2 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Schon seit Ende August ist Zirkuszeit im Wintergarten und dies im besten Sinne!
Zahlreiche Varieté-Künstler sind Gäste der Show “Staunen - Circus of Stars”, bei der verschiedene Moderatoren wochenweise durch den Abend führen, in der Weihnachtszeit wird dies nun Sophie Berner tun, die vielen Besuchern bereits durch ihre zahlreichen Auftritte als Sally Bowles in Cabaret oder auch durch eigene Produktionen wie zum Beispiel Pure Imagination bekannt sein könnte.
Nachdem die Zuschauer gleich zu Beginn des Abends mit einer Zeitreise zu den Anfängen des Wintergartens entführt werden, die immerhin 130 Jahre zurückliegen, stimmt Berner passend dazu das Publikum auf Berlin ein, mit einem Potpourri unterschiedlichster Berlin-Lieder.
Danach geht´s dann aber, akrobatisch gesehen, zur Sache, zwei Kubaner, Leosvel und Diosmani, überzeugen am chinesischen Mast durch atemberaubende Leibesübungen. Sie bewegen sich horizontal an der Stange, mit einer Leichtigkeit, die beeindruckt.
So wie auch der Handstandakrobat Encho Keryazow aus Bulgarien, der ebenfalls in Atem hält, wackligen Bauklötzern vertraut, auf die er sich stützt.
Etwas entspannter aber trotzdem noch ziemlich spannend ent- und bekleidet sich das Duo Strahlemann und Söhne, in gebührendem Abstand zueinander, was auch notwendig ist. Sie befeuern sich mit Jonglierkeulen, was nicht unbedingt viel Zeit und freie Hände für ein derartiges Vorhaben lässt, am Ende stehen sie trotzdem wieder angezogen auf der Bühne.
Klassisch zirkusmäßig geht es bei dem Seiltänzer Andrej Ivakhnenko zu, der auch das Plakat für die Show schmückt, ist sein rotes Stachelkostüm doch sehr pittoresk. Er balanciert variationsreich auf dem Schlappseil, mit diversen Hilfsmitteln, selbstredend.
Die Zwillingsschwestern Elke und Julia Janke, die als Trapezartistikduo Elja in schwindelerregender Höhe und ohne doppelten Boden ineinander verknotet, dann auch wieder fast gar nicht miteinander verbunden sind, zeigen diverse Kunststücke am Trapez.
Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wenn der Komiker und Zauberkünstler Otto Wessely auf skurrile Art und Weise mit ebenso gearteter Assistentin eine Art Zaubershow präsentiert, die anfangs keine ist, trotzdem sehr komisch daherkommt und am Schluss noch zu einer wird, gibt es schon gut was zu lachen
Oder das Duo Minasov, das auf unergründliche Weise einen Quickchange in Sachen Kleidung hinlegt, verbunden mit flotter Musik und Tanz, auch sehr beeindruckend.
Die Darbietungen sind alle von hohem Niveau, viele der Künstler haben staatlichen Zirkus- und Artistenschulen besucht, sind zu Gast bei internationalen Festivals, sammeln Preise ein.
Und es gibt noch einen zweiten Conferencier, der gleich zu Beginn der Show aus einer Kiste steigt und mit eher leisen Tönen die Show begleitet, am Ende dann aber ebenfalls stimmgewaltig mit Sophie Berner im Duett singt.
Das Konzept, die Varietéeinlagen mit eigenen Darbietungen von wechselnden Künstlern zu verbinden, die der Show nochmal eine ganz eigene Handschrift verleihen, geht voll auf. 
Der Abend ist absolut kurzweilig, begeistert durch höchste Varietékunst und auch Sophie Berner präsentiert ihr Können gewohnt souverän, in diversen ansehnlichen Kostümen ...
Entsprechend viel Applaus gibt es, höchst verdient!
Kritik zu: Flashdance
1 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Als der Film Anfang der 80er Jahre in die Kinos kam, erlangte er schnell Kultstatus, nicht nur wegen seines eingängigen Soundtracks von Giorgio Moroder, aus dem der Song „What a feeling“ mit dem Grammy und Oscar ausgezeichnet wurde.
Erzählt wird die Geschichte der unabhängigen Alex, die tagsüber als Schweißerin arbeitet, abends in einer zwielichtigen Bar tanzt, jedoch den Traum hat, auf einem Tanzkonservatorium aufgenommen zu werden. Eine rekordverdächtige Mischung also, die bis heute seine Fans auf der ganzen Welt hat.
Nachvollziehbar, dass Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth 2008 eine Musicalfassung hinterher schoben, die nun auch nach Berlin gekommen ist, noch bis zum 23. Dezember können eingefleischte Fans, aber auch einfach nur Anhänger der 80s, im Berliner Admiralspalast auf ihre Kosten kommen.
