Was haben Elvis Presley, ein Hase und ein Torero gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, doch haben sie sich am Samstag, den 6. April 2019, im Chamäleon versammelt, um mit uns das 15-jährige Bestehen des Hotspots für den zeitgenössischen Zirkus unzähliger internationaler Kompanien zu feiern. Seit Jahren gehöre ich zu den begeisterten Stammgästen im Chamäleon und habe jede internationale Show besucht, denn schließlich bietet jede Show im Chamäleon dem Zuschauer etwas ganz Besonderes und manche Kompanien kommen ein erneutes Mal wieder, so auch Cirk La Putyka aus Tschechien, die ich bereits im Jahr 2016 mit ihrer Show „Roots“ erleben durfte.
Diesmal hatten die neun Darsteller von Cirk La Putyka eine neue Show in ihrem großen Gepäck: „Memories of Fools“. In der Show wird die Geschichte eines kleinen Jungen erzählt, der davon träumt, auf den Mond zu fliegen. Der Zuschauer weiß aber nie ganz genau, ob es sich dabei um Traumsequenzen oder Erinnerungen handelt. Die Botschaft ist aber eindeutig: Man sollte allen Widerständen trotzen und seine Träume nicht aufgeben. Die Show „Memories of Fools“ wird wie jede Show im Chamäleon von atemberaubender Akrobatik begleitet.
Der vom Mond träumende (oder doch sich an die Mondmission erinnernde) kleine Junge wird von dem Schauspieler Vojtěch Fülep gespielt, der in der Show so viele wichtige Funktionen erfüllt: Schauspiel, Clowning und Puppenspiel. Den Artisten, der im Jahr 2017 für den tschechischen Theaterpreis Thalia für seine außergewöhnliche Performance in der Cirk La Putyka-Produktion „Batacchio“ in der Kategorie „Ballett, Pantomime" nominiert war, kannte ich bereits aus der Chamäleon-Show „Roots“.
Die Frauen waren an diesem Abend zwar in der Unterzahl, doch Solenne Baily (Hand auf Hand, Vertikalseil, Trapez, Flyer) und Šárka Fülep Bočková (Luftring, Strapaten, Tuch, Tanz, Flyer) überstrahlten mit ihrer anmutigen Körperkunst und ihrem Charisma in der Show alles.
Drei weitere Akrobaten habe ich bereits in der Show „Roots“ erleben dürfen. Michal Boltnar (Teeterboard, Paarakrobatik, Gymnastikringe), Daniel Komarov (Teeterboard, Base, Schauspiel) und Jiří Weissmann (Teeterboard, Walking Globe, Paarakrobatik, Tanz) überzeugten mich auch in dieser Show.
Mit Romuald Solesse (Hand auf Hand, Trapez, Zauberei, Clowning, Base, Catcher), Filip Zahradnický (Jonglage, Objektmanipulation, Tanz) und Alexnadr Volný (Cyr Wheel, Walking Globe, Strapaten, Tanz) lernte ich neue talentierte Akrobaten kennen.
Die Show war wie jede Show im Chamäleon keine reine Akrobatikshow, Slapstick, modernes Theater, Puppenspiel, Filmsequenzen und die Musik standen genauso im Vordergrund.
Die von Jan Balcar eigens für die Show komponierte Musik passte wie die Faust aufs Auge und bescherte uns viele magische Momente.
Mein Fazit: Die Show „Memories of Fools“ ist verspielt, bunt, an einigen Stellen hervorragend überdreht und lädt einen zum Träumen ein. Die Rebellen des tschechischen Zirkus sind wieder da und zwar bis zum 18. August 2019 im Chamäleon.
© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
Wenn man mich fragt, in welcher Zeit ich gerne gelebt hätte, dann würde ich sofort die 50-er Jahre nennen. Ich stelle mir schon vor, wie ich in einem Petticoat mit gewelltem Haar und roten Lippen zu Rock ’n‘ Roll tanze und Plakate von Elvis Presley anhimmle. 

Am Samstag, den 30. März 2019, hatte ich die Gelegenheit, in eine musikalische Zeitmaschine zu steigen und im Wintergarten Berlin mich dem wilden Gefühl der Fünfziger Jahre für zwei Stunden hinzugeben, denn der Wintergarten Berlin hat mal wieder einen absoluten Kracher auf die Bühne gebracht: „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ unter der Regie von Frank Müller. Zwar muss ich jetzt nicht mehr schreiben, doch tue ich dies an dieser Stelle, weil ich sonst vor Freude platze. 

