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Sie kommt auf die Bühne und fängt ohne Umschweife an zu singen. Christine Bovill macht nicht viel Aufsehen um sich selbst; während zwei Stunden lässt sie Amerikas 20er Jahre wieder aufleben und es fällt nicht schwer, sich mitreißen zu lassen und in diese Zeit einzutauchen.
Auch Dank der vielen kleinen Geschichten, in die sie die Songs einbettet. Viel Zeitkolorit eines Jahrzehnts des Jazz und Blues, das seinen Reiz bis heute nicht verloren hat, entsteht auf der Bühne der Bar jeder Vernunft, mit Songs von Cole Porter („Let´s do it, let´s fall in love“), Irving Berlin („Puttin‘ on the ritz“) oder Charly Chaplin („Smile“). Fast könnte man mitsummen, aber das wäre schade, möchte man doch lieber der warmen, etwas heiseren Stimme von Christine Bovill lauschen, die mit angenehmer Unaufdringlichkeit und viel Humor und Hingabe durch den Abend führt. Sie lässt den Liedern ihre Seele, so wie sie sehr viel bei sich zu sein scheint, sich unprätentiös auch über sich selbst amüsieren kann.
Das Publikum gibt sich nicht nur dem musikalischen Genuss hin, es erfährt auch eine Menge zur Geschichte der Lieder und ihrer Komponisten und Sänger, aber auch der Geschichte der Zwanziger Jahre New Yorks, der Literatur („Der große Gatsby“), charismatischen Persönlichkeiten wie Dorothy Parker (Frauenwahlrecht), unvergesslichen Filmen (Charly Chaplin), und der Rassendiskriminierung, zwischendurch gibt Bovill aber auch ein wenig preis zu Persönlichem, ihrer Pubertät und ihren Liebschaften, nicht ohne eine gehörige Portion Humor, versteht sich und einer liebenswerten Rückversicherung beim Publikum.
Die Glasgowerin erscheint ganz und gar authentisch und uneitel, sehr scharfsinnig und mit einem guten Gefühl für den Moment.
Das Publikum möchte sie nicht gehen lassen; mit einem Duett mit ihrem Pianisten Michael Bradey, der zwischendurch immer wieder Raum für sein Klavierspiel bekommt, entlässt sie die begeisterten Zuhörer, die sie am liebsten mit zurücknehmen möchte nach Schottland mit dem Song „I‘ll see you in my dreams“. 
Und die alle wiederkommen sollen, am 9. und 10. September, wenn sie weitere Konzerte ihrer Deutschland-Premiere von „Tonight you belong to me“ geben wird.
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Die Frauen dürfen sich freuen, die Bar jeder Vernunft widmet ihnen nun schon zum 5. Mal den Sommer, zumindest gesanglich, in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Katrin Sass, die dieses Programm, das noch bis zum 25. August läuft, mit ihren Liedern ebenfalls bereichert und sich für diese Rolle in diesem Jahr sicher nicht zufällig gewinnen ließ, 30 Jahre nach Mauerfall. Mitstreiterinnen sind z.B. Bettina Wegner, Georgette Dee, Katharina Franck und Yasmin Tabatabai. 
Nun präsentiert gerade die Britin Barb Jungr, die für ihren Besuch in ihrer Lieblings-Bar eine eigene Auswahl ihrer Lieder zusammengestellt hat, mit “Freedom – Walls, Women and Love” Songs von Bob Dylan, Neil Diamond, Leonard Cohen und anderen sowie eigene Lieder. 
Und es dauert nicht lange, bis der Funke zum Publikum überspringt, Barb Jungr ist alles andere als abgehoben, hat nichts divenhaftes, sondern präsentiert sich als patente Wegbegleiterin aller, wenn sie ihre Lebensweisheiten zum besten gibt, mit viel Humor, Gestik und Mimik agiert, jede Liedzeile wird mitgelebt. Schnell wird klar, dass sie die Lieder nicht beliebig ausgewählt hat. Oft nimmt sie Bezug auf die Botschaften und interpretiert ihre Songs gesanglich entsprechend, manchmal vielleicht ein bisschen zu laut. 
