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Im Wintergarten Varieté wurden die Tamagotchis, Mangafiguren, Kimonos und Teeschalen der Erfolgsshow Sayonara Tokyo sorgfältig eingepackt und haben nun Platz gemacht für stampfende Cowboyboots! Gestern Abend war die erste Preview der neuen Show Take it Easy und es war ein voller Erfolg! Tolle Musik, großartige Artisten, ab dem 1. März (Premiere) wird diese heiße neue Show euch in Jeansröcken und Lederstiefeln enthusiastisch linedancen lassen!
Der Soundtrack, den die Band (Erez Frank, Gidon Carmel, Oded Kaydar und Timothy Hook) und die vier Sängerinnen und Sänger um die auftretenden Künstler weben, geht runter wie Eistee auf einer Südstaaten-Terrasse. Altbekannte und vielgeliebte Songs von Johnny Cash, Dolly Parton und Soul Asylum, gesungen, gerockt oder geschnurrt von Henriette Schreiner, Vanessa S., Crsto und Tim Wilhelm. Die vier haben richtig viel Spaß auf der Bühne und mit den Songs, das merkt man, der Funke springt sofort über. Und die Balance zwischen unterstreichenden Songs für die Auftritte der Artisten und reinen Songpassagen, bei denen alle Sänger zusammen Medleys diverser Songs singen, ist wunderbar ausgewogen.
Die Artisten sind eine tolle Mischung von sanft und kraftvoll, witzig und poetisch. Es ist ein Abend der Doppel, mit vielen Paarauftritten, angefangen bei dem Duo Niko Y Vito, die sich auf einem Schlappseil gegenüberstehen, das wie eine Wippe fungiert. Soetwas habe ich auch noch nie gesehen! Worauf ich nicht einmal stehen könnte, springen die Beiden Springseil oder lümmeln auf Stühlen. Danach erobert Chris Kiliano die Lüfte an den Strapaten und ein aufgeregtes Raunen und entzücktes Seufzen geht durch die weibliche Seite des Publikums, während er kraftvoll und schwerelos über unseren Köpfen schwebt. Die Jungs von Twin Spin begeistern mit Diabolo- und Jonglagekünsten, alles im Tandem, das sieht man auch eher selten! Mein persönliches Highlight waren allerdings Dasha & Vadym. Im ersten Teil zeigen sie tänzerische Bodenakrobatik, im zweiten sind sie dann am Aerial Silk zu sehen und du meine Güte! So schön, so makellos, leichtfüßig, romantisch, herzzerbrechend! Wie ein Gedicht der Körper. Dazu sanfte Liebeslieder und es tut richtig weh, sie zu sehen, so schön ist es!
Mein Herz wird geheilt von den Karpovich Brothers, die zu Sweet Home Alabama den Bodenkontakt auf ihrem Schleuderbrett verlieren und in schier unglaublich hohen Schrauben an den Sternenhimmel des Wintergartens katapultieren. Timothy Trust stößt unzählige Säbel durch den Karton, in dem seine Partnerin Diamond steckt, ein Trick, den wohl jeder kennt, den ich aber tatsächlich noch nie live und direkt vor meinen Augen erlebt habe! Unglaublich! Melanie Chy macht Handstand-Equilibristik, allerdings nicht einfach irgendwo, sondern auf den Lenker eines Motorrads! Zum Schluß kommen vier Männer auf die Bühne, die aussehen, als würden sie jede Kneipenschlägerei gewinnen, aber ihre Performance ist ganz zart und sehr langsam, White Gothic zeigen unheimlich kraftvolle Hand auf Hand Akrobatik, bei der zum Beispiel einer von ihnen alle drei anderen in der Luft balanciert! Atemberaubend!
Brillante Varietéunterhaltung im schönen Wintergarten mit toller Musik, schönen Songs und grandios talentierten Künstlern. Unbedingte Empfehlung von mir!
©Nicole Haarhoff
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Wer kennt ihn nicht – Andrew Llloyd Webber, aus dessen Feder die bekanntesten und erfolgreichsten Musicals der Welt stammen, allen voran Cats und Phantom der Oper. Der britische Komponist hat uns einige der schönsten und gefühlvollsten Musicalhymnen aller Zeiten geschenkt und das Musicaltheater revolutioniert. Kein Wunder also, dass dem mit unzähligen Ehrungen überhäuften Webber eine ganze Show gewidmet wurde, um seine grandiosen Werke zu genießen.
