Kritik zu: Grease
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Die legendäre Verfilmung des Musicals „Grease“ aus dem Jahr 1978, mit der sich John Travolta und Olivia Newton-John als neues Hollywood-Traumpaar etabliert haben und die seit Generationen Liebhaber guter Musical- und Tanzfilme begeistert, feiert dieses Jahr ein 40-jähriges Jubiläum. Und um diesen Meilenstein der Filmgeschichte gebührend zu feiern, ging das Musical unter der Regie von Christian Stadlhofer auf Tournee und kam auf seiner letzten Station in den Admiralspalast. 
Am Freitag, den 25. Mai 2018, war auch ich, ein begeisterter Fan des Kultfilms, zu Gast im Admiralspalast und sah viele Haartollen und Petticoats im Publikum. 

Das Musical begann um 20 Uhr mit einer musikalischen Reise in die Vergangenheit. Mithilfe einer Projektion wurden wir an die besten Interpreten der Musikgeschichte (Michael Jackson, Elvis Presley usw.) erinnert. 

„Tell me more, tell me more...“ - Natürlich...Wie immer kommt an dieser Stelle eine inhaltliche Zusammenfassung des Kultfilms bzw. Kultmusicals: Im Sommer 1959 verlieben sich der Aufreißer Danny, Mitglied bei The Birds, und Sandy, ein unschuldiges Mädchen, ineinander. Doch die Wege der Verliebten trennen sich. Doch dann ziehen Sandys Eltern um und Sandy besucht wie Dany die Rydell High School. Dort trifft sie die Pink Ladies und freundet sich schnell mit diesen an. 
Während Sandy überglücklich ist, ihren Danny wiederzusehen, hat Danny in der Schule einen Ruf zu verlieren und kann deswegen seine Gefühle für Sandy nicht öffentlich zeigen. 
Schaffen es die beiden trotzdem, ihre unterschiedlichen Welten zusammenzubringen und werden sie endlich ein Paar? Und was ist eigentlich mit Rizzo, einem weiteren Mitglied der Pink Ladies: Ist sie wirklich von Kenickie schwanger? 
Es verspricht eine turbulente Zeit an der Rydell High School zu werden. 

Am meisten war ich am gestrigen Abend von der Musicaldarstellerin Veronika Riedl entzückt, die die Rolle der Sandy hingebungsvoll gespielt hat. Zunächst ist Sandy ein schüchternes Mädchen mit Prinzipien, das ihren Werten auf jeden Fall treu bleiben möchte – egal was die anderen davon halten. Immer mehr entwickelt sich aber Sandy zu einer selbstbewussten Frau, die am Ende wegen ihrer Liebe zu Danny lockerer wird und das Leben mehr genießen möchte. Diesen Wandel erkennt man auch an Sandys neuer Kleidung: Während sie anfangs noch brave Kleider trägt, erscheint sie am Ende in hautengen Leggins, mit einer Lederjacke und einer Zigarette in der Hand. Veronika Riedl stellt diese Verwandlung sehr glaubwürdig dar und hat mich mit ihrem Wesen und ihrer sehr schönen Stimme in den Bann gezogen. 

Nuria Mundry verkörpert Rizzo, Sandys Antagonistin, und ist das komplette Gegenteil zu der braven Sandy. Rizzo flucht, trinkt, raucht und führt ein wildes Liebesleben mit ihrem Freund Kenickie, Dannys sehr gutem Freund. Sie kann Sandys biederes Verhalten nicht ausstehen und zeigt das ihr in jeder Minute. Doch als Rizzo denkt, schwanger zu sein, erkennt der Zuschauer ihre verletzliche Seite und ihre Unsicherheit. Zwar sieht Nuria Mundry Stockard Channing aus dem Film nicht ähnlich, doch geht sie in ihrer Rolle des zickigen Biestes genauso auf. Auch stimmlich hat mich die Darstellerin überzeugt. 

Alexander Jahnke hat einen sehr schwierigen Part in dem Musical, schließlich spielt er eine der Kultrollen von John Travolta. Doch ich finde, dass es ihm sehr gut gelingt, den auf den ersten Blick arrogant und selbstverliebt wirkenden Danny, der im Grunde seines Herzens Sandy über alles liebt, zu verkörpern. Mit seiner Darstellung des Dannys, der eine harte Schale, aber einen weichen Kern hat, hat er mich an dem gestrigen Abend als seinen neuen Fan gewonnen. 

