Kritik zu: Sayonara Tokyo
Zu seinem 25. Geburtstag präsentiert der Wintergarten Berlin seit dem 12. Juli 2017 eine außergewöhnliche Show, in der sich alles um das Thema „Japan“ dreht. 
Am Samstag, den 29. Juli 2017, gingen auch wir auf eine Reise ins Land der Kontraste und des Lächelns und wurden Zeuge eines bis ins kleinste Detail durchdachten Konzeptes.
Unsere Reise begann im Foyer, wo überall rote Lampenschirme hingen und japanische Musik im Hintergrund lief. Nachdem wir unsere Reisetickets eingelöst haben, wurden wir von einer in einem Kimono gekleideten Servicekraft zu unserem Platz, einem Tisch in der zweiten Reihe, geführt. 
Aber eine Reise in ein fernes Land funktioniert natürlich nicht ohne die Entdeckung der kulinarischen Köstlichkeiten des Gastgeberlandes. Dies hat auch der Wintergarten Berlin verstanden und serviert deswegen zur Show verschiedene japanische Speisen.

Nachdem uns eine Wasabi-Butter mit einem Brotkorb gebracht wurde, freuten wir uns schon auf unsere Vorspeisen. Als bekennende Sushi-Liebhaberin entschied ich mich natürlich für den Vorspeisenteller „Onigri meets Maki“ für 11,50 Euro: Reissnack - Lachs-Wasabi und Lachs-scharfe Pflaume – im gerösteten Nori-Algenblatt, Maki (Paprika, Gurke, Rettich) und Inside Out, serviert mit einer Sojasauce, Ingwer und Wasabi. Meine Begleitung wählte den Wakamesalat mit Garnelen für 13,50 Euro (Wakamealgen abgeschmeckt mit Ingwer, Koriander und Chili, dazu gerösteter Sesam und Tempuragarnelen). Beide Vorspeisen schmeckten vorzüglich.
Zum Essen wurden wir von einer traditionellen Live-Musik begleitet und auf die kommende Show eingestimmt, die gleich nach unseren japanischen Hauptspeisen begann: Ich aß eine mit Sojasauce gelackte Hühnchenbrust auf Reisnudeln mit Wokgemüse für 17,50 Euro, eine perfekt abgeschmeckte Hauptspeise. Meine Begleitung orderte das Gericht „Gyudon“ für 17,50 Euro (karamellisierte Rindfleischstreifen, gebraten mit Lauch und Sesam, serviert auf Reis mit Koriander und einem Spiegelei) – eine zu empfehlende Hauptspeise.
Um 20 Uhr konnten wir dann gesättigt und gestärkt die farbenfrohe Welt der neuen Show des Wintergarten, „Sayonara Tokyo“, nach der Regie von Stephan Prattes und unter der musikalischen Leitung von Jo Roloff, entdecken. Unsere Reiseführerinnen waren drei bezaubernde Sängerinnen: Yuri Yoshimura (Japan), Jacqueline Macaulay (Deutschland) und Gina Marie Hudson (USA), die den ganzen Abend japanisch- und englischsprachige Hits zum Thema „Japan“ zum Besten gaben. Dabei waren sie sowohl elegant, verführerisch oder als Mangas auf der Bühne gekleidet. 
Zu den Liedern des Abends gehörten Hits wie ''Big in Japan'' der Band Alphaville, ''Hiroshima'', eine Ballade des britischen One-Hit-Wunders Wishful Thinking, oder die Titelmelodie des Nintendo-Konsolen-Klassikers ''Super Mario''.