Zu diesem Zweck hat man ein internationales Orchester zusammengestellt und einige handverlesene Solisten singen die schönsten Songs aus den unsterblichen Meisterwerken von Andrew Lloyd Webber. LAURENT N’DIAYE moderiert die Show und führt keck und charmant durch den Abend, mit ihm singen Jonathan Radford, Lindsay Kearns, Zac Hamilton und Natalie Bryant. Jochen Sautter (Konzept, Regie), stellt seine Sänger aber nicht einfach auf die Bühne und lässt sie singen, nein, für jeden Song gibt es eine eigene Choreografie, manchmal ganz nah an dem jeweiligen Musical, manchmal unabhängig davon, aber trotzdem ganz genau getroffen. Zusammen mit den punktgenauen Videoprojektionen entsteht so etwas ganz eigenes, trotz der bekannten Lieder hat man das Gefühl, etwas ganz Neuem und Einzigartigen beizuwohnen und nicht einfach nur einem Medley altbekannter und vielgeliebter Songs. Jeanette Damant (Choreographie/Regie) hat sich wirklich selbst übertroffen und eine sehr sehenswerte Show geschaffen, bei der die Solisten und die komplette Tanzcrew sehr gefordert wird, aber engelhaft lächelnd, scheinbar mühelos die schönsten Melodien aus Evita, Das Phantom der Oper, Jesus Christ Superstar, Sunset Boulevard, Requiem und Starlight Express zum Besten gibt.
Eine wunderbare Hommage an den großen Musical-Meister, nicht nur für Fans. Die Namen der jungen Solisten muss man sich merken, die hört man sicher in Zukunft öfter!
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Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennengelernt hat. - Irisches Sprichwort
Und genau so beginnt der Abend im Admiralspalast mit Irish Celtic: aus Fremden werden Freunde. Die irischen Musiker und Tänzer haben einen kleinen Teil ihres Landes und ihrer Geschichte nach Deutschland transportiert, ein echter, zünftiger irischer Pub wurde auf die Bühne gebracht! Waschecht, wie in jeder Kneipe auf der grünen Insel, steht der Chef selbst hinter dem Tresen, ein Glas cremiges Guinness in der Hand. Mit stolzgeschwellter Brust und Wehmut in der Stimme beginnt er, von seiner Heimat zu erzählen. Von den Unbillen, die sein Volk zu ertragen hatte und von den Traditionen, die man trotz der langen, langen Bevormundung immer hochgehalten hat. Und von der Musik, dem unvergleichlichen Irish Folk, der unwillkürlich in die Beine geht und der niemanden unberührt lässt.
Und während Paddy noch erzählt, fliegen schon die ersten Tänzerbeine in schier unheimlich schnellem Stakkato im berühmten Battering, dem Knallen der Tanzschuhe auf dem Boden, durch die Luft. Das bloße Auge kann oft gar nicht so schnell folgen, wie die jungen Leute da über den Tanzboden steppen, immer wieder sehen ihre Beine aus, als würden sie schmetterlingsgleich in der Luft verharren.
Aber auch die langsamen Stücke kommen natürlich nicht zu kurz und die Tänzerinnen des Irish Dance Ensembles schweben, passend zur Folklore des Landes, elfengleich über die Bühne. Und die fünfköpfige Liveband spielt dazu auf, natürlich mit den traditionellen irischen Musikinstrumenten, wie der Fiddle, der Bodhrán und dem Dudelsack. Weltbekannte Songs wie Whiskey in the Jar und Wild Rover lassen das Publikum enthusiastisch mitgehen, ehe Paddy uns mit seinen Erinnerungen an die Titanic-Katastrophe und die vielen irischen Opfer wehmütig und ein wenig traurig werden lässt. Aber was wäre ein echt irischer Abend ohne Whiskey und ein klein wenig Traurigkeit?
Nach der Pause trifft dann in einem großen Dancebattle das alte mystische Irland mit dem neuen, modernen Irland zusammen. Der traditionelle Brush (Broom) Dance, eine uralte Form des Solotanzes tritt an gegen das modernere Stepptanzen und gewinnt auch, obwohl beide Tanzformen sehr beeindruckend dargeboten werden. Als der Vorhang schließlich fällt, war das Publikum noch gar nicht bereit, den gemütlichen Pub schon wieder zu verlassen und blieb stur sitzen, bis es noch eine Zugabe gab. Ein wunderbarer heimeliger und doch rasanter Tanzabend im Admiralspalast! Ich habe mich als großer Irish Folk Fan bereits lange auf diesen Abend gefreut und bin danach fröhlich zur S-Bahn gesteppt.
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