0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Zwischen Anatomischem Institut und Wohlfahrtsamt spielt sich Elisabeths Leben ab. Der Mangel ist ihr stärkster Motor. Um Geld zu verdienen – sie ist Vertreterin für Korsette, Strumpf- und Büstenhalter – benötigt sie einen Wandergewerbeschein. Der kostet 150 Mark. Für diese Summe möchte sie ihren Leichnam schon zu Lebzeiten an das Anatomische Institut verkaufen. Als der Präparator erfährt, dass Elisabeth vorbestraft ist – wegen Handels ohne Gewerbeschein – zieht er sein Angebot zurück. Doch Elisabeth gibt nicht auf: Sie sucht einen Bräutigam, der sie ernähren soll.
Dass Ödön von Horváths Stück Glaube Liebe Hoffnung (Mitarbeit: Lukas Kristl) mit Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern unterschrieben ist, verheißt nichts Gutes. Elisabeth wird die ausweglose Abwärtsspirale am unteren Ende einer Gesellschaft, in der „halt die Menschen keine Menschen sind“ nicht überleben.
Am 27. Oktober 2019 feierte das Stück in einer Inszenierung von Jürgen Kruse Premiere am Deutschen Theater Berlin. Weiterlesen ...
Kritik zu: Max und Moritz
0 von 2 Personen fanden die Kritik hilfreich
Wem ist Max und Moritz – Eine Bubengeschichte in sieben Streichen nicht aus der eigenen Kindheit in Erinnerung …? Der Streich, den wir (seit dem 17. Jahrhundert) als Schelmenstück verstehen, leitet sich ursprünglich von dem mittelhochdeutschen streich ab, was so viel wie „Hieb“ bedeutet. Solche Handstreiche, Hiebe, unerwarteten Schläge hagelt es in Max und Moritz reichlich. Was die Zeichnungen und Verse Buschs durch Humor unschädlich machen, bringt Antú Romero Nunez nun im Berliner Ensemble als deftige „Bösebubengeschichte für Erwachsene nach Wilhelm Busch“ auf die Bühne. Max und Moritz in der Inszenierung von Antú Romero Nunez ist ein Tableau Vivant, das seinen eigenen Rahmen sprengt. Die Premiere war am 22. Mai 2019.
Zu Beginn des Stücks stehen Max und Moritz (Stefanie Reinsperger und Annika Meier) noch als die unbeweglichen Figuren aus Buschs Zeichnungen auf der Bühne und bewegen sich allenfalls steif wie Puppen. Carolina Bigge im Kostüm des Müllers begleitet die Bewegungen der beiden mit Rascheln, Knistern und dem Geräusch von reißendem Papier. So wird ... WEITERLESEN
Kritik zu: Amir
0 von 1 Personen fanden die Kritik hilfreich
Amir bedeutet Prinz. Doch Amirs Leben ist alles andere als herrschaftlich. Er ist als Kind arabischer Einwanderer aus Palästina nach Deutschland gekommen. In seinen Akten steht deshalb „staatenlos“. Die Staatenlosigkeit schützt ihn, seine Geschwister und seine Mutter vor der Abschiebung, doch in Deutschland aufgenommen wird Amir auch nicht, lediglich seine Duldung verlängert: „Ein Aufschieben der Abschiebung“, nennt es der für ihn zustände Beamte. Eine Arbeitserlaubnis erhält Amir nicht; kein Aus- und so kein Ankommen in Sicht.
In Amir erzählen Nicole Oder und Ensemble nach den Motiven von Mario Salazar eine Geschichte von Zurückweisung, Frustration, Hilflosigkeit und Schuldgefühlen angesichts deutscher Einwanderungspolitik. Die Inszenierung hatte am 27. April 2019 auf der Bühne des Berliner Ensembles Premiere.
Amir lebt mit seiner Mutter und seinen drei jüngeren Geschwistern in Berlin-Neukölln. Der Familienvater ...
Weiterlesen

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN



eventim     Reservix Ticketing System       

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

 

TICKETS KAUFEN
eventim

ANZEIGE
                              
                                                    
Toggle Bar
X

Right Click

No right click