Kritik zu: Altar Boyz
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2019 scheint weit genug von den 90er Jahren weg zu sein, um sie wieder cool erscheinen zu lassen. Oder zumindest die Boygroups, die dieses Jahrzehnt so überaus fruchtbar hervorbrachte! Aktuell gibt es jedenfalls gleich mehrere Bühnenstücke, in denen es um das Phänomen Boygroups geht: zum Beispiel Thomas Hermanns „Boygroups Forever“ oder auch das Musical „The Band“, das bald auch in Berlin Premiere feiern wird und in dem es um die Karriere und die Musik der Boyband aller Boybands geht: Take That! Die Bar jeder Vernunft ist da natürlich am Puls der Zeit dran und präsentiert nun das OFFStage Germany- Musical (die haben auch schon Thrill Me gemacht) Altar Boyz. 

Bei den Altar Boyz handelt es sich um eine (fiktive) katholische Boyband, die in der Bar jeder Vernunft den letzten Auftritt ihrer erfolgreichen Deutschlandtour absolviert. Überall haben sie bereits unzählige Seelen gerettet und Gott zugeführt und nun sind sie in den Sündenpfuhl Berlin gekommen, um auch dort ihren Segen zu bringen. Die fünf hübschen Boys haben alles im Gepäck, was man so als erfolgreiche Jungenstruppe braucht: flashy aufeinander abgestimmte Klamotten, hippe synchrone Tanzschritte und natürlich gefällige Stimmen, mit denen sie poppige Popsongs trällern und Mädchenherzen erweichen können. Wie es sich für eine gute Boyband gehört, ist auch für jeden Geschmack etwas dabei: Matthew (Tobias Bieri) ein blonder Schönling, Mark (Martin Mulders) ist ein wenig schrill und campy, Luke (Christopher Bolam) ist der sporty Bad Boy, Juan (Daniel Tejeda) ist die Quotenminderheit und Abraham (Tom Schimon) ist Jude und hat sich irgendwie verlaufen, schreibt aber auch die Texte, irgendeiner ist in einer Boyband ja immer der mit dem Musiktalent. Gemeinsam tun sie ihr bestes, um das Berliner Publikum von seinen Sünden zu befreien und sie zum wahren Glauben zu bekehren. Ihnen zur Seite steht dabei ihr Werbepartner Sony (die Schleichwerbung ist wirklich sehr, sehr subtil verpackt) der ihnen einen Apparat gesponsert hat, mit dem sie die Zahl der anwesenden Sünder anzeigen können. Werden die fünf hübschen Jungs es schaffen, dass die Zahl am Ende ihrer schweißtreibenden Danceperfomances und tiefreligiösen Songs auf Null steht? Oder wartet etwa ein tränengeschwängerter Boyband-Breakup auf uns? 

Altar Boyz ist mit mehr als 2000 Aufführungen Off Broadway überaus erfolgreich und kommt nun dank OFFStage Germany erstmalig und komplett deutschsprachig in Deutschland auf die Bühne. Und was soll ich sagen, ich war begeistert! Als Kind der 90er kam ich um Boygroups gar nicht drumherum, keiner konnte sich dem entziehen, egal wie uncool das damals auch war. Und heute kann man sich getrost wieder als Fan outen. Die Stimmen der fünf Performer sind toll, die Songs sind genau so, wie man sie sich als Boygroup-Groupie wünscht: poppig hier, romantisch da, fetzig dort und alles mit sexy synchronsiertem Gehopse! Aber vor allem ist Altar Boyz eins: sehr, sehr witzig! Kein Klischee wird nicht liebevoll durch den Kakao gezogen, in jedes Boygroup-Fettnäpfchen wird mit beiden Füßen hineingesprungen! Ach ja – und gebetet wird auch sehr viel! 

