorher ausgereizt sind.

 

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