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Pädagogisch wertvolle Storymap
  · 12.09.22
''Wissenschaftler kritisieren in projizierten Rechercheinterviews gegen Ende, wie sich die Türkei von aller blutigen Vergangenheit lossagt. Bilder, wie etwa der gezielten Völkermorde an Kurden oder Armeniern, würden tabuisiert, damit eine Kultur sich selbst nicht zu sehen bekommt. Zeitzeugen sprechen in Kurzinterviews über verheerende politische Systeme, willkürliche Ausübung von Macht, Demagogie und Massenwahn, die Gefahren fehlender Zivilcourage, Opfer von Diktatoren und die Notwendigkeit der Erinnerung an Völkermorde seitens der Bürger.

Zum Ende hin wird ein letzter bewegender Chat-Dialog zwischen dem türkischen Autor Akhanli und dem türkischstämmigen Regisseur Calis auf Bildschirmprojektionen eingeblendet, während die Darsteller weiter monologisieren. Akhanli verstarb 2021 nach einer Krankheit im Alter von 65 Jahren. Die Uraufführung gedenkt so dem Autor, der sich auch als Menschenrechtler für die Völkerverständigung zwischen Armeniern, Türken und Kurden einsetzte. Akhanli wurde selbst in türkischen Gefängnissen als politisch Gefangener über Jahre gefoltert.

Das fast dreistündige Drama endigt als politisch ambitioniertes Plädoyer für einen transnationalen Erinnerungsraum. Auch Türkinnen und Türken werden angehalten die oft blutige Vergangenheit ihres Landes aufzuarbeiten und nicht zu ignorieren oder zu verdrängen. In Deutschland leben etwa 3 Millionen türkeistämmige Menschen. Im ehemaligen Regierungsviertel Bad Godesberg wohnt, bezogen auf Stadtbezirke, mit der größte Anteil der Bonner mit Zuwanderungshintergrund. Türken stellen hier die größte Minderheit. Nach dem gelungenen Sezen Aksu-Liederabend bietet das Bad Godesberger Schauspielhaus nun erneut auch den vor Ort Ansässigen die Chance die türkische Kultur und Geschichte neu, unzensiert und anders zu entdecken.'' schreibt Ansgar Skoda am 12. September 2022 auf KULTURA-EXTRA
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