Kritik zu: zeitfüreinander
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In den Staffeln 1 und 3 quält sich das Projekt jedoch durch Redundanzen. Die kurzen 5-Minuten-Slots wechselnder Paare (zunächst hetero-, dann homosexuell) wiederholen kleine Gags entschieden zu oft, in den improvisierten Gesprächen tauchen immer wieder dieselben Textbausteine auf, so dass der Charme des Konzepts darunter deutlich leidet. Vor allem in der ersten Staffel bleiben die Figuren der Spieler*innen oft zu blass. Die klarsten Konturen und interessantesten Charaktere entwickeln Britta Hammelstein als beziehungsunfähige Beziehungscoach Meike, hinter derem scheinbar naiven Dauerlächeln in der 2. Staffel ein strategischer Plan sichtbar wird, und Camill Jammal als gockelhaft-posender Filmregisseur Tobias Weinberger. Einer der schönen Momente der ersten Staffel ist, wie kühl Emma (Franziska Machens) ihn auflaufen lässt.

Welches Potenzial in dem Online-Format steckt, blitzt immerhin in der 2. Staffel auf. Endlich haben die Paare mit 10 Minuten etwas mehr Zeit: die Dialoge werden pointierter und einfallsreicher, ohne den Brei aus dem vorherigen Date noch mal durchzukauen. Es macht Spaß den Paaren, dabei zuzuhören, wie sie verschiedene Beziehungsmodelle von Polyamorie bis Asexualität durchdiskutieren, ohne schnell zum nächsten Date weiterhecheln zu müssen.

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„Pandemie einer Wiedergängerin“ spielt mit Motiven aus dem Surrealismus, der Horror- und Splatterästhetik und lässt einen Patienten (Niko Eleftheriadis) auf eine manisch wirkende Ärztin (Marie Ulbricht) treffen. In klaustrophobischer Enge und mit literweise Kunstblut, das über dem Kopf des Patienten ausgegossen wird, arbeiten sich die beiden Spieler*innen aneinander ab. Zu rätselhaft-raunenden Textschnipseln von Natascha Gangl vervielfältigen sich die Figuren, in Reih und Glied sitzen die Replikanten. Der eigentliche Protagonist ist aber das omnipräsente Virus und die Angst davor.

Sie prägt auch den zweiten Film „COCOONING /kəˈkuːnɪŋ/“, das in den Wohnungen der Tänzer*innen gefilmt wurde. Wir erleben ein Panorama hektisch zuckender Gliedmaßen aus Küchen, Badezimmern und Kellern. Als Kontrapunkt und Running-gag baute das Ensemble die Zuckerwatte ein, die nach einer Legende von einem Zahnarzt erfunden wurde und in die sich die Tänzer*innen wie in einen Kokon einspinnen.

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Krzysztof Kieslowskis berühmte zehnteilige TV-Serie, in der er kurz vor dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems in Polen anhand von zehn einstündigen Episoden grundlegende religiöse Fragen und moralische Dilemmata verhandelt, reizt Theatermacher immer wieder zu Adaptionen.

Zuletzt ließ sich Christopher Rüping von dem Stoff während des Lockdowns für zehn kurze Online-Episoden am Schauspielhaus Zürich inspirieren, die technisch unausgereift waren und mangels Proben- und Vorbereitungszeit oft oberflächlich blieben.

Aber auch die Ingolstädter Inszenierung von 2017, die Nachtkritik in einem - vor allem im letzten Drittel schlecht ausgeleuchteten - Mitschnitt präsentierte, konnte nicht überzeugen. Alexander Nerlich komprimierte die zehn Filmstunden auf zweieinhalb sehr lange Theaterstunden, bei denen sich eine Miniatur an die nächste reiht. In einem unwirtlichen Kellerraum voller realsozialistischer Hässlichkeit, den Wolfgang Menardi, einer der interessantesten Bühnenbildner der Theaterszene, für das Kleine Haus des Stadttheaters Ingolstadt gestaltet, arbeiten sich die Figuren aneinander und an ihren Skrupeln ab. Episode reiht sich an Episode. Was beim Bingewatchen oder etappenweisen Gucken einer Serie gut funktioniert, gerät hier an seine Grenzen. Ermüdend eintönig schleppt sich der schwere Brocken dahin.

 

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