Begleitet wird sie am Flügel von Jenny Carr, die ihre Kollegin kraftvoll und mit durchaus eigener Note musikalisch mit in Szene setzt.
Barb Jungr lebt in ihrer Musik, liebt die Bühne und ihr Berliner Publikum und kann dies auch mehr als deutlich zeigen ...
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Star Dust - From Bach to Bowie, allein diese beiden Musiker in einem Zug zu nennen bzw. sie auch noch in einer Show zu präsentieren, könnte erstmal kurze Verwunderung hervorrufen. 
Dann aber hebt sich der Vorhang und bis er sich wieder senkt, wird dem Zuschauer ein tänzerisches Feuerwerk geboten, das beide Künstler gleichsam huldigt; die erste Hälfte des Abends gehört den Bachs, die zweite Bowie. 
Und der gesamte Abend gehört zweifellos dem New Yorker Complexions Contemporary Ballett, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert und dies gerade in Berlin, genauer gesagt in der Komischen Oper, die dem 16-köpfigen Ensemble einen angemessenen Rahmen bietet, noch bis zum 14. Juli.
Einer der beiden Gründer der Truppe, Dwight Rhoden, hat selbst eine äußerst erfolgreiche Karriere als Tänzer hinter sich, bevor er anfing, sich der Choreografie zu widmen. Seine Arbeit steht für eine übergreifende Form von Tanz, die verschiedenste Bewegungs- und Tanzmuster reflektiert und zu einem neuen Ganzen verbindet. Von Bachs Musik fühlt er sich förmlich eingeladen, sie zu choreografieren, sagt er. Ergänzt wird er von Desmond Richardson, ebenfalls Gründer und künstlerischer Ko-Direktor, außerdem ehemaliger Star-Tänzer. Das Ergebnis ist eine Mischung aus klassischem Ballett und modernem Tanz, von Preisen überhäuft, und dargeboten und miterarbeitet von einem Ensemble, das sich mit absoluter Perfektion und Körperbeherrschung bewegt, die Musik förmlich in sich aufzusaugen scheint und keine klassischen Muster bedient, es stehen echte Typen auf der Bühne, die ihre Wurzeln in unterschiedlichen Kontinenten haben.
Der choreografische Einfallsreichtum scheint schier unerschöpflich; ob die Tänzer allein, als Paar oder in der Gruppe agieren, das Zusammenspiel der Tänzerinnen und Tänzer ist fast außergewöhnlich. Dabei wird ja keine fortlaufenden Geschichte erzählt, trotzdem wird immer etwas erzählt, es sind Momentaufnahmen verschiedenster Situationen.
Und wenn die erste Hälfte romantisch, spielerisch oder feierlich gestaltet ist, ist die zweite Hälfte nahezu überbordend an Energie, die sich Bahn bricht, auch die Körper sind bunter, die Gesichter schriller, “Major Tom” ist einer der Höhepunkte oder ist es “1984”? Der Übergang zwischen “Heroes” zu “Modern Love” ist auf jeden Fall grandios, den Tänzern steht der Spaß im Gesicht geschrieben und im Körper, fast jeder darf mal Bowie sein und Playback singen, dies überzeugt nicht immer.
Dafür die Lichttechnik, die zusammen mit Nebelschwaden punktgenau die jeweils passende Atmosphäre herstellt.
Spätestens beim Schlusslied “Let´s Dance” ist der Bann zum Publikum gebrochen, die Truppe fordert förmlich zum Mittanzen auf und die Zuschauer nehmen die Einladung gern an, jetzt fällt auch die Spannung von den Tänzern ab, für ein paar Augenblicke scheint alle Choreografie außen vor zu sein, auch wenn auch diese Bewegungen schon wieder perfekt scheinen.
Ein intensiver Abend, der mit Standing Ovations endet ...

 

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