Kritik zu: West Side Story
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Die West Side Story - ein Musical-Klassiker, der sich um zwei Banden dreht, die sich bekämpfen. Und zwischen den Fronten Maria und Tony, zwei Liebende, die am Ende keine Chance haben. So der Inhalt in Kurzform; an den Melodien dieses weltbekannten Musicals wie Maria, Tonight, America, I Feel Pretty oder Somewhere aus der Feder Leonard Bernsteins ist wohl kaum jemand vorbeigekommen.
Dieser Tage nun ist die Geschichte von der Upper Westside zu Gast in der Staatsoper unter den Linden, gleichzeitig auch als erste Sommer-Gastbespielung seit der Wiedereröffnung im umgebauten und sanierten Opernhaus, noch bis zum 14. Juli.
Und der Prolog lässt ahnen, in welche Richtung der Abend geht. Es ist weniger der blutige Krieg der beiden Banden, der präsentiert wird als vielmehr die tänzerische Umsetzung der Konflikte, auf der der Fokus liegt. Das Erbe von Jerome Robbins, dem ersten Regisseur und Choreografen der West Side Story ist unübersehbar, er nutzte den Tanz als Kunstform, um die rivalisierenden Gruppen zu charakterisieren, darüber hinaus auch als zentrales Kommunikationsmittel. Joey Mc Neelys jetzige Inszenierung funktioniert ganz im Geiste des Originals, auch bei ihm wird die tänzerische Umsetzung zum Mittelpunkt.
Und die rivalisierenden Kämpfe sind überzeugend choreografiert, das vor allem australische Ensemble agiert mit viel Temperament, Präzision und höchster Professionalität. Allen voran Chloé Zuel, die in der Rolle der Anita sowohl schauspielerisch als auch tänzerisch mit ihrer Rolle verwachsen scheint. Wofür sie sich am Ende auch den größten Applaus abholt. 
Das Bühnenbild besteht aus beweglichen Seitenteilen, mit Balkonen und Feuertreppen, auf der Hinterwand ebenfalls wechselnde Videoinstallationen, die monochrom auch mal zu einem beeindruckenden Bild des vor ihr tanzenden Ensembles wird, die Lichttechnik unterstützt effektvoll.
So wie die vor allem jungen Darsteller auch gesanglich überzeugen, allen voran Sophie Salvesani als Maria und Todd Jacobson als Tony, auch wenn ihnen die Leidenschaft ein wenig abgeht.
Schön aber, wie das Immigrantenthema aufgenommen wird, zum Beispiel im deutlichen spanischen Dialekt der Sharks, aus Puerto-Rico kommend, im Gegensatz zu den Jets, die sich trotz polnischer Wurzeln als Platzhirsche sehen. In Sachen Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass hat sich in über 60 Jahren also nicht viel geändert seit der Uraufführung 1957 am New Yorker Broadway.
Das Publikum zeigt sich begeistert, mit Standing Ovations.
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Wer Chicago hört, könnte nicht unbedingt zuerst an die Stadt in Amerikas mittlerem Westen denken. Jedenfalls nicht, wenn er schon das gleichnamige Musical erlebt hat, das nicht ohne Eindruck geblieben sein dürfte. Läuft es doch nicht von ungefähr schon seit über 22 Jahren am Broadway, seit 15 Jahren am Londoner Westend und gehört damit zu den erfolgreichsten Musicals überhaupt, auch verfilmt und mit vielen Preisen überhäuft.
Seit Anfang Juni tourt es endlich auch durch Deutschland, hat nun seinen Weg an die Spree gefunden, wo es noch bis zum 13. Juli im Admiralspalast gastieren wird.
Zeitlich ist die Geschichte in den 20er Jahren angesiedelt, deren Lebensgefühl nach wie vor einen Reiz ausstrahlt, mit allem, was zu ihnen gehört. Und natürlich ist es nicht die Moral, der hier gehuldigt wird, denn es geht um Mord und Totschlag, was ja auch viel spannender ist, darüber hinaus entspringt der Stoff noch einer wahren Begebenheit.
Im Scheinwerferlicht stehen Roxie und Velma, zwei Frauen, die sich wegen (Doppel-)Mordes im Gefängnis kennenlernen und den verschlagenen Anwalt Billy Flynn engagieren, um den langen Gefängnisstrafen, vielleicht sogar dem Strang, zu entgehen.
Natürlich ist die Geschichte noch um einiges komplexer, was vom gesamten 19-köpfigen Ensemble in jedem Moment mit viel Verve verkörpert wird. Der englischsprachige Inhalt mit deutschen Untertiteln hangelt sich an aufeinanderfolgenden Szenen entlang, die der Geschichte immer wieder die Möglichkeit gibt, aus einem neuen Blickwinkel betrachtet zu werden bzw. die Motivation der einzelnen Figuren auszuloten.
