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Immer wieder mal in den nächsten Monaten ist ein neues Gastspiel auf der Bühne des Schlosspark Theaters zu Gast, Eros & Ramazotti. Und der Titel hält, was er verspricht, jeder, der etwas übrig hat für italienische Herzensbrecher, ob als Liedgut oder in Persona, dies kann durchaus doppeldeutig interpretiert werden, sollte diese Show nicht verpassen.
Zu Beginn der Vorstellung kündigt Eros Falsoletti in seiner Funktion, zusammen mit seinem Kollegen Luigi Ramazotti allabendlich die Gäste des Hotels Paradiso musikalisch bespaßen zu müssen, erstmal das Ende der Abendveranstaltung und leicht gebetsmühlenartig auch den Ablauf für einen Ausflug des folgenden Tages an.
Woran schon gleich zu Anfang mehr als deutlich wird, dass das Duo sich zu Höherem berufen fühlt als ihre Fähigkeiten an so einen “Milbenbunker” zu verschwenden, so viel grob zur Rahmenhandlung.
Sie bettet die beiden Vollblutmusiker und -schauspieler auf eine kleine Zeitreise mit zumeist italienischen Herzensliedern, also bekannten italienischen Hits von Adriano Celentano, Paolo Conte oder Louis Prima ein. 
Der vielseitige Dietmar Loeffler als Luigi, aus dessen Feder das Programm stammt, begleitet seinen Kollegen auf dem Piano und auch gesanglich, während Tommaso Cacciapuoti als Eros die Bühne mit seinen Gesangseinlagen rockt, dies auch locker mal in ganz verschiedenen Stimmlagen und mit interessanten Requisiten, von ernst oder lustig bis leidenschaftlich-erotisch, gern auch mal im sehenswerten Ausnahmezustand.
Die beiden sind mit viel Spielfreude, echter Leidenschaft und sehr viel Witz dabei, gestalten den Abend absolut kurzweilig, mit großer Bühnenpräsenz. Aber sie stehen ja auch nicht das erste Mal zusammen auf der Bühne (Pasta e basta in den Hamburger Kammerspielen), die gegenseitige Vertrautheit scheint unbedingt durch. Und Cacciapuoti ist auch die Steglitzer Bühne nicht fremd, hat er doch schon in mehreren Stücken des Schlosspark Theaters mitgewirkt.
Auch Regisseur Hans Holzbecher hat gute Arbeit geleistet, die Inszenierung ist rund und ohne Längen, findet eine schöne Balance zwischen Story und Gesang und wenn etwas unerwartet aus dem Ruder läuft, dann wird auch dieser Umstand charmant gewuppt.
Nebenher erfährt man noch die Lösung zu dem einen oder anderen Phänomen, zu dem man sich bisher noch keine Gedanken gemacht hat, zum Beispiel dem Armschubbeln, auch das Verhalten der Menschen in Pizzerien wird vortrefflich unter die Lupe genommen.
Dabei werden die beiden, also in ihrem Dasein als Hotelmusikanten, immer wieder gefordert, wenn z.B. “wichtige” Leute im Publikum sitzen. Was bei Eros durchaus das eine oder andere Psychodrama auslösen kann, trägt er doch das Trauma einer eher unerfreulichen Mitwirkung beim ESC (European Song Contest) schon ganze zehn Jahre mit sich.
Aber selbst dies vermag er am Ende noch aufzulösen, das Publikum der gut besuchten Berliner Premiere ist begeistert und schon vor den drei Zugaben gibt es Standing Ovations, verdientermaßen!
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Rita Feldmeier hat das Debüt zu ihrem Marlene-Dietrich-Abend gegeben, die Bühne des Schlosspark Theaters für diesen Gesangsabend gewählt, der unter dem Zeichen „Allein in einer großen Stadt“ steht. Und kaum zu glauben, dass sich die Protagonistin der Interpretation so einer Diva erst in reiferen Jahren widmet, überzeugt sie doch auf ganzer Linie und vermittelt den Eindruck, als hätte sie nie etwas anderes getan.