Nicole Haarhoff
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Das Licht geht aus und ein aufgeregtes Raunen braust durch den Saal des Friedrichstadt-Palast Berlin. Alle Plätze sind besetzt mit aufgeregten Kindern aller Altersgruppen und ganz geschickt zieht die Kindershow Spiel mit der Zeit sie von der ersten Sekunde an in ihren Bann. Und mich gleich mit. Auch wenn ich ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel habe, mit dem ersten Song der drei Hauptpersonen Lea, Jule und Ben kann ich mich auf jeden Fall noch immer identifizieren, auch ich habe mich oft gefragt, wozu ich dieses oder jenes eigentlich unbedingt pauken muss. In meinem Fall hatte das oft mit Mathematik zu tun, im Fall unserer Drei geht es um ein verhasstes Geschichtsprojekt. All die Orte und Daten, zu denen dieser oder jener Mensch mal etwas geschichtsträchtiges getan hat! Wer soll sich das denn bloß alles merken? 

Frustriert entschließen sich Lea, Jule und Ben erstmal ein Spiel zu spielen, aber kaum haben sie ein paar Level geschafft, da explodiert ihre Spielkonsole! Und nicht nur das, nein, plötzlich dröhnt es, es scheppert, die Wände um sie herum lösen sich auf, sie trudeln wild durch die Luft… und landen – BÄM – im Wilden Westen! Farbenfrohe Cowboys ballern wild durch die Gegend, Indianer in fantasievollen Kostümen besingen die Nähe zur Natur. Selbst die Kakteen tanzen in diesem stimmgewaltigen Szenario! Aber kaum schütteln unsere drei Helden wieder ihre Spielkonsole, da stürzen sie bereits wieder in einen Wirbel aus Raum und Zeit und landen dieses Mal in der Wiener Klassik. Immer mit dabei: Super-Dog, ihr treuer und klugschwätzender Begleiter durch die Zeit. Und ehe sie nach vielen Abenteuern und vielen schrillen Begegnungen endlich wieder nach Hause dürfen, purzeln sie noch ins Mittelalter, straucheln sie durch die Steinzeit, plumpsen sie ins Alte Ägypten und schießen sich am Ende sogar noch bis vor in die Zukunft! 

Eine superspannende, witzige und mitreißende Show stellen die vielen, vielen Kids da auf die Beine, die die Bühne des Friedrichstadt-Palast für sich in Anspruch nehmen und nur einige wenige kleine Rollen an Erwachsene vergeben. Sie singen und sie tanzen und sie spielen, dass es eine Freude ist, wäre da nicht die geringe (Ach Gottchen, die winzigen Höhlenmenschen – so süß!) Größe, dann würde man gar nicht merken, dass es sich um Kinderdarsteller handelt. Auf der Bühne wird wirklich alles gezeigt, was wir von den üblichen Revues im Friedrichstadt-Palast gewöhnt sind, Artistik, Tanz, grandiose Kostüme, ein tolles Bühnenbild, schillernde Effekte! Das junge Publikum ist auf jeden Fall begeistert und voll dabei, aber auch für Erwachsene ist das Spiel mit der Zeit ein großer Spaß! 

Nur noch bis Ende Januar, die Tickets sind knapp, also haltet euch ran: Spiel mit der Zeit – Die Show von Kindern für Kinder im Friedrichstadt-Palast Berlin. Empfohlen wird die Show übrigens ab 5, Kinder unter 3 Jahren haben keinen Zutritt. Große Kinder jenseits der 30 dürfen aber rein. 