Genauso wie im Film gehörte auch im Musical die Figur Kenickie zu meinen Lieblingscharakteren. Alexander Sasanowitsch präsentiert sehr authentisch Kenickie als einen coolen Macho, der über allem zu stehen glaubt, jedoch seiner Freundin Rizzo ganz verfallen ist und sich nicht vor der Verantwortung, zu einer möglichen Vaterschaft zu stehen, drückt. 

Für viel Applaus an diesem Abend sorgte auch Sebastian Prange mit seiner Darstellung des spießigen Strebers Eugene, der vor Danny Angst hat und sich nach einem wilderen Leben sehnt. 
Doch auch der übrige Cast hat mir stimmlich, tänzerisch und schauspielerisch sehr gefallen. 

Alle seit dem Film beliebten Lieder („You're The One That I Want", „Look at me, I'm Sandra Dee“, „Summer Nights", „Sandy" etc.) finden in dem Musical einen liebevollen Platz und werden auf Englisch gesungen, was ich als einen Pluspunkt empfinde. Die Choreografien von Carla Kama und Melissa Williams werden von den Darstellern tänzerisch sehr gut und dynamisch umgesetzt. Und auch das Bühnenbild von Terry Parsons mit dem Burger Palace und dem roten Auto und das Kostümdesign von Liliana Pirogov mit den Petticoats, Lederjacken und Röhrenjeans tragen dazu bei, dass das Musical das Lebensgefühl der Fünfziger auf die Bühne bringt. 

Mein Fazit: Das Musical entführt das Publikum in die Zeit des Rock ‘n' Roll der fünfziger Jahre, die man am Ende nicht mehr verlassen möchte. „Grease“ bringt eine temperamentvolle Lebensfreude auf die Bühne und zeigt, wie schön die erste Liebe sein kann. Die Darsteller beweisen zwei Stunden lang, wie begabt sie sind, indem sie enthusiastisch tanzen und dabei singen. Jeder findet in dem Musical eine Figur, mit der sich sein junges Ich identifizieren kann. Das Musical ist eine stimmige Interpretation des Kultfilms und Ihr könnt Euch davon noch bis zum 3. Juni 2018 im Admiralspalast überzeugen. 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
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„Es ist faszinierend, Molly, die Liebe im Inneren, die nimmt man mit...Wir sehen uns.“ 
Diesen Satz sagte Sam (Patrick Swayze) zu Molly (Demi Moore) in dem Film „Ghost – Nachricht von Sam“ aus dem Jahr 1990 vom Regisseur Jerry Zucker. Ein Satz, der mir noch jetzt beim Schreiben Tränen in die Augen treibt. Es gibt Filme, die vergisst man nie. Es gibt Liebesgeschichten, die berühren einen immer und immer wieder. 

Am Freitag, den 11. Mai 2018, hatte ich endlich die Gelegenheit dazu, die Liebe zwischen Sam und Molly nun als Musical im Theater des Westens zu erleben. Der Autor Bruce Joel Rubin, 1991 mit einem Oscar für sein Filmskript ausgezeichnet, hat auch das Buch für die Musicalfassung dieser emotionalen Liebesgeschichte geschrieben. 

Bevor ich aber noch auf die Musicalfassung eingehe, hier noch einmal der Inhalt von „Ghost – Nachricht von Sam“ zusammengefasst: 
Der Banker Sam Wheat und seine Freundin, die Künstlerin Molly Jensen, ziehen in ihre erste gemeinsame Wohnung. Beide lieben sich, doch kann Sam dies nie aussprechen, sondern will seine Liebe zu Molly eher mit Taten untermauern. Molly sagt Sam dagegen sehr oft, dass sie ihn liebt und will diese Worte endlich auch von ihm hören. 
Eines Abends werden Sam und Molly auf dem Weg nach Hause von einem Straßenräuber überfallen und Sam wird dabei erschossen. Nach dem Schuss stellt Sam fest, dass er jetzt ein Geist ist, der seine Umwelt sehen und hören kann, aber von den anderen nicht mehr wahrgenommen wird. Im Krankenhaus trifft er auf einen anderen Geist, von dem er erfährt, dass Verstorbene als Geister auf der Erde bleiben, wenn sie noch eine Aufgabe erfüllen sollen. 
Als Geist erkennt Sam, dass Carl, sein Kollege und bester Freund, der Auftraggeber für den Raubüberfall war und damit an seinem Tod eine große Mitschuld trägt. 
Sam stand vor seinem Tod kurz davor, Carls dunkle Geschäfte aufzudecken. Nun ist seine große Liebe Molly unwissentlich in Besitz der Codes für Carls schwarzes Konto und damit in höchster Gefahr. Sam muss sie warnen und stößt auf Oda Mae Brown, eine Wahrsagerin und Geisterbeschwörerin, die als einzige Lebende ihn hören kann. Kann Oda Mae Brown Sam dabei helfen, Molly zu retten und Carl das Handwerk zu legen? 

