Kritik zu: Amerika
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„Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht. Ihr Arm mit dem Schwert ragte wie neuerdings empor, und um ihre Gestalt wehten die freien Lüfte.“ (Franz Kafka, Amerika)
Wie Karl Roßmann jedoch bald feststellen muss, kann er seine Sünde jedoch keinesfalls in Europa zurücklassen und in Amerika ein freies Leben führen. Der sogenannte Amerikanische Traum, in dem jeder, ungeachtet seiner Herkunft, seines Geschlechtes, seiner Hautfarbe oder Religion die Chance hat, durch harte Arbeit sozial und finanziell aufzusteigen, ist längst ausgeträumt: In den Vereinigten Staaten von Amerika besitzt ein Prozent der Bevölkerung ein Drittel des gesamten Privatvermögens und es ist sicher nicht das am härtesten arbeitende Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung. Der Lifestyle dieser Lucky Few wird in den allgegenwärtigen Unterhaltungsmedien und der Werbung zum Heilsversprechen hochgezüchtet und findet seinen Widerhall im Dauerkonsum, mit dem der „kleine Bürger“ seiner unstillbaren Sehnsucht nach einer perversen Vorstellung von Luxus nachgibt.
Dušan David Pařízek zeichnet in seiner Bühnenfassung von Franz Kafkas Roman Amerika am Deutschen Theater Berlin ein radikales und klares Bild der US-Amerikaner als allein nach dem Lustprinzip existierende Omnivore unter dem Diktat der Gleichheit. Premiere war am 27. September 2017. Weiterlesen →
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Wenn sich im Bühnenbild von Between the Lines. Briefe aus Bissau Reihen weißer Schnüre mit der Projektion von Filmaufnahmen aus Guinea-Bissau vor und zurück, auseinander und zusammen schieben, dann nimmt der Zuschauer dabei auch eine Verschiebung und ein Verschwimmen von hier und dort, Afrika und Europa, von Gegenwart und Vergangenheit wahr. Buchstäblich zwischen diesen Linien werden Stimmen laut, die von Auswanderung und Fremdsein erzählen. In der Stückentwicklung von Auftrag : Lorey (Bjoern Auftrag und Stefanie Lorey) und der Filmemacherin Kolja Kunt findet eine sehr behutsame, poetische und einnehmende Annäherung an eine ganz besondere deutsch-afrikanische Geschichte statt. Die Premiere war am 30. September 2017 Deutschen Theater Berlin. Weiterlesen →
Kritik zu: Zeppelin
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Woran denken Sie beim Wort Zeppelin? – Demnächst werden Sie dabei an Ödön von Horváth denken. Vorausgesetzt, Sie kennen Horváths Texte. Wenn nicht, werden Sie an menschliche Puppen denken, die an einem Zeppelin aus Stahlrohren ein Luftballett im Blauen zu der sphärischen Musik ihres Gefährts aufführen und dabei schimmernde Sätze aneinander fädeln.
Diese Sätze stammen von Horváth. Herbert Fritsch hat sie für seine erste Inszenierung an der Berliner Schaubühne sorgfältig auswählt. Er erzählt mit diesen Sätzen keine Geschichte, sondern deutet hunderte an – und entwirft so eine Anatomie menschlicher Abnormitäten, die sein Ensemble komödiantisch, mimisch und mit vollem Einsatz verkörpert. Weiterlesen →

 

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