Dabei passt es in diesem Fall durchaus, hat doch auch Marlene Dietrich erst spät ihre Gesangskarriere gestartet, vorher hauptsächlich geschauspielert. So wie auch Rita Feldmeier seit über vier Jahrzehnten dem festen Ensemble des Hans Otto Theaters in Potsdam angehört. Was der Inszenierung von Achim Wolff durchaus zuträglich ist, besteht der Abend nicht nur aus Gesang sondern auch aus Plaudereien, mit ihrem Pianisten Jörg Daniel Heinzmann, der die Diva nicht nur auf dem Instrument virtuos begleitet.
Und ja, Feldmeier wird dieser Diva mit jeder Faser ihres Körpers gerecht, sie gibt jeder einzelnen Silbe Bedeutung, pointiert jede Bewegung, überzeugt in dieser Rolle sowohl mimisch als auch gestisch so sehr, dass wirklich Marlene Dietrich auf der Bühne zu stehen scheint. Und das liegt nicht nur an der Frisur, der berühmt gewordenen weit geschnittenen Marlene-Hose und der bis zum Hals zugeknöpften weißen Hemdbluse. Sie nimmt sich der frechen Art Dietrichs mit viel Charme an.
Der gesamte Abend ist von einer Spannung begleitet, es reiht sich nicht nur Lied an Lied, sondern es wird so ganz nebenbei auch eine Geschichte erzählt, die die Inszenierung gelungen abrundet.
So handelt die erste Hälfte des Programms von ihrem Eintreffen in ein Hotelzimmer, in dem sie aus ihren Befindlichkeiten keinen Hehl macht, nicht gerade zufrieden ihrem anstehenden Auftritt entgegenblickt. Und das titelgebende Lied ihrer Show „Allein in einer großen Stadt“ singt, bevor sie auf ihre Karriere zurückblickt, sei es ihr Weg nach Hollywood, ihre Zeit bei den GIs und ihre Rückkehr nach Deutschland 1960, die ihr deutlich zeigt, dass sie bei vielen Leuten immer noch als Vaterlandsverräterin gilt.
Und sie geht hart mit sich selbst in‘s Gericht, die Zuschauer erfahren ganz schnörkellos davon, dass sie von ihrer Stimme keine hohe Meinung hat, sich „wie eine Höckergans anhöre, die gerade geschlachtet wird.“ Und daher auch stark auf ihr Äußeres setzt, ihr Pailettenkleid zum Beispiel mit dem berühmten weißen Schwanenfedermantel ergänzt.
Mit dem sie nach der Pause die zweite Hälfte optisch höchst beeindruckend einläutet, in der sie wieder in die „Gegenwart“ eintaucht und das Publikum mit ihrem Outfit in Jubelrufe versetzt, mit „Johnny“ ihr Konzert startet. Dem dann viele bekannte Lieder folgen, jedes einzelne berührt, so wie Feldmeier es darbietet, sehr stark zum Beispiel „Marie“, für das Marlene Dietrich von Gilbert Becaud höchst persönlich die Erlaubnis erhalten hat, es als Frau zu singen, handelt es doch von einem Mann.
Auf den Wunsch ihrer Tochter hin hat sie auch „Sag mir, wo die Blumen sind“ in ihr Portfolio aufgenommen, inzwischen gehört es zu ihren Lieblingsliedern; zu denen des Publikums spätestens nach diesem Abend wohl auch.
Und könnte dieses Programm ohne „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ zu Ende gehen? Mit diesem Lied aus dem „Blauen Engel“, leider größtenteils in englischer Sprache gesungen, beschließt Feldmeier diesen großartigen Abend.
