JG
KRITIKEN
Kritik zu: BERLIN BERLIN
15 von 17 Personen fanden die Kritik hilfreich
Direkt von Berlin nach München ins Deutsche Theater und unmittelbar zurück in den Admiralspalast wurde das Premierenpublikum von „Berlin Berlin“ am 8. Januar 2020 im Deutschen Theater in München katapultiert.

Die 20er und 30er Jahre aktueller denn je. Denn die Musikrevue ist mehr als nur eine Spaß- und Tanzshow:
Auf der einen Seite wird der Zuschauer zurück in Charleston-Zeiten versetzt, in verruchte Clubs mitten in Berlin. Er darf dem Wiederaufleben großer Stars, wie Marlene Dietrich, Anita Berber, den Comedian Harmonists oder der leicht bekleideten Josephine Baker, beiwohnen und mitten drin und dabei sein, wenn sie die Bühne voll in Beschlag nehmen.
Auf der anderen Seite wird der Zuschauer aber auch aufgerüttelt, in einer kurzen, jedoch intensiven Zeitblende, in der die Nazis an die Macht kamen.

Das Bühnenbild ist relativ einfach mit zwei Freitreppen, vielen Lichtern und Glitzervorhängen und verändert sich nur wenig. Die bunten Charleston-Kostüme und abwechslungsreichen, energiegeladenen Tanzszenen bringen die Show jedoch in jeder Sekunde voll zum Leben. Die Besetzung ist treffend gewählt und stimmlich ist vor allem Sophia Euskirchen als Anita hervorzuheben, die gesanglich mit in allen Tonlagen starker Stimme brilliert.

Der Admiral (Martin Bermoser) führt souverän zusammen mit dem tapsigen Kutte (Sebastian Prange), seinem Clubmitarbeiter für alles, durch die Geschichte des Clubs. Das gesamte Stück ist dabei bestimmt von einem Hit nach dem anderen, wie „Cabaret“ und „Mackie Messer“, „Ich bin von Kopf bis Fuß“, „Puttin‘ on the Ritz“ bis hin zu „Mein kleiner grüner Kaktus“. Auch wem die Titel im ersten Moment nichts sagen, wird bestimmt sämtliche Textpassagen aus vielen der genannten und all den weiteren Liedern kennen. Grade Kutte sorgt dabei auch für viele Lacher.
Und wem bis dahin noch nicht zum Lachen zumute war, muss spätestens ein Grinsen beim „Lachfoxtrott“ unterdrücken. Die Mauern des Deutschen Theaters haben wohl selten einen so kollektiven Lachanfall erlebt - Lachen ist einfach ansteckend. Ein unterhaltsamer, stimmungsvoller Revue-Abend mit Tiefgang ist also garantiert.

Empfehlung: Dringend ansehen! Noch bis zum 19. Januar 2020 ist das Stück im Deutschen Theater in München zu sehen.

(Jasmin Gollwitzer)

4 von 4 Personen fanden die Kritik hilfreich
Im Deutschen Theater in München waren am 2. Dezember 2019 vier beliebte Charaktere zu Gast: Sascha Draeger, Tobias Diakow, Manou Lubowski und Rhea Harder.
Aber wer ist das nun? Na klar, zumindest spätestens, wenn man sie sprechen hört: Tim, Karl, Klößchen und Gaby – besser bekannt als TKKG.

Schauspieler und Synchronsprecher Sascha Draeger ist zusammen mit Manou Lubowski schon seit 1981 als Synchronsprecher für das Jugendhörspiel tätig und beide sind nicht mehr wegzudenken aus dem Quartett als Tim und Klößchen. Seit 2009 ist Rhea Harder als Gaby zu hören. Jüngster Zulauf im Team ist Tobias Diakow - seit 2016 als Karl. Der Kenner wird den „echten“ Karl aus alten Zeiten vermissen, jedoch ist Diakow ein guter Nachfolger. Ein Rechtsstreit katapultierte den altbekannten Karl Vierstein (Niki Nowotny) zum Leidwesen seiner älteren Fans vor einiger Zeit aus dem Vierer-Team.

Unterstützt wurden die vier außerdem von Luise Lunow und Michael Lott, zwei alten Schauspiel- und Synchronhasen, sowie dem Geräuschemacher Peter Sandmann, der die Geschichte des Abends mit unzähligen kleinen und großen Hilfsmitteln zum Leben erweckte. Tatsächlich war es hier und da eine Herausforderung, Sandmann beim Geräusche machen zuzusehen und sich gleichzeitig auf die damit verbundene Geschichte zu konzentrieren und seiner Fantasie freien Lauf zu lassen: „… aha… was macht er mit der Luftpolsterfolie?... ah… hin und wieder ploppen… was soll das für ein Geräusch sein?... hm, mal Augen zu machen… ach sooo ein Lagerfeuer, wie es schön knistert und knackt!“
Es lohnt sich also durchaus, auch einfach mal nicht hinzuschauen.