Über zwei Stunden lang erlebten wir ein exotisches, spannendes und exzentrisches Japan mit Pokémon-Figuren, Fernsehshows und deren begeisterten Fans, übergroßen Trommeln, Drachen und Anime-Helden. Und wem das alles nicht verrückt genug war, der wurde bestimmt von dem japanischen Jodler, Takeo Ischi, umgehauen, der uns Unterschiede zwischen dem österreichischen, schweizerischen und amerikanischen Jodeln näher brachte.
Natürlich durften auch in dieser Show des Wintergarten keine talentierten Artisten fehlen. Mein Gänsehautmoment an diesem Abend war der Geisha-Tanz der Akrobatin Arisa Meguro, die grazil mit ihrem weißen Schirm tanzte und sich zum Lied „Big in Japan“ von den Zwängen ihrer Geisha-Rolle befreite. Ein Moment, der mir Tränen in die Augen trieb und auch bei den anderen Zuschauern Jubelrufe hervorlockte!
Aber auch weitere Artisten sorgten für eine hervorragende Unterhaltung: der exzentrische Jongleur Senmaru, der mit dem Jojo spielende Naoto und die „Super Mario“-Tanztruppe, die Tokyo Jumpz, die mit ihrem Springseil rasend schnell sprangen und tanzten.
Nach zwei Stunden war leider diese schillernde Show zu Ende und wir brauchten ein wenig, um die vielen verschiedenen Eindrücke dieses Abends zu realisieren.
Mein Fazit: „Sayonara Tokyo“ ist eine originelle und schillernde Show, die die Tradition und Moderne Japans verblüffend gut vereint. Wer diese künstlerische und gesangliche Extravaganz selbst erleben und auf eine Reise in ein atemberaubend interessantes Land voller Kontraste gehen möchte, der kann dies bis zum 11. Februar 2018 im Wintergarten Berlin tun.


© E. Günther

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Kritik zu: Tod auf dem Nil
Wir schreiben das Jahr 2016, in dem es sehr viele neue gute Kriminalautoren (Dan Brown, Sebastian Fitzek etc.) gibt. Doch trotz dieser neuen Krimischätze ist noch immer Agatha Christie meine Lieblingsautorin, wenn es um Kriminalromane geht. Zu meinen Lieblingsromanen von Agatha Christie gehören „Mord im Orientexpress“ und „Tod auf dem Nil“. Keiner anderen Autorin gelingt es, auf so eine spannende Art und Weise eine Geschichte zu erzählen und dieser am Ende eine unerwartete Wendung zu geben.
 
Aus diesem Grund war ich am Samstag, den 27. August 2016, mit meiner Lieblingskollegin, die auch die Agatha Christie-Romane zu schätzen weiß, im Berliner Kriminaltheater, um das Theaterstück „Tod auf dem Nil“ zu besuchen. Für meine Kollegin war es der erste Besuch im Kriminaltheater, das sie aber auf Anhieb überzeugen konnte. Dabei fielen ihr vor allem folgende Punkte positiv auf: die bequemen Sitze und die richtige Temperatur im Saal. Da wir in der achten Reihe saßen, hatten wir neben der guten Sicht auf die Bühne auch viel Beinfreiheit.
 
Um ca. 20 Uhr ging der rote Vorhang auf und der Agatha Christie-Klassiker, für das Berliner Kriminaltheater von Wolfgang Rumpf und Matti Wien als Theaterstück inszeniert und von Maria Jany und Matti Wien bearbeitet, konnte beginnen.
Zu der weltbekannten Geschichte: Auf einem Nil-Dampfer macht das verheiratete Paar Linnet und Simon Doyle Flitterwochen und trifft dort auf Jacqueline de Bellefort, Simons Ex-Verlobte und Linnets ehemalige beste Freundin. Die verbitterte Jacqueline schießt im Verlauf der Reise auf Simon und Linnet und später deren Zofe werden ermordet. Und wie immer bei Agatha Christie hat jeder der Anwesenden ein Motiv und könnte der Mörder sein…
 
Manfred Bitterlich schafft ein detailgetreues Bühnenbild, das dem Zuschauer tatsächlich das Gefühl gibt, sich auf einem Nil-Dampfer zu befinden. Durch das Einspielen der arabischen Musik wird das Ganze noch authentischer. Besonders angetan waren wir von den Kostümen der Darsteller, allen voran von den wunderschönen Kleidern der Darstellerinnen. Ein großes Lob an Vera Krisch für diese gelungene Arbeit!
 