Artistisch gesehen habe ich schon alles auf der Bühne erlebt, daher kann mich nichts mehr ins Staunen versetzen – zumindest dachte ich das bis Samstag Abend. Von meinen Berichten über die Shows im Wintergarten Berlin wisst Ihr, dass ich gerne von meinen Highlights in der Show berichte, doch was soll ich nur nach dieser Show als mein Highlight auswählen?! Für mich waren es die besten Akrobaten, die bis jetzt im Wintergarten Berlin gesehen habe, daher gehe ich hier chronologisch vor, um diesen außergewöhnlichen Talenten gerecht zu werden. 

Als erstes kam mit Konstantin Mouraviev The Great Pretender auf die Bühne, der endlich abnehmen wollte, um wie der Body Builder auf dem Poster auszuschauen. Doch leider ist er ein tollpatschiger Clown, dem wenig zu gelingen scheint. Aber schließlich erlebt der Fat Man Funny am Rhönrad das Unglaubliche: Er nimmt ab...Bis der Jojo-Effekt wieder einsetzt. 
Die ganze Show über hat der Comedian uns zum Lachen und Schmunzeln gebracht, ein unglaublich charmanter und witziger Darsteller. 

Anschließend wurde es verführerisch: Das Duo Tempo Rouge (Tatiana und Sergi) zeigte in der Luft, wie anmutig und kraftvoll man in der Luft gemeinsam tanzen kann. Dass sie auch am Boden hingebungsvoll tanzen können, bewiesen sie in der zweiten Hälfte mit ihrer Bodenakrobatik-Nummer zur „Dirty Dancing“-Melodie. Die berühmte Hebefigur durfte auch hier nicht fehlen. Ein wunderschöner Moment! 

Sinnlich und erotisch ging es mit Donet Collazo an den Strapaten weiter. Vor allem in der zweiten Showhälfte stieg die Hitze im Zuschauersaal ins Unermessliche, als sich der Akrobat an der Flying Pole auszog. Zu gerne hätten die Zuschauerinnen hier auf Wiederholungstaste gedrückt. 

Hula Hoop-Artisten habe ich schon unzählige Male live gesehen, aber es waren bis jetzt immer Frauen. Dass auch ein Mann das so wundervoll umsetzen kann, dies habe ich gestern zum ersten Mal erlebt: Igor Boutorine begeisterte mit seinem charmanten Temperament und seiner dynamischen Nummer. Hula Hoop-Programmpunkte will ich nie mehr anders dargeboten bekommen. 

Und als ich kurz durchatmen wollte, wurde es wieder heiß und akrobatisch sehr anspruchsvoll. Das Trio Essence, in der ersten Hälfte als Duo, vorführte am Chinesischen Mast ein Programm, das den Zuschauer sprachlos zurückließ. In der zweiten Hälfte der Show war das Trio komplett und begeisterte am Boden mit seiner kraftvollen Eleganz. 

Vladimir Omelchenko überzeugte uns danach mit einer erstklassigen Rockin' Rola Rola-Performance. Zu dem Lied „Mambo No 5“ stiegt er auf mehrere übereinander gestapelte Rollen und das mit einer bewundernswerten Leichtigkeit. 

Mit Marina Tees kam eine Weltmeisterin der Sportakrobatik auf die Bühne. Schade, dass sie mit ihrer wunderschönen Aerial Hoop-Nummer nur bis Ende März auf der Bühne des Wintergarten steht. Spät trat sie noch mit ihrem Partner Chris Tees auf. Ihre atemberaubende Akrobatik mit den Rollschuhen rief zurecht begeisterte Jubelrufe hervor. 

Michael Evolution zeigte mit einem Basketball Freestyle, dass er ein großartiger Entertainer ist und unterhielt uns hervorragend. 
Mit Pavel Stankevych kam wieder ein akrobatischer Augenschmaus auf die Bühne. Mit Hand-auf-Hand-Akrobatik zeigte er zu Amy Winehouses Lied „Back to Black“ sein unglaubliches Talent. 