Bob Fosses Choreografie lässt das Ensemble mit Tanzeinlagen überzeugen, zum Teil sehr beeindruckend, wenn sich zum Beispiel die Gefangenen mit großen Federfächern um den Anwalt herum drapieren und diverse Bilder entstehen lassen. Und dies ist optisch vollkommen ausreichend, die Inszenierung verzichtet auf opulente Bühnenbilder. Zumal die Bühne ja eigentlich sowieso nicht viel mehr Platz bieten könnte, denn da ist ja noch die Musik, die unweigerlich zu einem Musical gehört. Und die hier einen prominenten Platz bekommt, das 11-köpfige Orchester ordnet sich treppenförmig auf einer Tribüne an, vor der alles andere passiert. Bzw. zieht das Orchester hier und da nicht nur akustisch die Aufmerksamkeit auf sich, der Dirigent zeigt mit ein paar Spezialeinlagen, dass er sich durchaus zur darstellenden Kunst zugehörig fühlt, am Ende gibt er noch eine Zugabe. 
Und John Kanders Kompositionen überzeugen durchgehend, All that Jazz zieht sich immer wieder durch den Abend und das Publikum in den Groove der 20er. Neben dem Tanz ist auch die gesangliche und schauspielerische Leistung der Darsteller überzeugend, zum Beispiel, wenn für Roxie der Tag der Verhandlung kommt und das Geschehene noch einmal aufgerollt wird, nicht nur verbal, sondern spielerisch.
Auch wenn die Idee für dieses Musical aus den Siebziger Jahren stammt, so scheint es doch an Aktualität nicht viel eingebüßt zu haben. Korruption und die Sucht nach Glamour und medialer Aufmerksamkeit, die mehr als deutlich wird, wenn Roxie freigesprochen wird und sie erstmal enttäuscht über die fehlende Aufmerksamkeit der Reporter ist, sind auch heute keine unbekannten Attribute, ganz zu schweigen von Fake-News. Was sicher auch den Erfolg erklären kann. Das Publikum ist jedenfalls begeistert, der Applaus fällt üppig aus.
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Fortsetzungen bergen ja oft das Risiko, an den ersten Teil heranreichen zu wollen, so dieser erfolgreich war. Was in Sachen „Gut gegen Nordwind“ sowohl beim Roman als auch bei der Bühnenfassung durchaus der Fall war. Darüber hinaus ist der Stoff von Daniel Glattauer so angelegt, dass er förmlich eine Fortsetzung einfordert, hat die rein platonische Email-Beziehung zwischen Emmi und Leo doch brüsk und vor allem unbefriedigend geendet.
Alexandra Kamp und Ronald Spiess standen schon beim ersten Teil gemeinsam auf der Bühne, nun haben sie gerade vier Tage lang „Alle sieben Wellen“ in der Bühnenfassung von Ulrike Zemme im Schlosspark Theater gespielt.
Glattauer knüpft nahtlos an sein erstes Werk an; der Zuschauer, der den Vorgängerstoff nicht kennt, erfährt aber trotzdem alles Wissenswerte. Auch in der Fortsetzung erleben die Zuschauer nur durch die Email-Korrespondenz, wie das Leben und die Gefühlswelt der Beiden aussieht. Auch Stil und Sprachwitz sind ähnlich erfrischend geblieben, mit Wörtern wie Gefühlsschrank oder Haustürschmuseszene, allerdings haben sich die Voraussetzungen umgekehrt. War Emmi im ersten Teil ehelich gebunden, bringt nun Leo eine Liebschaft aus Boston mit, wo er nach der „Trennung“ von Emmi ein Dreivierteljahr verbracht hat. Wodurch natürlich auch neue Befindlichkeiten agieren, ja man kann fast von Machtverhältnissen sprechen. Alexandra Kamp spielt ihre Emmi schön eifersüchtig und Ronald Spiess kann mindestens so ruhig agieren, ist er doch derjenige, der diesmal eher die Fäden in der Hand hält. Was beiden Teilen allerdings ähnelt, ist das Timing. Das zwischen Emmi und Leo immer das falsche ist, sie fühlen fast grundsätzlich aneinander vorbei. Natürlich entspringt dies der Absicht des Autors, denn nur so kann er das Spiel zwischen den beiden Protagonisten spannend halten, wobei auch dies seine Grenzen hat.
Aber schließlich bricht bei Leo die siebente Welle aus und der Zuschauer kann zufrieden mit der Geschichte abschließen ...
Regisseur Dominik Paetzold hat der Inszenierung einige Schmankerl verpasst. Wenn Emmi in ihrer Ausdrucksweise körperlich sehr ausdrucksstark wird, fast slapstickhaft ... 
Dem Publikum gefällt´s ...

 

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