Da Hercule Poirot zu meinen Lieblingsfiguren in Krimnalromanen gehört, war ich sehr auf die Umsetzung der Figur gespannt und wurde auch nicht enttäuscht. Matti Wien spielt den scharfsinnigen und manchmal zynischen Meisterdetektiv, der jeden Mord aufklären kann, perfekt.
Mir war es auch sehr wichtig, die witzige Tatsache, dass Poirot immer wieder betonen muss, er sei kein Franzose, sondern ein Belgier, in dem Theaterstück wiederzufinden.
 
Besonders ausdrucksstark waren in der gestrigen Inszenierung die Darstellerinnen: Suzanne Kockat verkörpert überzeugend die reiche und verwöhnte Linnet Doyle, die sich alles nehmen will und auf den ersten Blick keine Gewissensbisse zu haben scheint. Maria Jany geht in der Rolle der verbitterten und zurückgewiesenen Jacqueline de Bellefort, die ihren Stolz verloren hat und dem Ehepaar das Leben zur Hölle machen möchte, auf. Auch Cornelia Lippert stellt die Figur der Salomé Otterbourne entsprechend der Romanvorlage dar. Salomé Otterbourne wird als eine alkoholkranke Autorin gekennzeichnet, der nicht viel an dem Wohl ihrer Tochter liegt und die nur an ihre Verwirklichung als Schriftstellerin denkt.
 
Das Berliner Kriminaltheater präsentiert wieder einen starken Cast in einem bemerkenswerten Setting. Schade fanden wir es nur, dass man aufgrund des süddeutschen Dialekts der Figur des Dr. Bessner Einiges nicht verstehen konnte. Dies liegt aber nicht an der Darstellung des Karl-Heinz Barthelmeus, der mir in anderen Produktionen positiv aufgefallen war, sondern an der Zeichnung der Figur im Stück.
 
Fazit: Die Inszenierung überzeugt durch ihren Cast, ihr Bühnenbild und die Kostüme und ist für jeden Agatha Christie-Liebhaber ein Muss! Und schließlich ziehen Geschichten über Liebe, Eifersucht, Neid, Betrug und Intrigen die Zuschauer noch immer in ihren Bann…
 
© E. Günther
Alfred Hitchcock, der Meister der Spannung – kein anderer Regisseur schafft es, so spannend die menschlichen Abgründe filmisch darzustellen. Fast alle seine Filmklassiker habe ich bis heute gesehen, nur der Film „Cocktail für eine Leiche“(1948), eine filmische Umsetzung des Kriminalstücks in zwei Akten von Patrick Hamilton, fehlte noch in meiner Sammlung. Umso erfreuter war ich, als das Berliner Kriminal Theater diesen Krimiklassiker in sein Programm aufgenommen hat. Am Freitag, den 5. August 2016, besuchten wir schließlich dieses Theaterstück und nahmen dazu in der vierten Reihe Platz.

Bevor ich aber auf die Bühnenfassung von Wolfgang Rumpf eingehen werde, möchte ich noch kurz das Theater beschreiben:

Das Berliner Kriminal Theater in Friedrichshain befindet sich in einem kleinen Hinterhof neben dem Restaurant Umspannwerk Ost, zu dem es noch einen eigenen Blogbericht geben wird. Im Hinterhof hängen Bilder der aktuell gespielten Theaterstücke. Dabei handelt es sich, wie der Name „Kriminal Theater“ schon sagt, um die Inszenierungen von bekannten Krimis, sei es von Agatha Christie, Umberto Eco oder Alfred Hitchcock. Im Foyer kann man die Fotos der männlichen und weiblichen Darsteller der einzelnen Theaterstücke bewundern.