Der Fall selbst dreht sich um einen scheinbaren Badeunfall in der Nähe eines kleinen, unheimlichen Dorfes, in dem es nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Ein Glück, dass TKKG Ferien hat und dem Spuk auf den Grund geht. Ein klassischer Kinderhörspiel-Fall, wie die Fans ihn seit jeher kennen und lieben, mit irgendwie doch noch denselben Stimmen aus der Kindheit, spannenden Momenten, kauzigen Erwachsenen, die versuchen, das Geheimnis vor TKKG zu bewahren, und natürlich auch einem Schmunzeln hier und da, ausgelöst von den Darstellern auf der Bühne, die rennen, klettern, im Zelt im Schlafsack schlafen … und das alles in 5 cm Entfernung von ihrem Pult mit Mikrofon.

Für alle TKKG-Fans ist TKKG- das Live-Hörspiel definitiv ein Muss, egal ob jung oder alt. Das Deutsche Theater war publikumsseitig gut durchgemischt, auch viele junge Fans fanden den Weg ins Theater. Ein netter Nebeneffekt zudem, dass Hörspielproduzentin Heikedine Körting am Abend im Publikum saß und ihren Mikrofonsprösslingen zusammen mit dem Publikum zujubelte. Im Deutschen Theater in München war TKKG nur an diesem Abend zu Gast. Die 4 Spürnasen touren aber noch weiter durch Deutschland, unter anderem z.B. Ulm, Düsseldorf, Kiel und Kassel.
Alle, die früher in der Kindheit oder auch jetzt jung, ganz neu entdeckt TKKG-Fälle lieben, sollten sich dieses Live-Hörspiel nicht entgehen lassen. Als Erwachsener wird man vermutlich nicht mehr so tief in die Fälle eintauchen, die Live-Erfahrung mit den lieb gewonnenen Charakteren ist aber sicher dennoch eine kleine Zeitreise wert.

(Jasmin Gollwitzer)

7 von 7 Personen fanden die Kritik hilfreich
Am 8. November 2019 feierte das Musical „Bodyguard“ seine Premiere im Deutschen Theater in München. Die Show drehte sich rund um die altbekannte Liebesgeschichte einer Sängerin und ihren Bodyguard, der sie vor einem unbekannten Mörder schützen soll. Schon 1992 lief die Geschichte mit Whitney Houston und Kevin Costner erfolgreich auf zahlreichen Kinoleinwänden und der Soundtrack gleichermaßen im Radio rauf und runter. Nun hat es die Geschichte auch auf die Bühne des Deutschen Theaters geschafft.

Das Musical basiert auf dem Film, weicht jedoch inhaltlich etwas ab. Zudem stehen die Musik, die divenhafte Rachel und ihre gesangsbegabte Schwester im Vordergrund. Bodyguard Frank Farmer nimmt eine eher untergeordnete Rolle im Stück ein, was daran liegen mag, dass die Rolle zu 100% auf Schauspiel ohne echte Gesangssoli ausgelegt ist.

Aisata Blackman als Rachel füllt den Part der auf der einen Seite ängstlichen aber doch sehr willensstarken und extrovertierten Sängerin voll aus. Mit ihrer umfangreichen Stimme meistert sie mühelos Songs, wie „I will always love you“ oder „I wanna run to you“. Aber auch Andrea del Solar als Rachels Schwester Nicki kann gesanglich brillieren, besonders in den Höhen.

Die Geschichte des Kinofilms wurde in gekürzter Version auf die Bühne gebracht und ist nun eher eine Aneinanderreihung von Bühnenauftritten der berühmten Sängerin. Die Handlung gerät dabei etwas in den Hintergrund. Zwar erscheint der Attentäter, der es auf die Sängerin abgesehen hat, hier und dort im Bühnenbild, dennoch will keine rechte Spannung aufkommen. Einen Vergleich mit dem Kinofilm sollte man also nicht ziehen.

Das Bühnenbild, wie die Villa, das Blockhaus oder die Karaoke-Bar, die im Bühnenstück für einige neue Szenen sorgt, konnte mit einem schönen Hintergrund, Licht und wenigen Utensilien gut zum Leben erweckt werden. Ansonsten ist das Stück durchaus eine füllende und auch amüsante Abendunterhaltung, allerdings neben den bekannten Hits von Whitney Houston ohne besondere inhaltliche Highlights – was nicht an den Darstellern liegt, denn auch alle Schauspieler konnten in ihren Rollen überzeugen. Das Stück hat jedoch Längen, vermutlich weil es recht Balladen-lastig ist und die Handlung so von Zeit zu Zeit schwerfällig macht.

Alles in allem ist das Stück für jeden sehenswert, der die bekannten „Bodyguard“-Songs liebt; auch für diejenigen, die den Film nicht gesehen haben oder die trotz dessen unvoreingenommen heran gehen können. Noch bis zum 15. Dezember 2019 ist „Bodyguard“ im Deutschen Theater in München zu sehen, so dass sich jeder selbst ein Bild machen kann. Das Premierenpublikum quittierte die Show jedenfalls mit Standing Ovations.

(Jasmin Gollwitzer)


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN





eventim     Reservix Ticketing System  

AUF DER BÜHNE

Auf der Bühne

 

TICKETS KAUFEN
eventim

ANZEIGE
                              
                                                    
Toggle Bar
X

Right Click

No right click