Und nach langem Applaus hat sie dann auch noch einen Koffer in Berlin. Und viele Fans dazugewonnen; es bleibt zu hoffen, dass Rita Feldmeier mit ihrem Programm noch viele Menschen beeindrucken und berühren können wird, zwei Termine in näherer Zukunft gibt es schon auf der Schlosspark Theater Bühne, am 24. November und am 28. Dezember.
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„Auf bald - Am Alexanderplatz!“ Dieses Versprechen kann Ulla nicht immer einlösen, um ihren Rolf zu sehen, die politischen Umstände lassen ein Wiedersehen der beiden Verliebten nur ganz selten zu. Denn Ulla lebt in Ostberlin, Rolf in Westdeutschland. Obwohl die beiden schon mal eine kurze gemeinsame Zeit hatten während ihres Kennenlernens im Jahr 1942, da aber war Krieg und die beiden erst 10 und in Sachen Kinderlandverschickung unterwegs.
Trotzdem haben sie den Kontakt während eines jahrzehntelangen Lebens weit entfernt voneinander nie verloren, schreiben sich seither Briefe. Die nicht immer ankommen und deshalb auch mal nummeriert bzw. über dritte zu den Empfängern geschleust werden, daneben gehen auch Pakete auf Reisen.
Brigitte Grothum und Horst Naumann schlüpfen in das Paar, das einfach nicht voneinander lassen kann, präsentieren ihre szenische Lesung am Wochenende des 9. Novembers, also passend zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls, im Schlosspark Theater.
Und nehmen die Zuschauer mit ihren gelesenen Briefen mit auf eine Reise in die Zeit zwischen Mauerbau und Mauerfall, auch schon in die Zeit kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs. Wie es Rolf und seiner Familie zum Beispiel ging, als sein Vater, den er fast 10 Jahre nicht gesehen hat, aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam. Oder von den Folgen der Entnazifizierung und der Konkurrenz mit Spätheimkehrern um Studienplätze.
Nach dem Mauerbau werden dann die ganz unterschiedlichen Entwicklungsperspektiven der beiden deutlich, Aspekte aus dem Alltag, die erzählen, dass Rolfs Leben immer stärker vom Wirtschaftswunder der 50er Jahre geprägt wird, was sein Leben der vielen Arbeit wegen in der Firma seines Vaters und später der Fortführung selbiger nachhaltig bestimmen wird, vielleicht auch als Flucht in ein Leben ohne Ulla gewertet werden könnte.
Ulla macht ihre Motive für den Verbleib in der DDR deutlich, schließlich muss sie sich erklären, versucht Rolf sie doch immer wieder zu einem Wechsel in den Westen zu überreden. Auch wenn sie persönlich unter der politisch motivierten Unterdrückung von Talenten leiden muss, einen schwierigen Anfang als Lehrerin hat. Und natürlich mit der immerwährenden Überwachung durch die Stasi umzugehen hat, niemandem so richtig trauen kann.
Ach ja, wichtig noch zu erwähnen, dass beide unabhängig voneinander Familien gründen, die sich am Ende als glücklos entwickeln. 
Dafür aber großes Glück in dem Moment, als Ulla in den 80er Jahren eine Klassenfahrt zum Plattensee macht und dort nach vielen Jahren endlich ihren Rolf treffen kann, sich die beiden einer wenn auch begrenzten aber leidenschaftlichen Zeit hingeben können.
Bevor die Mauer sich dann öffnet und sie sich ein wenig holprig wiedersehen, eine Entfremdung durch das Erlebte vieler Lebensjahre in politisch vollkommen unterschiedlichen Systemen deutlich wird.
Brigitte Grothum und Horst Naumann, die beiden Urgesteine deutscher Schauspieler, meistern ihren Job, berühren mit ihren gelesenen Texten durchaus. Beeindruckend vor dem Hintergrund, dass Naumann inzwischen schon 94 Jahre alt ist. Es gibt langen Beifall.

 

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