0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Die Idee für diesen Krimi macht neugierig: Ein Inspektor möchte nicht eher in den wohlverdienten Ruhestand gehen, bevor er seine letzten beiden Fälle gelöst hat. Zwei sechsfachen Vielfachmördern in Gestalt eines cleveren Gattinnenmörders und einer raffinierten Gattenmörderin konnte er bisher nichts beweisen. Nun, da beide ein weiteres Mal verwitwet sind, stehen alle Wege offen, die beiden miteinander bekannt zu machen und ihnen mithilfe der recht schnell geschlossenen Ehe auf den Zahn fühlen zu können. 
Saul O’Hara hat „Inspektor Campbells letzten Fall“ bereits im Jahr 1960 geschrieben, ein paar Jahre später gehörte es zu den meistgespielten Stücken an deutschsprachigen Bühnen, die Premiere im Berliner Kriminal Theater liegt mit 2011 auch schon einige Jahre zurück. 
Und wie man es sich vorstellen kann, schenken sich Oberst John und Lydia Brocklesby, verwitwete Barbent, nichts, jedenfalls nicht, nachdem beide, wohlgemerkt erst nach der Eheschließung, von der mörderischen Vergangenheit des jeweils anderen erfahren. Schön anzusehen die Szene, in der ihnen von ihrem Butler eine Pilzsuppe serviert wird, bei der beide guten Grund hätten, sie nicht zu essen und entsprechend versuchen, um den ersten Löffel herumzukommen.
Mehr soll nicht verraten werden, neben den beiden Hauptdarstellern ergänzen das Ensemble noch zahlreiche weitere Darsteller auf der rosarot gehaltenen Bühne nebst anfänglichem Vogelgezwitscher. Neben dem argwöhnischen Inspektor, der nur als Nebenrolle agiert, und Perkins, dem sich konsequent stocksteif bewegenden Butler, erzählen Honoria Dodd, Leiterin einer Besserungsanstalt, ein ihr zur Seite stehender Pädagoge und Jennifer und Polly, zwei ihrer Schützlinge, eine Parallelgeschichte. 
Die sich am Ende mit dem spannenden Ende verwebt und die Liebe siegen lässt.
Insgesamt ein runder Abend mit einem durchweg souverän spielenden Ensemble, nur ist das Ganze von den Regisseuren Wolfgang Rumpf und Matti Wien wieder etwas sehr betulich und brav in Szene gesetzt worden. Gut vorstellbar, dass dieser Stoff in den 60er Jahren schon genau so auf die Bühne gekommen ist, da hätte es zahlreiche Möglichkeiten gegeben, die Figuren und auch Momente der Handlung frischer und mit ein paar fantasievollen Inszenierungsideen zu gestalten.
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Immer auf der Suche nach neuen Komödien, gern auch deutschen Erstaufführungen für sein Schlosspark Theater, ist Dieter Hallervorden im Jahr 2017 in Paris auf die Komödie “Silence! On Tourne!” aufmerksam geworden. Es folgte, wie schon so oft, die Übersetzung durch ihn selbst, gestern nun war Premiere.
Der Plot selbst bietet einiges an Potenzial für eine Art Screwball-Komödie. Sowohl die Handlung, vom erfolgreichen Autorenteam Gérald Sibleyras und Patrick Haudecœur erdacht, vor allem aber die Charakterisierung der einzelnen Protagonisten lassen schon im Vorfeld auf viel Komisches hoffen:
Die Zuschauerschaft, die sich übrigens als Komparserie begreifen darf, wird Zeuge einer Filmszene, die nicht so recht zum Fliegen kommt, da, wie sollte es anders sein, jede Menge Widrigkeiten auf den Plan treten. Beispielsweise in Form eines überforderten Regieassistenten, einer Jungschauspielerin, die große Ambitionen zu mehr hat und einer rumänischen Maskenbildnerin, die niemand versteht.
Streckenweise wird es auch tatsächlich komisch, etwa wenn Regieassistent Oliver, überzeugend gespielt von Karsten Kramer, die Stuntfrau ersetzen soll und verständlicherweise mit der Ausführung eben dieser Aufgabe hadert. Oder Mario Ramos, dessen Selbsteinschätzung und Außenwirkung nicht ganz in Einklang liegen, seinen Charakter, wie nicht anders von ihm zu erwarten ist, in gewohnter Qualität und auch viel Komik umsetzt. Annika Martens gibt ihre ambitionierte Jungschauspielerin Lola charaktervoll und in Sprache und Gestik sehr ausladend, was in vielen Momenten allein schon witzig wirkt.
Alle anderen Rollen bleiben recht blass, was einfach daran liegt, dass ihre Parts nicht viel an Komik hergeben, etwa wenn sich die Rolle der nicht verständlichen Maskenbildnerin vor allem darin erschöpft, das Publikum bzw. die Komparsenschaft mit unlustigen Mitmachaktionen bei Laune zu halten und in allen Dialogen nur irgendwelche Zweideutigkeiten zu erkennen. Wieviel mehr hätte allein diese Rolle hergeben können als diesen leider nur sehr flachen Humor.
Am Ende wartet die Inszenierung noch mit einer ungewöhnlichen und gelungenen Überraschung auf.
Dem Publikum gefällt´s, es gibt üppigen Applaus.
Kritik zu: Studentenfutter
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Wenn der Musik-Comedian Robert Alan, wie ihn seine Eltern in Anlehnung an einen bekannten amerikanischen Musiker genannt haben, mit seinem Prinz-Eisenherz-Haarschnitt und linkischen Bewegungen auf die Bühne tritt, ist das schon mal ein bisschen komisch.