Nicole Haarhoff
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Ich schreibe in diesem Blog ja nur Empfehlungen. Nur über Shows, Events, Veranstaltungen und Ausstellungen, die mir richtig gut gefallen haben. Was auch der Grund dafür ist, dass ich so oft mit beiden Händen mit Superlativen um mich werfe und euphorisch Süßholz raspele. Ich habe mir dafür schon mehr als genug Kritik anhören müssen, aber ich möchte nun einmal nur über die Dinge schreiben, die ich toll finde und von denen ich denke, dass auch andere sie sicher toll finden werden. Kritiken und Verrisse kann man, glaube ich, an genug Stellen finden. Warum erzähle ich das jetzt? Weil ich gestern Abend eine solch gigantische Show gesehen habe, dass ich mir vorgenommen habe, mich ganz dolle zusammenzureißen und nicht allzu sehr auszurasten. Ich atme also ganz tief durch und sage, ganz neutral:
Standing Ovations, minutenlanger Applaus und häufiger Szenenapplaus. Das war die mehr als verdiente Reaktion des Publikums auf den neusten Showstreich im Friedrichstadt-Palast: VIVID Grand Show. Der berühmteste Hutmacher der Welt, Philip Treacy, hat Kopfschmuck für die Auftretenden ersonnen, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat. Dazu die farbenprächtigen, außergewöhnlichen Kostüme von Stefano Canulli und ich wusste gar nicht mehr, wo ich zuerst hinschauen sollte. Unser Begleiter durch die Show der Entertainer (Andreas Bieber) gibt zu Beginn des Abends einem Mädchen im Publikum eine Blume und lädt sie auf die Bühne ein. Während ihr Vater noch aufgeregt gestikuliert, hat sie sich schon vollkommen in der Binary World verloren. R’Eye (Devi-Ananda Dahm) ist zu einer Androidin geworden, gleichgeschaltet mit all den anderen. Androidanna (Glacéia Henderson) ist die gestrenge Herrscherin über die Androiden, sie mag Ordnung und Gleichklang.
Der geheimnisvolle Guru (Mehmet Yilmaz) hingegen möchte R’Eye die vielfältigen Farben und die unzähligen Möglichkeiten zeigen, die die Welt außerhalb der Binary World bereit hält. Gemeinsam mit dem Entertainer und dem Glamourgirl (Sarah Manesse) entfaltet er für die staunende R’Eye eine Feuerwerk an Schönheit, Farben und Pracht. Er lässt Blumen aus dem Boden wachsen, auf der große Frösche bis ins Publikum hinein schaukeln, während die schönsten Tiere und Pflanzen des Dschungels ringsherum zum Leben erwachen und die Bühne erobern. Auf ihrer Reise lernt R’Eye alles über Mut, zu sich selbst zu stehen und zu sein, wer man sein möchte. Sie lernt Furchtlosigkeit von den Sky Angels, den Luftartisten mit den Zähnen aus Stahl, Frauenpower von den Schlangen der Troupe Ayasgalan und die Danger Boys geben ihr den Schubs, den sie braucht um über ihren Schatten zu springen. Schließlich springen die Danger Boys sehr viel gewagtere Sprünge!
Die Sänger sind fantastisch, ich mochte Devi-Ananda Dahm schon als Rotkäppchen und als Penny in „Hairspray„! Und Andreas Bieber kennen viele Musicalfans sicher auch schon lange. Aber auch das Glamourgirl und Androidonna sind großartig. Und mit der Girl-Line übertrifft sich der Friedrichstadt-Palast ja sowieso schon immer wieder selbst, dieses Mal… ich will es nicht verraten, aber macht euch auf etwas gefasst, so habt ihr die Girl-Line noch nie gesehen! Atemberaubend! Die Tanzszenen und das Ballettensemble sind sowieso wieder durchweg bezaubernd. Bei einigen Akrobatikszenen konnte ich vor Angst gar nicht hinsehen, ich sage nur: Todesräder! Mit verbundenen Augen! Auch die Erotik kommt natürlich nicht zu kurz und insgesamt ist die neue Show im Friedrichstadt-Palast eine farbenprächtige Freudenfeier, mit liebevoller und inklusiver, regenbogenfarbener Botschaft. Und mit R’Eyes Vater, dem Explorer (Jimmy Slonina) wird auch eine gute Prise Humor in die Revue gemischt, die nicht zuletzt dadurch zu etwas ganz Besonderem wird.
Nicole Haarhoff

 

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