3 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Am gestrigen zweiten Abend von „The Last Goodbye/Vibrant Matter“ klafften schon zu Beginn sehr viele Lücken im Publikum. Der Saal leerte sich schnell weiter und das völlig zurecht: dieses Realität gewordene Klischee eines Quältheaters, das sich hinter seiner nervtötend zur Schau getragenen Ironie verschanzt, ist eine Zumutung fürs Publikum. Mit einem freundlichen „Hi“ begrüßen die Performerinnen und Performer die wenigen Zuschauer, verabschieden sich sofort wieder und gefallen sich im weiteren Verlauf des Abends in demonstrativer Spielverweigerung.

Esprit, großes Drama, spannende Charaktere, gelungene Kabinettstückchen, gute Unterhaltung: all das boten gestern Abend nur Antoine Griezmann, Kylian Mbappé, Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Edinson Cavani. Wer sich statt der Fußball-WM ins HAU aufmachte, wurde mit einem furchtbaren, grottenschlechten Theaterverweigerungs-Abend bestraft. Die Spielzeit erlebt zum Abschluss ihren Tiefpunkt.

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2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Zum Auftakt der ''Langen Nacht der Autoren'' erstickte das Geschichts-Aufarbeitungs-Stück „Ihre Version der Geschichte“ in melancholischer Schwere hinter der Glaswand der DT-Box. Simone Kuchers Text kreist um die Sprachlosigkeit einer armenischen Familie, die sich an die historische Wahrheit des Genozids an den Armeniern heranzutasten versucht.

Simone Kuchers Stück wird in Marco Millings Regie (Assistent am Schauspielhaus Zürich), zu einem Geschichts-Frontal-Unterricht fürs Publikum. Die Figuren bleiben klischeehaft, am schlimmsten ist das bei der wortkargen Mutter, die sich hinter ihrem Schweigen verschanzt. Das 90minütige Stück ist mit Loops und Stroboskop-Gewittern überfrachtet und ächzt unter der bleiernen Schwere des viel zu statischen Zugriffs. „Ihre Version der Geschichte“ ist als zeitgeschichtlich ambitioniertes Lesedrama durchaus interessant, stößt aber bei der Umsetzung auf der Bühne an seine Grenzen.

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Die als „karneval der wirklichkeit“ überschriebene szenische Collage über einen Kontinent, der mit großen Idealen startete und sichtlich ermüdet ist, hat einige spielerische Glanzmomente und ist eine sehr solide, durchaus sehenswerte Arbeit. Dem Diskurs über den Zustand Europas fügt diese Berliner/Wiener-Koproduktions-Uraufführung am Wochenende vor dem EU-Sondergipfel, bei dem sich Merkel und Kurz als Antipoden gegenüber stehen, wenig Neues und Tiefschürfendes hinzu.

Regisseur Franz-Xaver Mayr, der im vergangenen Jahr mit der galligen Groteske „Kartonage“ noch mehr überzeugte, konnte bei der Uraufführung auf das gewohnt starke Burgtheater-Ensemble bauen, aus dem vor allem Dorothee Hartinger in der Rolle der Europa herausragt.

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Auf der Bühne

 

3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 425+
4 1000+
3 888+
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