Um 20 Uhr begann also das Theaterstück „Cocktail für eine Leiche“. Das Theaterstück handelt von zwei reichen und gelangweilten Studenten, Brandon und Phillip, die zusammen wohnen und den perfekten Mord planen. Sie wollen beweisen, dass sie die Kunst des Mordes beherrschen und ihnen, die über allen anderen stehen, keiner den Mord nachweisen kann. Dazu laden sie David, einen freundlichen Kommilitonen, ein und strangulieren diesen in der Wohnung, um die Leiche anschließend in einer Truhe in ihrer Wohnung zu verstecken. Daraufhin veranstalten sie eine Cocktailparty, zu der sie Davids Vater, Davids Verlobte und ihren Ex-Freund, Davids Tante und ihren ehemaligen Professor und jetzigen Verleger begrüßen. Das Essen servieren sie auf der Truhe, in der sie Davids Leichnam verstecken.

Brandon, einer der Studenten und Mörder wird von Sebastian Freigang grandios (anders kann man es nicht beschreiben) verkörpert. Sebastian Freigang gelingt es perfekt, mit Brandon einen eitlen und arroganten Studenten darzustellen, der sich für Gott hält. Der Zuschauer merkt sofort, dass Brandon die treibende und geistige Kraft hinter diesem perfiden Plan ist, und dass er eine unglaubliche Macht auf Phillip, den zweiten Studenten, ausübt. Brandon scheint bis zum Ende Herr der Lage zu sein und sich für etwas Besonderes zu halten. Seine Kaltblütigkeit erkennt man in jeder Szene.

Phillip (Alexander Altomirianos) verübt zwar auch diesen Mord, doch scheint er damit ganz anders umzugehen als Brandon. Er wird vergesslich und wirkt sehr ängstlich. Diese Angst versucht er, in einem überhöhten Alkoholkonsum zu ertränken. Das Publikum sieht, dass Phillip offenbar Brandon gegenüber hörig ist und mental nicht so stark ist wie Brandon. Seine Abhängigkeit von Brandon ist sicherlich auch darin begründet, dass Brandon Phillips Karriere als Klavierspieler vorantreibt. Altomirianos geht in seiner Rolle förmlich auf und schafft, uns davon zu überzeugen, dass Phillip am Ende ein Schatten seiner selbst ist.

Mit Mrs. Wilson wird eine absolute Sympathieträgerin präsentiert. Katrin Martin spielt die Bedienstete der beiden verwöhnten Studenten und spielt sich mit der Darstellung der gutmütigen Mrs. Wilson sofort in die Herzen der Zuschauer.

Rupert Cadell ist der ehemalige Professor der beiden Hauptfiguren und im Grunde die Inspiration für den Mord an David. Schließlich ist es seine These, dass nur die Privilegierten einen perfekten Mord, eine Kunstform, verüben können, die Brandon und Phillip packt und zu einem Mord inspiriert. Rupert Cadell wird von Silvio Hildebrandt gespielt, der dem Professor eine leicht arrogante und besserwisserische Note gibt.

Keneth Raglan (Codrin Serbanescu) ist Janets Ex-Freund, der noch immer in sie verliebt ist. Serbanescu stellt ihn als einen lockeren Italiener dar, der für jeden Spaß zu haben ist.

Janet Walker (Sandra Steinbach) ist Davids Verlobte, die früher offenbar mit Brandon liiert war. Genau wie Phillip scheint auch sie dem Alkohol nicht ganz abgeneigt zu sein.

Sir Henri Kentley (Peter Groeger) ist Davids wohlhabender Vater, der sich fürchterliche Sorgen macht, warum sein Sohn nicht zur Party gekommen ist und sich für sein Fehlen nicht entschuldigt hat, was für den gut erzogenen David sehr untypisch ist. Begleitet wird Davids Vater von Mrs. Edwater (Gundula Piepenbring), seiner Schwägerin und einer Astrologin, die alles mithilfe der Sterne erklären will.

Wolfgang Rumpf gelingt es auf eine wunderbare Weise, die unterschiedlichen Charaktere einer reichen Gesellschaft und deren negativen Charakterzüge (Langeweile, Eitelkeit, Überheblichkeit) überspitzt zu zeichnen. Aus diesem Grund kann ich jedem den Besuch dieses Theaterstückes empfehlen. Im August läuft „Cocktail für eine Leiche“ noch am Sonntag, den 28. August, um 20 Uhr.

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