Bis auf die bekannten Klassiker werden alle zusätzlich getexteten Lieder in deutscher Sprache, leider nicht immer verständlich, präsentiert, was anfangs gewöhnungsbedürftig ist, atmosphärisch etwas irritiert. Ist doch der übrige Stoff sehr originalgetreu im Amerika der Ostküste angesiedelt, mit Skyline, Bars und vielen anderen Bühnenbildern, die Dank großartiger Videoinstallationen und Lichttechnik grandios auf den Punkt die Szenerie wandeln können, „Manhunt“ verwandelt die Bühne in einen Urwald, der Wasserfall zum Greifen nah.
Und Alex, die von der 22jährigen Hannah Leser gespielt wird, alternierend von Nadja Scheiwiller, überzeugt durch ihre Ausstrahlung, absolviert souverän alle Tanz- und Gesangsszenen, so wie auch alle ihre Kollegen dies tun.
Ein bisschen schade, dass der Höhepunkt der Geschichte, das Vortanzen am Ende, nicht ganz seinen eigentlichen Stellenwert bekommt, dieser Part hätte noch spannungsgeladener hergeleitet und präsentiert werden können, sodass wirklich „What a feeling“ entsteht. Und es hätten mehr Lieder aus dem Original-Soundtrack gespielt werden können, die Gewichtung mit den zusätzlichen deutschen Liedkompositionen hätte auch anders ausfallen können.
Dazu gibt es noch ein bekanntes Gesicht auf der Bühne: Gitte Haenning spielt die Rolle der Hanna, die als Mentorin für Alex fungiert, ebenfalls alternierend mit einer Kollegin. Leider kommt sie nicht zum Singen, dies hätte doch nahegelegen.
Die Liveband bleibt bis zum Schluss versteckt, präsentiert sich am Ende aber noch.
Eine runde Produktion mit einem sympathischen Ensemble, das viel Beifall im ausverkauften Saal bekommt.
Kritik zu: Rock Of Ages
1 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Wer die 80er Jahre mal wieder erleben möchte, kann dies noch bis zum 9. Dezember im Admiralspalast tun, dort ist derzeit das englischsprachige Musical Rock of Ages aus der Feder von Chris D´Arienzo mit seiner Deutschlandpremiere zu Gast. Die in Kalifornien angesiedelt ist, alles beginnt auf dem legendären Sunset-Strip, im Bourbon-Room-Club, das Bühnenbild macht es nicht schwer, sich dort schnell einzufinden. 
Allüberall Party also, daneben wird eine Liebesgeschichte erzählt, vom Landei Sherrie, die es nach Hollywood schaffen will und dem Möchtegern-Musiker Drew, der ebenfalls berühmt werden möchte. Die beiden müssen selbstverständlich durch einige Wirren gehen, bevor sie sich am Ende bekommen. Neben Relikten der 80er wie Cassetten und Schulterpolster werden live viele Hits aus dieser Zeit gespielt, die Szenerien wechseln, auch die politische Situation rund um Ronald Reagan und alternative Protestbewegungen werden thematisiert, wollen deutsche Stadtplaner der Party zugunsten eines weiteren Einkaufszentrums doch ein Ende bereiten. 
Alles wird mit einer guten Portion Ironie auf die Bühne gebracht, Anhänger der #MeToo-Debatte dürften allerdings irritiert sein, zeigt die Inszenierung doch übermäßig viele angedeutete Sexszenen, ist alles sehr sexistisch aufgemacht und dies beileibe nicht zugunsten der Frauen. Dies hat nichts mit Prüderie zu tun, weniger wäre einfach mehr gewesen. Überhaupt wirkt das Musical streckenweise überladen und unruhig, auch wenn es auch andere Momente gibt. Wenn zum Beispiel Sherrie und Drew bei Waitung for a girl like you auf einem Motorrad sitzend nebst Palme dem Sonnenuntergang entgegenzuckeln, ist dies witzig und sehenswert. Und auch das Ensemble überzeugt voll und ganz, tänzerisch und stimmlich haben die Darsteller viel zu bieten, eine große Bühnenpräsenz. Allen voran Stacee Jaxx, eine einzige Sexmachine und Energiebündel, er sucht durchgängig den Kontakt zum Publikum und findet ihn auch, der Funke springt über. Ein bisschen schade, dass die Lieder alle nur angespielt werden, mal länger mal kürzer, keiner der Songs wird jedoch im Ganzen gezeigt.
Die Broadwaypremiere wurde 2009 mit fünf Tony Awards nominiert und kam mit über 2000 Vorstellungen in die TOP 30 der Musicals mit der längsten Laufzeit am Broadway. Dem Berliner Publikum gefällt es auch, die Stimmung im Saal ist gut, am Ende gibt es Standing Ovations.

 

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