Wenn er dann den einen oder anderen Schwank aus seinem Leben erzählt, wie vom gemeinsamen Musizieren mit seinen Eltern in einer Countryband oder den Reisen an die Ostsee, seinem Brotjob in einem Discounter und von der schönsten Lücke in seinem Lebenslauf, seinem Bachelor-Studium zum Grafik-Designer, bekommt man eine Ahnung davon, dass man es hier mit einem ziemlich selbstironischen und bodenständigen Komiker zu tun hat. 

Wenn er dann in die verschiedensten Themen eintaucht, sie zum Teil immer nur kurz anreißt, schnell zu einem ganz anderen wechselt, dabei eine Absurdität nach der anderen raushaut, wird es richtig amüsant.

Dass er das Publikum dabei auch einiger Mythen beraubt, wie zum Beispiel der sagenumwobenen Backstage-Welt, sei’s drum. Robert Alan ist schön geschmacklos, fast anarchisch und dabei auch noch sehr musikalisch, sein Herz gehörte schon dem Hip Hop und Rap. Auch wenn er erst mit 17 Jahren Klavierspielen gelernt hat. Das macht er wirklich gut, vor allem unterstützt es sein Programm auf treffliche Weise. So bringt er ein paar witzige aber auch gehaltvolle Songs auf die Bühne, die den Abend zunehmend substanzieller werden lassen.

Gesellschaftliche Probleme wie Mediengebrauch oder Klimawandel können dabei fast nicht unerwähnt bleiben, aber der mahnende Zeigefinger bleibt außen vor, dafür ist Robert Alan einfach zu cool, will sein Publikum wohl auch primär unterhalten.

Einen abgegrabbelten Hasen, der zum Einsatz kommt, hat er anbei, so wie er musikalisch auch mal zur Mundharmonika und einer Gitarre mit Tasten wechselt. Ein talentierter und hochkomischer Entertainer im besten Sinne.

Das Publikum im BKA-Theater, dem er nun sein “Studentenfutter” präsentiert hat, war begeistert, jetzt bleibt nur zu hoffen, dass er viral geht ...

 

Preis: €14,95 €11,95

UNSERE BÜCHER
ALS PDF-DATEI

AUSWAHL

 

Preis: €14,95 €11,95

 


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN





AUF DER BÜHNE © 2021

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

TICKETS KAUFEN
eventim


PDF-Datei: 11,95 € 8,95 €
Weitere Formate auf
Amazon & Google:
Kindle eBook
Taschenbuch
Google eBook

WEITERE BÜCHER


ANZEIGE

3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 846+
4 1891+
3 1686+
2 1073+
1 427+
Kritiken: 2937

PDF-Datei: 22,60 € 16,95 €

Weitere Formate auf Amazon & Google Play:
Kindle eBook - Taschenbuch - Google eBook


UNSERE BÜCHER ALS PDF-DATEI

AUSWAHL


UNSER PARTNER

BUCH ALS PDF-DATEI
Toggle Bar
X

Right Click

No right click