Ich habe nicht erwartet, einen zweiten Patrick Swayze auf der Bühne zu sehen, denn dies ist unmöglich. Mir war es wichtig, dass der Hauptdarsteller die Gefühle der Figur authentisch auf die Bühne bringen kann. Und dies gelingt Alexander Klaws, dem Darsteller des Sam, perfekt. Alexander Klaws verfügt über eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz und ich nahm ihm den ganzen Schmerz und die innerliche Zerrissenheit der Figur ab. Zudem hat er mich mit seiner kraftvollen Stimme an diesem Abend sehr beeindruckt. 

Willemijn Verkaik spielt in dem Musical Molly. Auf den ersten Blick wirkt sie etwas bestimmend. Doch wenn sie singt, verwandelt sie sich in eine sehr gefühlvolle Frau, die schafft, mit ihrer Stimme und Gestik die Zerbrechlichkeit der trauenden Molly den Zuschauern zu vermitteln. 
Obwohl ich den Ausgang der Geschichte kannte, habe ich trotzdem in dem Musical mit Willemijn Verkaik mitgefühlt, was für sie als Musicaldarstellerin spricht. 

Auch Andreas Bongard hat mich in seiner Rolle des Carl an diesem Abend vollends überzeugt. Carl wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, man ahnt nicht, wie berechenbar und kalt diese sympathische Person in Wirklichkeit ist. Diese äußere Unschuld und innere Skrupellosigkeit wurde von Andreas Bongard sehr glaubhaft verkörpert. 

Marion Campbell gehörte zu dem heimlichen Star an diesem Abend und ließ mich vergessen, dass einst die große Whoopi Goldberg die Rolle der Oda Mae Brown gespielt hat. 
Die Hellseherin Oda interessiert sich nicht für die Trauer ihrer Kunden und will nur ihr Geld. Erst mit Sam, den sie wirklich hören kann, ändert sich das und sie entwickelt Empathie für ihre Mitmenschen. 
Marion Campbell kann jedoch nicht sehr gut schauspielern, sondern auch das Herz des Publikums mit ihrer voluminösen Stimme gewinnen. 
Die Dialoge und Interaktionen zwischen Sam und der Hellseherin sorgten an diesem Abend für viele Lacher und nahmen dem Musical die Schwere der Geschichte. 

Die Musik von Weltstar Dave Stewart (Eurythmics) und Glen Ballard (Autor von Michael Jacksons „Man In The Mirror“) zum Musical „Ghost – Nachricht von Sam“ ist eine gelungene Mischung aus Balladen und Popsongs. Und natürlich durfte an diesem Abend auch „ Unchained Melody“, ein nach dem Film gewordener Kultsong, nicht fehlen. 
In 24 weiteren Liedern wurde diese tragische Liebesgeschichte musikalisch verarbeitet. 

Das Bühnenbild wirkte zwar im Vergleich zu anderen Produktionen im Theater des Westens minimalistisch, doch standen somit die Musicaldarsteller und die Geschichte im Vordergrund. Auch meine Lieblingsszene im Film, die Töpferszene, wurde in das Musical integriert. 

Mein Fazit: Alexander Klaws als Sam und Willemijn Verkaik als Molly schaffen ihren eigenen Zauber im Musical „Ghost - Nachricht von Sam“. Ihr Schauspiel wirkt sehr überzeugend, weswegen ich in vielen Szenen weinen musste. Die Interaktionen zwischen den Figuren Sam und der Hellseherin brachten mich jedoch sehr häufig zum Lachen. 
Eine sehr gelungene Musicalfassung des Filmklassikers, die noch bis zum 7.Oktober 2018 im Theater des Westens läuft und ab Ende Oktober nach Hamburg zieht. 