Doch die Akrobatikshow wäre nicht so einzigartig gewesen, wenn es die drei Sänger an diesem Abend nicht gegeben hätte. Die Sänger des Abends, Fannie Wilkens, Keye Katcher und Lenard Streicher (Eigentlich sind es vier Sänger, doch die Sängerin Saudia Young ist an dem Abend leider erkrankt.) brannten mit ihrem Gesang und Entertainment die Bühne nieder. Ich hätte mir sie auch alleine auf einem Konzert anhören können. Mit der Live-Band Twisters (Moe Jaksch, Tom Schwoll, Andy Laaf und Martin Gleitze) sangen sie die Evergreens der Musikrichtung Rock 'n' Roll und 
Rockabilly und Rhythm & Blues und hatten mich mit ihrem Medley aus „Rocky Horror Picture Show“ am Anfang der Show sofort auf ihrer Seite. Ich liebe einfach diese Musik! 

Mein Fazit: Der Wintergarten Berlin hat eine berauschende Show auf die Bühne gestellt. Die Akrobaten sind atemberaubend und die Sänger grandios. Die Show „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ läuft noch bis zum 30. Juni 2019 im Wintergarten Berlin und man darf sie einfach nicht verpassen! 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
Kritik zu: ABBA Gold
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Sie sind selten geworden: Bands, die durch ihre unvergessliche Musik Generationen vereinen können. ABBA, der schwedischen Popgruppe, die aus den beiden ehemaligen Paaren Agnetha und Björn sowie Benny und Frida bestand und sich 1972 in Stockholm formierte, gelingt dies noch immer. 

Mit ihrem Lied „Waterloo“ gelang ihnen im Jahr 1974 beim „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ ein Sieg, der sie unsterblich machte. 
ABBA gehört mit über 375 Millionen verkauften Tonträgern weltweit zu den einflussreichsten Popbands aller Zeiten und ist eine Legende. 

Die Live-Band ABBA Gold versprach unter dem Motto „Having the time of your life“ und unter der Leitung von Produzent Werner Leonard (Max Raabes Palast Orchester, ABBA MANIA) das Unmögliche: Sie wollte diese legendäre Band wieder auf die Bühne bringen. Davon wollte ich mich selbst unbedingt am 23.März 2019 im Admiralspalast überzeugen. 

In dem fast ausverkauften Admiralspalast war die Stimmung von Anfang an außergewöhnlich gut. Ältere und sehr junge Menschen schienen die Vorfreude auf Agnetha (Kirsty Cameron), Frida (Claire Trusson), Benny (Adam Fletcher) und Björn (Mirko Hildmann) nicht mehr aushalten zu können. Als ABBA Gold auf die Bühne kam, glaubte ich kurz, auf einem Justin Bieber-Konzert zu sein. Die Vorfreude entlud sich in unbändigem Jubel. Wer dachte, die Stimmung könnte nicht noch bombastischer werden, der wurde mit der Ankündigung des Liedes „Fernando“ eines Besseren belehrt. 

ABBA Gold sang alle Welthits: „Mamma Mia“, „Souper Trouper“, „Dancing Queen“ usw. Die Band mit dem Bassisten Sebastian Hoffmann und dem Schlagzeuger Marko Klotz transportierte das Publikum in die 70- und 80-er Jahre und überzeugte auf ganzer Linie: Originalkostüme, schwedischer Akzent, dieselbe Performance – wir vergaßen, dass nicht ABBA selbst auf der Bühne stand. Und viele Zuschauer vergaßen sich selbst, alle tanzten, jubelten und sangen begeistert mit. Und als Zugabe gab es am Ende einer fast dreistündigen Konzertshow das Lied „Waterloo“, ein unbeschreibliches Gefühl. 

Mein Fazit: Bei der Live-Band ABBA Gold stimmt einfach alles! Die weltbekannten Lieder reißen einen mit, die Stimmung ist ekstatisch. Die Bandmitglieder sind talentiert und genauso charismatisch wie die Originalbesetzung. Das Bühnenbild mit den Kostümen wirkt originalgetreu. Das Motto der Konzerttournee war „Having the time of your life“ und das hatten wir auch. Thank you for the music, ABBA! Thank you for the concert, ABBA Gold! Thank you for the show, Admiralspalast! 
Heute tritt die Band in Krefeld auf und tourt weiter durch Deutschland und Österreich. Im nächsten Jahr geht die Band übrigens wieder auf Tournee und kommt wieder nach Berlin (Admiralspalast). 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")

 

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