© E. Günther ("Mein Event-Tipp")
Kritik zu: Thriller - Live
Am 25. Juni 2009 verstarb einer der größten und begabtesten Künstler aller Zeiten, der wie kein anderer es schaffen konnte, Massen von Fans zu elektrisieren und mit seinen leidenschaftlichen Shows und seinem einzigartigen Tanzstil zu begeistern. Seine Videoclips transportierten eine moralische Botschaft, die ich heute bei sehr vielen Künstlern vermisse.

Die gefeierte Originalshow „Thriller-LIVE“ vom Londoner West End, die dort zu den am längsten laufenden Shows gehört und bereits in über 33 Ländern aufgeführt wurde, setzt mit ihrer Show dieser musikalische Legende ein Denkmal, wovon wir uns am Freitag, den 4. Mai 2018, auch selbst im Admiralspalast überzeugen konnten.

Der Schöpfer, Executive Director und Co-Producer Adrian Grant versucht zum Glück, in seiner Show den King of Pop nicht von einer einzigen Person kopieren zu lassen oder ein Musical mit einer oberflächlichen Geschichte zu schaffen. Nein, ihm geht es darum, ein Konzert auf die Bühne zu bringen, das Michael Jackson beispiellose Karriere würdigt und eine unvergleichliche Stimmung auf die Bühne bringt.

Zu Beginn des zweistündigen Konzerts kommt ein kleiner süßer Junge (Jay-Jay Prince) auf die Bühne und jedem im Saal wird klar, dass wir uns am Anfang Jacksons über 40 Jahre andauernder Karriere befinden, bei seinen ersten Erfolgen mit den Jackson 5.

Fünf überdurchschnittlich begabte Sänger (Britt Quintin, Shaquille Hemmans, Rory Taylor, Anthony Morgan, Adriana Louise) singen Michael Jacksons bekannteste Songs, die bis heute Evergreens, Ohrwürmer und Garanten für eine bebende Stimmung sind: „Bad“, „Smooth Criminal“, „Dirty Diana“ etc. Zehn talentierte Tänzer (Katrina Ridley, Kevin Heatherson, Jony Ben Azouz, Melissa Amy Lye, Antony Morgan, Emily-Jayne Bailey, Gustave Die, Joe Francois, Paris Johnson, Georgina Mannifield, Lee Pratt und Emma-Leigh Rose) geben auf der Bühne alles und zeigen unter anderem auch denberühmten Moonwalk. Die Choreografen Gary Lloyd und LaVelle Smith Jr., der Originalchoreograf des mehrfach ausgezeichneten Videos zu „Dangerous“, schufen eine fantastische Choreografie, die die Zuschauer im Saal von Anfang an zum Tanzen animierte.

Die beste Performance an diesem Abend war für mich die Interpretation des Liedes „Smooth Criminal“. Mehrmals stand ich auf und habe mich begeistert der Musik hingegeben. Doch bei „They don't care about us“ ist auch beim letzten Zuschauer im Saal der Knoten geplatzt. Bei „Man in the Mirror“ hatte ich Tränen in den Augen. Und wie sollte es anders kommen? Am Ende kam das legendäre „Thriller“ - ein Gänsehautmoment.

Mein Fazit: „Thriller-Live“ ist kein Musical, sondern ein Konzert mit 32 Songs eines der größten Entertainers, den die Musikwelt je gesehen hat. Die zwei Stunden sind eine hinreißende Hommage an das Musikgenie Michael Jackson, die zum Glück das umstrittene Privatleben nicht berücksichtigt, sondern sich nur auf sein musikalisches Werk konzentriert.
Die fünf Sänger haben uns viele besondere Momente geschenkt und mit den leidenschaftlichen zehn Sängern dafür gesorgt, dass ich nicht ruhig sitzen konnte.
Dem Konzert gelingt das, was auch Michael Jackson bis heute gelingt: unterschiedliche Generationen zu entflammen. Selten habe ich eine solche außergewöhnliche Stimmung erlebt!
Bis einschließlich Sonntag, den 6. Mai 2018, läuft die Show „Thriller-Live“ noch im Admiralspalast in Berlin und zieht danach im Oktober nach Frankfurt/Main weiter.


© E. Günther ("Mein Event-Tipp")

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

3.3
Durchschnittsnote aller Stücke
5 388+
4 954+
3 844+
2 494+
1 229+
Kritiken: 1142

 AUF DER BÜHNE © 2018                            
                               
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